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E-Bikes: Schneller und bequemer

E-Bikes: Schneller und bequemerDas Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und der E-Bike Vertrieb der Salzburg AG haben eine Umfrage zur Nutzung der elektrischen Fahrräder durchgeführt. 174 Salzburger E-Biker wurden telefonisch befragt. Ihre Gesamtzufriedenheit war hoch. Am häufigsten wird das „Fahrrad“ in der Freizeit genutzt, bemängelt wurde die Akkuleistung der Räder.

Elektrofahrräder (Pedelecs – Pedal Electric Cycle) boomen auch in Österreich. Grund genug für das KfV eine Nutzerbefragung durchzuführen. Mehr als die Hälfte von 174 Salzburgern zwischen 17 und 82 Jahren nutzt ein Elektrofahrrad bereits länger als ein Jahr. Ein Drittel der Befragten waren Frauen. Vor allem Personen über 60 Jahre haben sich im ersten Halbjahr 2011 häufiger für ein Elektrofahrrad entschieden, so das Kuratorium.

Gleiche Rechte und Pflichten, anderes Fahrverhalten

„Grundsätzlich gelten für Elektrofahrrad-Fahrer die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie für Fahrräder ohne Motor. Das gilt sowohl für die Ausrüstung – Thema Sichtbarkeit – als auch für das Verhalten der Radfahrer: Von der Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer bis zur Radwegebenützungspflicht“, so Rainer Kolator, Leiter des KfV Salzburg. „Der große Unterschied ist das schwerere E-Bike, das ein anderes Fahr- und Bremsverhalten hat, wobei vor allem der längere Anhalteweg berücksichtigt werden muss.“

Mehr Männer in größeren Gemeinden

Überraschend für das KfV sind es zum Großteil Männer, die sich auf dem Rad elektrisch unterstützen lassen. Dabei sind E-Bikes nicht (nur) „Seniorenfahrzeuge“: Mehr als die Hälfte der Befragten waren zwischen 40 und 60 Jahre alt, nur knapp ein Drittel war über 60 Jahre. Mehr als drei Viertel fahren mindestens ein Mal in der Woche mit dem Pedelec (außer im Winter). Hauptnutzung sind Freizeitfahrten, gefolgt von Einkäufen und Arbeitswegen.

Hauptmotiv: Gesundheit und Bequemlichkeit

Bei der offenen Frage nach dem Grund der Anschaffung wurde am häufigsten „Bequemlichkeit“ genannt, daneben Gesundheitsaspekte und Umweltfreundlichkeit. Motive für die Anschaffung variieren altersabhängig: Für Jüngere (20 bis 40 Jahre) zählen „ohne verschwitzt anzukommen“ und „umweltfreundlich“ zu fahren am meisten. „Gesundheitsaspekte“ sind für über 60-Jährige am wichtigsten, so das KfV. Für knapp die Hälfte liegt der Hauptvorteil der E-Bikes im geringeren Kraftaufwand bei Steigungen. Als größte Nachteile werden das höhere Gewicht des Rads und die relativ geringe Akkuweite eingeschätzt.

E-Bike ersetzt Autofahrten

Mehr als die Hälfte der Interviewten hatte vor dem Aufkommen der „umweltfreundlichen Trethilfe“ das gute alte Fahrrad genutzt. Immerhin 32 Prozent haben seitdem das Auto gegen das E-Rad getauscht – vor allem die unter 40-Jährigen. Nur bei fünf Prozent der Befragten benutzen fünf und mehr Personen die kraftsparende Fahrradversion. Bei knapp der Hälfte kommt ausschließlich das E-Motor-Rad zum Einsatz, ein Großteil fährt weiterhin auch mit einem Fahrrad ohne Motor (mehr Frauen als Männer, mehr Junge als Ältere).

Schneller und häufiger unterwegs

Knapp drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie mit dem Elektrofahrrad schneller fahren als mit einem normalen Fahrrad – vor allem jüngere Männer. Mit dem E-Bike werden auch mehr Strecken und Kilometer bewältigt als mit dem herkömmlichen Rad. Die Bandbreite reicht von weniger als 50 Kilometer (20 Prozent) bis zu 500 Kilometer (ebenfalls 20 Prozent). Mehr als die Hälfte liegen im Mittelfeld (50 bis 200 Kilometer) und rund fünf Prozent fahren mehr als 500 Kilometer pro Monat mit dem Pedelec.

E-Biker sind Helmfahrer

Erfreulich ist, dass mehr als die Hälfte der E-Biker immer oder meist mit einem Fahrradhelm unterwegs ist. Im Vergleich: Nur 21 Prozent der normalen Radfahrer in Salzburg fahren mit Helm. Überrascht zeigt sich das KfV darüber, dass mehr Frauen als Männer einen Helm (fast) immer verwenden, denn bei den bisherigen Zählungen war es immer umgekehrt. Am meisten gebrauchen über 60-Jährige den Radhelm. „Das Tragen eines Helms ist zwar nicht Pflicht, wird aber allen Radfahrern empfohlen“, so der Salzburger Stadtpolizeikommandant Oberst Manfred Lindenthaler. „Speziell bei den höheren Geschwindigkeiten der E-Bike-Fahrer ist die Helmverwendung wichtig.“

Hohe Zufriedenheit

Die Befragung ergab, dass mehr als die Hälfte der E-Radler mit dem „Elektrischen“ sehr zufrieden ist. Als größte Fahrunterschiede zum normalen Rad wurden geringere körperliche Anstrengung und größere Schnelligkeit genannt; darüber hinaus gibt es Schwierigkeiten beim Schieben und Heben des schweren Rades. Um das Elektrofahrrad noch häufiger zu nutzen, wären eine höhere Reichweite der Akkus, kürzere Ladedauer und besser ausgebaute Radwege erwünscht.

Sicherheit

Drei Viertel der E-Biker fühlen sich mit dem Elektrofahrrad gleich sicher wie mit dem motorlosen Fahrrad. Nur wenige Elektrofahrrad-Fahrer hatten bereits einen Unfall (zwei Sachschäden, neun Leichtverletzte, ein Schwerverletzter). „E-Bike fahren will gelernt sein. Die höhere Geschwindigkeit durch die Motorunterstützung führt zu einem geänderten Fahrverhalten. Fahrtechnik und speziell das Bremsverhalten sollten in einem abgesicherten Bereich erprobt werden“, appelliert Kolator an die Elektro-Radfahrer.

Mag. Christian Boukal
August 2011


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020