DRUCKEN

Abhilfe bei Seitenstechen

JoggerWelcher Läufer kennt das unangenehme Stechen in der seitlichen Bauchgegend nicht, das das Weiterlaufen oft unmöglich macht? Das Phänomen tritt laut Sportwissenschaftern immer nur bei Belastungen auf. Durch einfache Verhaltensregeln können Hobbysportler dem Schmerz aber vorbeugen und ihn schnell wieder loswerden, berichtet die Austria Presse Agentur (APA).

Theorien zur Entstehung des Stechens gehen von ganz unterschiedlichen Ursachen aus. Weil vermutlich mehrere Faktoren eine Rolle spielen, schließen sich die verschiedenen Erklärungsansätze aber nicht grundsätzlich aus.

Durchblutung

Seitenstechen kann unter anderem mit der Durchblutung zusammenhängen. Im Rahmen von körperlichen Aktivitäten kommt es laut Experten zur Umverteilung des Blutvolumens, so die APA. Blut wird dorthin gepumpt, wo es am meisten benötigt wird – also in die beanspruchten Muskeln, während die inneren Organe weniger versorgt werden. Dadurch kann es etwa zu Krämpfen in Leber, Magen und Darm kommen, was wiederum zum Seitenstechen führt. Die Beobachtung, dass Seitenstechen häufig bei vollem Magen und bei Untrainierten auftritt, spricht ebenfalls dafür.

Voller Magen

Einer anderen Theorie zufolge sorgt ein erhöhter Füllungsstand der Organe nach dem Essen für einen verstärkten Zug am Bandapparat des Bauchfells und der inneren Organe. Andere Ansätze messen dem Zwerchfell eine entscheidende Rolle zu, das sich verkrampft und dadurch das Stechen auslöst.

Vor allem Läufer

Seitenstechen kann bei allen Ausdauersportarten auftreten. Laut Experten sind aber am häufigsten Läufer betroffen, so die APA. Warum, ist auch hier nicht geklärt. Eine Erklärung könnte sein, dass durch die Erschütterungen beim Laufen Gase im Darm nach oben wandern.

Vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu Seitenstechen kommt, raten Experten, zwei bis drei Stunden vor der Belastung keine üppigen Mahlzeiten einzunehmen. Hat es einen dennoch erwischt, ist es am besten, eine Pause einzulegen oder die Belastung zu reduzieren, bis die Schmerzen vorbei sind. Ein Tipp lautet: Ganz tief einatmen, dabei nicht reden und unbedingt versuchen, aus dem Bauch und in den Bauch atmen. So wird die Zwerchfellglocke bei der Einatmung nach oben gedrückt, was zur Entspannung führt.

Mag. Christian Boukal
August 2009


Foto: APA

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020