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Richtig wandern

richtig wandernFrühlingszeit ist Wanderzeit. Damit das Wandern aber Lust bleibt und nicht Frust wird, gilt es, einige Tipps zu beachten.

Vor der Tour

"Bei der Wahl einer Tour sollte man sich immer nach dem Schwächsten einer Gruppe richten", empfiehlt DI Christian Dornauer, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde Oberösterreich. Jede Wanderung sollte anhand von Landkarten und Tourenbeschreibungen sowie unter Berücksichtigung der Wettervorhersage (Gewitter) genau geplant werden. "Karte, Regenschutz, Haube, Trinkflasche, Handschuhe und Rucksackapotheke nicht vergessen und bei größeren Wanderungen auf jeden Fall einen Biwaksack mitnehmen", rät Dornauer. "Der leicht zu transportierende, wasser- und winddichte Sack ist eine vielseitig anwendbare (Notfall)-Ausrüstung: Er kann als Liegeunterlage beim Entspannen und Jausnen dienen. Im Wetter-Extremfall kann er die letzte Rückzugsmöglichkeit sein oder bei Desorientierung im Gelände das nächtliche Lager erträglich machen. Zudem ist der Biwaksack eine zusätzliche Isolationsschicht für Unfallopfer", erklärt Dornauer.

Um Blasen an den Füßen zu vermeiden, sollte auf gutes Schuhwerk – auch bei Kindern! - geachtet werden. Zudem sollten die Socken genau passen: Sie sollten nicht zu groß oder zu klein und nicht frisch gewaschen sein. "Denn dann kann das Material hart sein. Zusätzlich können sich Waschmittelrückstände darin befinden, auf die einige Wanderer bereits nach kurzem Marsch mit Blasen reagieren", so Dornauer. Er warnt außerdem davor, während einer Tour – auch bei Hitze – festgeschnürte Bergschuhe in den Kurzpausen auszuziehen: "Bei längeren Wanderungen - speziell beim Bergabgehen - können die Füße anschwellen und der durch den geschnürten Bergschuh erzeugte Gegendruck fehlt dann. Oft werden erst beim erneuten Anziehen der Socken und Schuhe vorhandene Druckstellen und angehende Blasen zum Problem."

Hat man bereits Blasen, darf man sie nicht öffnen. "Am besten verbindet man sie mit einem trockenen Pflasterverband oder Blasenpflaster und bricht eventuell die Wanderung ab", sagt Dornauer.

Beim Bergwandern ist richtiges Schuhwerk besonders wichtig. "Notwendig sind geeignete wasserfeste Bergschuhe, die über die Knöchel reichen und Profilsohlen aufweisen", so Dornauer.

Vor Antritt einer Bergtour sollte der Hüttenwirt, der Hotelier oder Freunde nicht nur über Weg und Ziel der Tour sondern auch über den voraussichtlichen Zeitpunkt der Rückkehr informiert werden. "Im Notfall kann man leichter gefunden werden", betont der Experte.

Akuter Notfall

"Im akuten Notfall Ruhe bewahren!", erklärt Dornauer. Verletzte sollte man in der Regel am Unfallort, aber auf keinen Fall allein lassen. Kann man keine Hilfe holen oder funktioniert das Handy nicht, macht man sich durch Schreien, Winken oder mit Lichtzeichen bemerkbar. Wichtige Telefonnummern: Die Bergrettung hat 140, der Internationale Notruf 112.

Alpines Notsignal

Sechsmal hintereinander ein hör- oder sichtbares Signal (pfeifen, blinken) geben, nach einer Minute Pause die Zeichen wiederholen. Solange wiederholen, bis eine Antwort erfolgt. Antwort der Retter: Dreimal ein Zeichen innerhalb einer Minute.

Umweltschutz

"Damit Wandern und Bergsteigen auch in Zukunft Spaß machen: Die Natur sauber halten und Abfälle mit ins Tal nehmen. Immer daran denken, dass die Tier- und Pflanzenwelt geschont werden muss", unterstreicht Dornauer.

Alpine Organisationen

Ein breites Angebot rund um die Themen Wandern und Bergsteigen, Tipps und Tricks, Aktivitäten mit geprüften Betreuern, Versicherungsschutz und mehr bietet eine Mitgliedschaft bei einer alpinen Organisation.

Cornelia Schobesberger
Mai 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020