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Laufschuhe: Zuviel Dämpfung schadet

Laufschuhe: Zuviel Dämpfung schadetWeiche Sohlenpolster schützen nicht, sondern steigern das Verletzungsrisiko für Sehnen, Gelenke und Muskeln der Jogger. Das war das Ergebnis des diesjährigen Fußsymposiums der Orthopädischen Klinik im deutschen Bad Abbach.

Die falschen Schuhe sind oft Auslöser von Knöchelverletzungen. Vor allem zu viel Dämpfung im Laufschuhwerk erhöht das Risiko für ein Umknicken im Sprunggelenk und kann zu Überlastungsschäden führen. Dies wurde bei Fuß-Symposium 2012 mit 160 Ärzten und Physiotherapeuten aus ganz Deutschland in der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg in Bad Abbach deutlich. Als echten Fortschritt sehen die Sportmediziner den Trend weg vom Laufschuh von der Stange hin zu individualisiert, aus Modulen gefertigten Laufschuhmodellen.
Gerade weil sich die Menschen mehr als früher bewegen, führen die zunehmenden sportliche Aktivitäten vor allem auch älterer Menschen zu erhöhtem Risiko für Überlastungsschäden und Verletzungen an Sehnen, Gelenken und Muskeln vor allem im Bereich der Beine.

Langwierige Behandlung

Die Behandlung dieser Verletzungen ist oft langwierig: 20 bis 40 Prozent der Bandverletzungen am Sprunggelenk hinterlassen bleibende Beschwerden, sagte der Direktor des Bad Abbacher Klinikums, Prof. Dr. Joachim Grifka.
Die häufigsten Muskelverletzungstypen wie Zerrungen und Muskelfaserrisse könnten heute besser als früher durch Ultraschall und auch Kernspintomografie lokalisiert und eingeschätzt werden. Durch elastische Kompressionsbehandlung, Kinesiotapes und auch lokale Injektionen würde in der Therapie der Heilungsprozess angeregt, der Lymphabfluss verbessert und eine schnelle Schmerzlinderung erzielt.

Fehlbelastungen erkennen

Wie die Referate beim Symposium zeigten, bieten moderne apparative Techniken wie zweidimensionale Ganganalyse und Pedobarografie (Fußdruckmessung) heute die Möglichkeit, Fehlbelastungen bei Hobby- und Profisportlern rechtzeitig zu erkennen und durch individualisierte, computerunterstützte Einlagenanfertigung zu korrigieren. „Auch die häufigen Überlastungsprobleme beim Nichtsportler im Alltag können durch diese Methodik gut behandelt werden“, so Dr. Sven Anders, Oberarzt und einer der Spezialisten für die Behandlung von Fußerkrankungen im Klinikum Bad Abbach. Der wichtigste Faktor für einen ungetrübten Laufspaß bleibe jedoch die gute Passform der Laufschuhe. Die Experten raten deshalb neue Laufschuhe vor dem Kauf intensiv und unter verschiedenen Bedingungen zu testen. Ambitionierte Läufer sollten mehrere Paare ihres Laufschuhs abwechselnd benutzen und die Schuhe nach ca. 1.000 km Laufstrecke ausmustern.

Sind Operationen am Fuß- und Sprunggelenk nicht mehr zu vermeiden, profitieren die Patienten von neuen Operationsmethoden. So können zum Beispiel die Wiederherstellung gerissener Achillessehnen oder Knorpelrekonstruktionen des Sprungbeines häufig bereits minimalinvasiv durchgeführt werden. „Für den Patienten bringt das Vorteile bei der Wundheilung und eine schnellere Wiederherstellung der Beweglichkeit“, so Anders.

Mag. Christian Boukal
Dezember 2012


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020