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Zumba: Schweißtreibend

Zumba: SchweißtreibendZumba als ideale Mischung aus Tanz und Fitness. Nicht jeder Trend, der aus den USA zu uns kommt, ist gut. Der neueste Schrei aber ist gut: Zumba – ein Tanz-Fitness-Programm zu lateinamerikanischen Rhythmen. Eine gute Möglichkeit, überflüssige Kilos loszuwerden und sich fit zu halten. Das findet auch ORF-Dancing-Star und Tanzprofi Nicole Kuntner.

Eigentlich war alles ein Zufall, damals in den neunziger Jahren in Kolumbien. Der Tänzer und Choreograph Alberto „Beto“ Perez wollte eine Aerobic-Stunde abhalten, hatte aber seine Kassette vergessen. So nahm er einfach die Kassetten aus seinem Auto. Drauf war aber nicht typische Aerobic-Musik, sondern traditioneller Latin Salsa und Merengue, eine lateinamerikanische Musikrichtung aus der Dominikanischen Republik. Perez musste ein bisschen improvisieren, aber bald hatten alle Spaß an dem neuen Workout und das war auch die Geburtsstunde von Zumba. „Zumba“ ist eigentlich ein spanischer Slang-Ausdruck und heißt so viel wie „Bewegung und Spaß haben“. In Kolumbien hatten bald so viele Menschen Spaß an der Bewegung, dass Perez, der unter anderem mit Shakira gearbeitet hat, 1999 sein Tanz-Fitness-Workout in die Vereinigten Staaten brachte. Mittlerweile wird Zumba in mehr als 100 Ländern angeboten und es gibt mehrere Millionen Menschen, die wöchentlich Zumba-Kurse besuchen. Begeisterte Anhänger sind auch Prominente wie Model Eva Longoria, Ricky Martin und Jennifer Lopez.

Tanz-Fitness-Programm

Was aber muss man sich jetzt genau darunter vorstellen? Zumba ist also ein Tanz-Fitness-Programm. Zu lateinamerikanischer Musik werden Tanzschritte beziehungsweise Tanzbewegungen gemacht. Je nach Trainer (Instruktor) fließen mehr oder weniger viele Aerobic-Übungen ein. Die Tanzbewegungen sind einfach zu erlernen, man benötigt also keine Vorkenntnisse. Da man aber 50 oder 60 Minuten – abgesehen von Trinkpausen – in Dauer-Bewegung ist, verbessert sich natürlich die Kondition. Gleichzeitig werden durch die eingebauten Fitness-Übungen die Muskeln im Gesäßbereich, an Armen, Beinen, Bauch und Rücken gestärkt. Und so ganz nebenbei schmelzen die Kilos. Ach ja, und ganz obendrein macht es auch noch Spaß, weil allein die heißen Latino-Rhythmen zum Mitmachen animieren und die Sounds gute Laune versprühen. Die Rhythmen sind mal langsam, mal schnell – Stichwort Abwechslung! – und die Musikpalette reicht von Salsa, Merengue, Cumbia, Soca, Calypso, Reggaeton, Flamenco, Cha-Cha-Cha über Tango bis zu afrikanischen Rhythmen.

Auch Nicole Kuntner, diplomierte Tanzlehrerin, Profitänzerin, Wertungsrichterin und ORF-Dancing-Stars Gewinnerin 2008, ist dem Zumba-Fieber verfallen. Vor zwei Jahren hatte sie durch Zufall in einem Teleshopping-Kanal eine Werbung für eine Zumba-DVD gesehen. „Ich war sofort begeistert. Und weil es in meiner Tanzschule schon die Nachfrage nach Zumba-Kursen gab, habe ich mich zum Instruktorin ausbilden lassen“, erzählt die Oberösterreicherin, die erst im August von der Zumba Instructor Convention aus Orlando zurückkehrt ist. Dort hat sie sich wieder weitergebildet. „Das Tolle ist, dass jeder jederzeit in einen Kurs einsteigen kann. Das heißt, jedes Niveau ist vertreten, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen. Und jeder macht das, was er schafft“, so Kuntner.

Spaßfaktor

Bei ihrem 50-minütigen Kurs beginnt sie mit einer längeren Warm-up-Phase. Für jeden einzelnen Tanz gibt es Grundschritte. Dabei ist es aber nicht wichtig, dass man die von Anfang an beherrscht. Das kommt mit der Zeit, sagt der Tanzprofi, weil sich die Grundschritte wiederholen. Im Lauf der Kurse werden die Schritte modifiziert. Nach ein paar Tanznummern gibt es eine Trinkpause. Zumba ist für jeden geeignet, egal welchen Alters.
Mittlerweile werden acht verschiedene Zumba-Kurse angeboten, sogar im Wasser oder sitzend (siehe Zumba-Varianten). Wichtig ist ihr, dass die Kursteilnehmer lernen, sich selbst einzuschätzen, nicht selber überfordern, lieber einmal eine Pause einlegen, dann besteht so gut wie keine Verletzungsgefahr. Nicole Kuntner: „Wer eine Vorerkrankung hat, muss natürlich aufpassen, bei akuten Schmerzen ohnehin gleich aufhören. Aber bei mir war sogar eine Schwangere bis zum achten Monat.“ Manche behaupten auch, man kann in einer Stunde 1.000 Kalorien verbrauchen. Kuntner hat es selbst getestet, mehr als 500 Kalorien waren es aber nicht. Egal, meint sie. Was nicht zu unterschätzen ist, ist der Spaßfaktor. „Das sind die Endorphine, die ausgeschüttet werden. Wer gestresst in eine Stunde kommt, geht ausgepowert, aber happy nach Hause.“ Zumba ist als Trend erst am Anfang. Zu den lateinamerikanischen Klängen mischen sich bald indische. Bollywood lässt grüßen.

Zumba-Varianten

  • Zumba Fitness: das klassische Tanz-Fitness-Workout
  • Zumba Gold: ohne Sprünge, langsamer, für Senioren geeignet
  • Zumba Toning: soll den Körper gezielt formen
  • Aqua Zumba: Spaß im Pool
  • Zumbatomic: für junge Menschen entwickelt, mit Tanzstilen wie Hiphop und Pop
  • Zumba in the Circuit: Intensivtraining in 30 Minuten
  • Zumba Gold Toning: Mischung aus Zumba Fitness und effektivem Krafttraining
  • Zumba Sentao: wird sitzend durchgeführt

Mag. Lisa Ahammer
Jänner 2013


Foto: shutterstock, privat

Kommentar

Zumba: Schweißtreibend„Zumba ist ein hervorragendes Workout für jeden, verbindet Aerobicübungen mit Tanzschritten. Das Wichtigste ist, der Musik zu folgen und sich selber einschätzen zu lernen, um sich nicht zu übernehmen.“
Nicole Kuntner
Diplomierte Tanzlehrerin, Zumba-Instruktorin, St. Peter am Hart

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020