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Wandern mit Kids

wandern mit kidsOb groß oder klein: Kinder können in jeder Altersstufe auf eine Wanderung mitgenommen werden. Vorausgesetzt sie werden nicht überfordert.

"Mit Kindern dürfen nur Touren unternommen werden, denen sie hundertprozentig gewachsen sind", betont Christian Dornauer, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde Oberösterreich. Das Ziel sollte am besten gemeinsam mit den Kids ausgewählt werden. Zudem sollten den Kindern Weglänge und voraussichtliche Dauer der Wanderung mitgeteilt und genügend Zeit zum Spielen eingeplant werden. "Und natürlich ist das richtige Schuhwerk wichtig", so Dornauer.

Da Kinder rasch durstig werden und mehr Flüssigkeit als ein Erwachsener – etwa eineinhalb bis zweimal soviel – sollte ihre Trinkflasche immer voll sein, rät Dornauer. "Am besten mit Früchtetee, stark verdünnten ungesüßten Säften oder Wasser. Ungeeignet sind kohlensäurehältige Getränke."

Soviel kann Kindern zugemutet werden


0 bis 2 Jahre: Kurze Wanderungen und Spaziergänge in der Rückentrage mit Kopfstütze oder im Kinderwagen

"Kleinstkinder bis zum zweiten Lebensjahr können problemlos auf kurzen Bergtouren mitgenommen werden", sagt Dornauer. "Die Atemwege sollten aber wegen des Druckausgleichs unbedingt frei sein. Zudem ist auf ausreichenden Sonnen- und Kälteschutz zu achten."
 

2 bis 4 Jahre: Kurze Wanderungen mit vielen Pausen

Ab drei Jahren zeigen Kleinkinder zunehmend Interesse an der Natur. "Sie brauchen ausreichend Zeit für spielerisches Erforschen der Natur – nicht nur in den Pausen", erklärt Dornauer. In ungefährlichem Gelände kann die erste "Trittsicherheit" an der sicheren Hand der Eltern geübt werden.
 

4 bis 6 Jahre: Halbtägige Wanderungen mit vielen Pausen, Zeit zum Spielen

In diesem Alter wird spielerisch die Koordination der eigenen Bewegung erlernt. "Wanderungen auf leichten Wegen sollten nicht länger als einen halben Tag dauern und ausgiebige Spielphasen beinhalten", rät der Experte. "Spielplätze" sicher auswählen, da Kinder in diesem Alter kaum Gefahrenbewusstsein besitzen.
 

6 bis 9 Jahre: Maximal Tagestouren, noch kein vorausschauendes Gefahrenbewusstsein

"Da in diesem Alter die Schulkameraden oft wichtiger als der Familienausflug sind, sollten Freunde der Kids einfach mitgenommen werden", so Dornauer. Kinder schätzen jetzt ein abenteuerliches Betätigungsfeld: Bergbäche zum Pritscheln oder Übungsfelsen (maximal 1,5 Meter hoch) zum Herumklettern. "Wenn nötig mit der Hand sichern, theoretische Belehrungen bringen wenig", erklärt Dornauer.
 

Ab 9 Jahre: Längere Bergwanderungen, Beginn der (spielerischen) Alpinausbildung

Die Körperkraft nimmt zu und die Kinder lernen Gefahren vorauszusehen. "Sie versuchen sich aufgrund des eigenen Gefahrenbewusstseins richtig zu verhalten und nicht, weil es befohlen oder verboten wird", berichtet Dornauer. "Abgelenkt sein ist eine der häufigsten Unfallursachen."

Ab 13 Jahre: Klettersteige, Kletterrouten, Firnfelder und Gletscherwanderungen möglich

"In diesem Alter können sich Kinder auch über einen längeren Zeitraum konzentrieren und Gefahrenquellen abstrakt analysieren", sagt Dornauer.

Nach einer Tour

"Kinder freuen sich, wenn sie nachlesen und herzeigen können, wo sie schon überall gewesen sind", so Dornauer. Er rät deshalb, mit den Kindern nach einer Tour ein Tourenbuch anzulegen.
 

Cornelia Schobesberger
Mai 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020