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Bewegung für die Gesundheit

Bewegung für die GesundheitWer seinen Körper viel bewegt, hat die besten Chancen ihn vor Krankheiten zu schützen. „Stiegensteigen beispielsweise wirkt lebensverlängernd und kann ohne viel Aufwand betrieben werden“, erklärt Experte Dr. Josef Tomasits, Oberarzt am Linzer Allgemeinen Krankenhaus.

„Natürlich kommt es auf die richtige Wahl des Sports an“, so Tomasits. „Vergnügliche Betätigung wie etwa Golfen hat nur bei sehr leistungsschwachen Personen einen Trainingseffekt.“ Dasselbe gilt für Spazierengehen. Eine der klassischen Belastungen, die auf lange Sicht wirksam ist, ist hingegen das Stiegensteigen. „Denn dabei muss das eigene Gewicht gegen die Schwerkraft bewegt werden“, erklärt der Mediziner und fügt hinzu, dass idealerweise fünf Stock pro Tag „schon recht ordentlich wären.“

Gegen Diabetes

Das Risiko an Diabetes zu erkranken, sinkt erheblich bei regelmäßiger Bewegung. „Diabetes ist eine der gefährlichsten Wohlstandserkrankungen, da sie unter anderem zu Beinamputationen und irreparablen Nierenschädigungen führen kann“, warnt Tomasits. „Schon das Diabetesvorstadium, das so genannte Metabolische Syndrom, kann durch Bewegung sehr gut bekämpft werden. Man vermeidet damit Übergewicht und Fettsucht.“

Gegen Herzinfarkt

Sportlich Aktive haben zudem deutlich weniger Herzinfarkte, auch wenn ihre Herzkrankzgefäße altersbedingt schon geschädigt sein sollten. „Deshalb gilt: eine hohe Leistungsfähigkeit verringert das Herzinfarktrisiko, auch für Menschen mit bereits vorhandenen Herzkranzverkalkungen“, so der Experte.

Gegen Tumore

„Bewegung führt zu einer deutlich geringeren Rate an Tumoren. Denn Fettleibige erkranken viel häufiger an Brust-, Eierstock- und Dickdarmkrebs“, betont Tomasits. „Das liegt vermutlich daran, dass bei übergewichtigen Menschen in ihrem höheren Fettanteil mehr fettlösliche Giftstoffe gespeichert sind.“

Gegen Depressionen und für geringeres Operationsrisiko

Die verbesserte Lebensqualität zeigt sich unter anderem daran, dass „bewegte“ Menschen viel seltener zu Depressionen neigen als „unbewegte“. Zudem erholen sich Aktive nach Operationen viel schneller und haben ein geringeres Risiko, während Operationen Herzkreislauf-Probleme zu bekommen, erklärt Tomasits.

Gegen Gelenkbeschwerden - seltener zum Orthopäden

Mit zunehmendem Alter entstehende Gelenkbeschwerden kommen bei Bewegungsfreudigen seltener vor. So haben Menschen mit einem gut trainierten „Muskelkorsett“ um die Wirbelsäule eine deutlich niedrigere Rate an Bandscheibenvorfällen. „Daher benötigen aktive Menschen viel seltener chirurgische Eingriffe“, so der Mediziner. Und bei Frauen, die Krafttraining betreiben, ist die Knochendichte deutlich höher und damit sinkt die Gefahr an Osteoporose zu erkranken.


Nachlese

Dr. Josef Tomasits ist Erstautor des Buches „Leistungsphysiologie“. Darin finden Sie weiterführende Informationen und auch Tipps über richtige Ernährung.


Cornelia Schobesberger
Feburar 2008

Foto: Bilderbox


Leistungsphysiologie - Buchcover (43.4 KB)

Zuletzt aktualisiert am 30. September 2020