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Fit für die Fahrradsaison

Fit für die FahrradsaisonIm Frühjahr sollten nicht nur die Fahrräder fit für die Saison gemacht werden, sondern auch die Radler. Tipps für das richtige Training und wie Radfahren gegen Übergewicht hilft, gibt Experte Dr. Josef Tomasits, Oberarzt am Linzer Allgemeinen Krankenhaus.

Radfahren ist eine ideale Bewegungsform zum Schonen der Gelenke! „Daher ist Radfahren ideal für – noch - Übergewichtige, aber auch für jene, die schon durch kleinere Beschwerden im Knie oder anderen Gelenken geplagt werden“, betont Tomasits.

Drahtesel statt Auto

Wer täglich statt mit dem Auto mit dem Fahrrad fährt – vorausgesetzt die Strecke ist innerhalb einer Stunde zu bewältigen – verliert pro Jahr durchschnittlich acht Kilo an Körpergewicht, so der Experte. Denn bei einer Fahrgeschwindigkeit von 20 bis zu 25 km/h setzt eine 70 kg schwere Person pro Stunde etwa 500 Kilokalorien um.

Start und Ziel

Ungeübte Radfahrer – also jene, die schon lange nicht mehr auf einem Zweirad gesessen sind – sollten die ersten fünf bis zehn Male höchstens 30 Minuten pro Tag radeln, damit sie sich wieder an die Bewegung gewöhnen. „Ein ideales Ziel wäre es, das Radfahren in den folgenden acht bis zwölf Wochen auf eine Stunde täglich zu steigern“, erklärt Tomasits. „Von anfangs einer halben Stunde sollten wöchentlich nur fünf bis zehn Minuten zugelegt werden, damit der Körper nicht überfordert wird. Nach rund zwölf Wochen können dann auch längere Radtouren – etwa von Passau nach Linz – ohne Erschöpfung absolviert werden.

Sitzfleisch

„Die ersten 200 Kilometer muss man ein bisschen geduldig sein, da sich das Sitzfleisch erst an den Fahrradsattel gewöhnen muss“, so der Mediziner. Sollten allerdings nach dieser Zeit weiterhin Beschwerden vorliegen, ist ein Besuch beim Dermatologen ratsam, damit eventuell aufgetretene Entzündungen oder gar Infektionen in diesem Bereich richtig behandelt werden.

Ausrüstung

„Wichtig beim Radfahren ist eine entsprechende Bekleidung und natürlich ein Helm“, unterstreicht Tomasits. „Eine Funktionskleidung leitet den Schweiß von der Hautoberfläche durch die Kleidung und hilft so bei der Kühlung des Körpers, wenn auch hohe Umgebungstemperaturen herrschen.“ Farbige Kleidung trägt viel zur Sicherheit bei, weil man früher von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird. Ebenso abends frühzeitig die Beleuchtung einschalten und auf strahlende Speichenreflektoren achten, damit von der Seite kommende Autofahrer rasch Radfahrer erkennen.

Zudem sind Brillen immer wichtig - nicht nur wenn die Sonne scheint - , um das Auge vor Staub und Mücken und den daraus resultierenden Entzündungen zu schützen. „Bei Sonnenschein sind selbstverständlich Sonnenbrillen zweckmäßig, gegen Abend orangefärbige Brillen, weil diese optisch aufhellen“, erklärt Tomasits.

Sonne

Radeln macht besonders bei strahlendem Wetter Spaß. Daher darf auf den Sonnenschutz nicht vergessen werden, um Sonnenbrand zu verhindern. Deshalb sollte man auf das Radeln mit nacktem Oberkörper verzichten. „Oft wird auf das Eincremen des Nackens und der Ohren vergessen. Doch gerade dort kommt viel Sonne hin, weil man beim Radeln typischerweise nach vorne gebeugt sitzt“, warnt Tomasits.

Trinken

„Nicht nur bei heißen Temperaturen, wenn man viel schwitzt, sondern immer schon im Frühling auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten“, empfiehlt Tomasits. Prinzipiell reichen pro Stunde ein drei Viertel bis ein Liter Wasser. Erst bei Ausfahrten über eine Stunde sollte eine zweite Trinkflasche mit einem gespritzten Apfelsaft (bestehend aus halb Apfelsaft und halb Wasser) mitgeführt werden. „Alle 15 bis 20 Minuten ist ein Schluck aus der Trinkflasche empfohlen“, rät der Experte.

Cornelia Schobesberger
Feburar 2008


Foto: Bilderbox

Nachlese

Dr. Josef Tomasits ist Erstautor des Buches „Leistungsphysiologie“. Darin finden Sie weiterführende Informationen und auch Tipps über richtige Ernährung.


Leistungsphysiologie – Buchcover (43.4 KB)

Zuletzt aktualisiert am 13. Januar 2020