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Blasen-Leiden an den Füssen

Blasen an den FüssenHat sie sich erst einmal auf den Füssen gebildet, ist ein schmerzloses Weitergehen praktisch unmöglich: Die Rede ist von der „Bulla“ - Nichtmedizinern besser bekannt als „Blase“. Um Infektionen zu verhindern, muss sie mit desinfizierenden Mitteln behandelt werden. Besser ist allerdings, vorzubeugen.

„Die Haut ist in vielen Schichten aufgebaut, die miteinander verzahnt sind“, erklärt Dr. Johannes Neuhofer, Fachgruppenobmann der Hautärzte in der oberösterreichischen Ärztekammer. Wenn diese Schichten nicht ordentlich aneinander haften, bilden sich bei geringster Belastung Blasen. Das kann in seltenen Fällen dramatische Folgen haben: „Schmetterlingskinder leiden ihr Leben lang unter geschädigten Verbindungsstrukturen“, berichtet Neuhofer.

Blasenbildung durch Reibung

Im „Normalfall“ ist eine Bulla zwar schmerzhaft, aber harmlos. Vorausgesetzt, sie wird richtig behandelt. „Eine Blase besteht aus Boden, Inhalt und Dach“, erläutert der Experte. Sie entsteht beispielsweise, wenn Schuhe ständig reiben. Dann bildet sich zwischen oder in den Hautschichten ein Spalt, der sich mit Gewebsflüssigkeit füllt. „Schließt die Blase an Gefäße an, kann auch Blut hineinkommen. Man spricht dann von einer Blutblase“, so Neuhofer. 

Desinfektionsmittel verwenden

Hat sich eine Blase entwickelt, sollte das Sekret von einem Arzt entfernt werden. Die Flüssigkeit wird durch Aufstechen herausgelassen, die Haut kann sich von unten wieder regenerieren, das Blasendach wird quasi wie ein Schutzverband verwendet. Und auch wenn man eine Bulla ohne medizinische Hilfe behandelt, „darf auf keinen Fall auf Desinfektionsmittel vergessen werden. Eine desinfizierte Nadel allein reicht nicht, um Keime und Bakterien zu verhindern“, warnt der Dermatologe. Denn eine Blase ist eine mögliche Eintrittspforte für verschiedene Erreger: Eine „Bulla infecta“ kann etwa zu Rotlauf oder Gewebsentzündungen führen.

Sofort reagieren

Spürt man, dass sich eine Blase ankündigt – etwa durch ein Brennen -, sollte sofort reagiert werden. „Dann sollte sofort ein Pflaster auf die betroffene Stelle geklebt werden. Damit kann die Bildung einer Blase vielleicht noch verhindert werden“, rät Neuhofer.

Vorsichtsmaßnahmen treffen

Um es aber gar nicht so weit kommen zu lassen, sollte vorgebeugt werden: „Die Reibung sollte so gering, der Schuh so gut wie möglich sein“, empfiehlt Neuhofer. Kennt man bereits die Schwachstellen an den Füßen, so können diese vorsorglich mit einem Pflaster geschützt werden.


Cornelia Schobesberger
August 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020