DRUCKEN

Aqua-Gymnastik: Sanfte Übungen im Wasser

Aqua-Gymnastik Sanfte Übungen im WasserIm wohlig warmen brusthohen Wasser sanft aber effektiv trainieren und sich nahezu schwerelos fühlen, das ist Aqua-Gymnastik. Bei diesem Sport geht es nicht um Hochleistung. Im Wasser treten, joggen, balancieren, mit einer „Schwimmnudel“ oder dem Ball spielen – diese einfachen aber effektiven Übungen können auch von Ungeübten rasch erlernt werden.

Aqua-Gymnastik ist eine Mischung aus gesundheitsfördernder Therapie und Bewegung im Wasser. Ausgelöst wurde der Boom in den 90er Jahren in den USA von der ehemaligen Olympia-Schwimmerin Mary Sanders. Sie erarbeitete ein schonendes aber effektives Körpertrainingsprogramm für Sportler, die sich in Rehabilitation befinden.

Es muss nicht immer Laufen sein

Doris Hemmers, diplomierte Physiotherapeutin und Lehrtherapeutin an der Akademie für Physiotherapie in Wels, erklärt: „Es muss nicht immer Laufen sein: Aqua-Fitness, egal ob Gymnastik oder Laufen im Wasser fördert Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Die gelenkschonende Sportart ist für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.“ Der Wasserdruck wirkt auf den ganzen Körper. Im Wasser muss man sich ständig bewegen damit einem nicht kalt wird. Dadurch wird der Organismus gezwungen, ordentlich anzuheizen. Somit läuft der Stoffwechsel im kühlen Nass auf Hochtouren.
„Die Übungen im Wasser ähneln denen, die man auch auf der Gymnastikmatte im Turnsaal machen würde. Allerdings ist Aqua-Gymnastik sanfter für Bänder und Gelenke und da die Bewegungen gegen den Wasserwiderstandes ausgeführt werden müssen, sind sie besonders wirkungsvoll“, berichtet Hemmers. Positiver Nebeneffekt: „Das Wasser strafft die Muskeln und das Bindegewebe, Herz und Kreislauf werden gleich optimal mittrainiert. Am besten ist es, ein bis zweimal pro Woche eine halbe bis eine ganze Stunde zu trainieren“, so die Expertin. Gutes Schwimmvermögen ist übrigens nicht erforderlich.

Den Körper mit Nudeln auf Vordermann bringen

Für ein optimales Wasser-Training kommen auch Bälle, Wasser-Hanteln, Schwimmbretter und Nudeln zum Einsatz. Gemeint sind bei letzteren allerdings nicht Teigwaren, sondern sogenannte „Schwimmnudeln“. Das sind rund eineinhalb Meter lange, biegsame Hilfen aus Polyethylenschaum. Mit denen lassen sich Kraft, Ausdauer und der Gleichgewichtssinn optimal trainieren.

Die ideale Sportart für Anfänger

Die Sportart ist besonders gut geeignet für Menschen mit Wirbelsäulenproblemen, Venenleiden, Gelenkschmerzen, Osteoporosekranke, Schwangere und Verletze in Rehabilitation. Stark übergewichtige Personen können ebenfalls mitmachen: Das eigene Körpergewicht wird aufgrund des Auftriebs und unter Einwirkung von reduzierter Schwerkraft um rund zehn Prozent leichter erlebt. So wird der Bewegungsapparat geschont und ein Erfolgserlebnis stellt sich bald ein. Am meisten Spaß und am effektivsten sind die Trainingseinheiten in der Gruppe unter Anleitung eines Lehrers. Aqua-Gymnastik ist ein gutes Herz-Kreislauf-Training aber auch eine Belastung. Daher sollten Menschen mit massiven Herz-Kreislaufproblemen vor der ersten Trainingsstunde mit ihrem Arzt abklären, ob diese Sportart durchgeführt werden darf.

Aqua-Gymnastik wird unter anderem in den Bädern der Linz AG, im Relaxium Bad Schallerbach sowie im Welldorado Wels angeboten.

Isabella Minniberger, MAS

Februar 2010


Foto: Bilderbox


Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020