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Vegetarische Bratwürste auf dem Prüfstand

Vegetarische Bratwürste auf dem PrüfstandFleischersatzprodukte aus Tofu, Soja- oder Weizeneiweiß stehen derzeit hoch im Kurs. Doch nicht alle sind so gesund, wie ihr Werbeimage verspricht. Vor allem der Salzanteil ist bei vielen Produkten beträchtlich. Das zeigt ein aktueller Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).

Getestet wurden elf vegetarische Bratwürste verschiedener Hersteller. Dabei spielten neben dem Salzgehalt unter anderem auch die Fettwerte und die mikrobiologische Qualität eine wichtige Rolle. Lediglich zwei Produkte wurden von den Testern als „gut“ eingestuft, neun erhielten ein „durchschnittlich“.

Lange Transportwege

Gute Gründe für Fleischverzicht gibt es viele, wie auch Verbraucherumfragen regelmäßig zeigen. Häufig genannt werden in diesem Zusammenhang nicht nur der Wunsch nach einer gesünderen Ernährung sondern auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Tatsächlich schneiden laut Konsument Fleischersatzprodukte in den Punkten Flächen- und Wasserverbrauch sowie CO2-Bilanz durchwegs besser ab als richtiges Fleisch. Allerdings mit Einschränkungen: Die in den aktuell geprüften Produkten verarbeiteten Sojabohnen etwa stammten überwiegend aus China und hatten damit zum Teil lange Transportwege hinter sich. Auch der industrielle Sojaanbau in tropischen Regionen gibt Anlass zu Kritik.

Starke Verarbeitung - hoher Fettanteil

Wem es dagegen um eine gesunde Ernährung geht, der sollte vor allem auf den Salzgehalt von Fleischersatzprodukten achten: Bei acht der elf getesteten vegetarischen Bratwürste lag er bei 1,5 Gramm pro 100 Gramm Bratwurst. Das entspricht in etwa dem Wert normaler Bratwürste. Nur drei Produkte wiesen deutlich niedrigere Anteile auf. Beim Fettgehalt fiel die Bilanz besser aus, doch auch hier gab es Produkte, deren Werte ähnlich hoch waren wie die herkömmlicher Bratwürste, so die Tester. Die starke Verarbeitung von Fleischersatzprodukten sowie zugesetzte Aromen und Gewürzextrakte wurden von den Testern ebenfalls beanstandet.

Oft weniger gesund als erwartet

Vegetarische Fleischersatzprodukte sind – entgegen ihrem Ruf – oft weniger gesund als gedacht und sollten deshalb nur ab und zu konsumiert werden. Eine ausgewogene vegetarische Ernährung ist auch auf anderem Weg möglich. Der Bedarf an Eiweiß kann beispielsweise problemlos über Eier, Getreide oder Hülsenfrüchte gedeckt werden.

Sämtliche Ergebnisse und Informationen zum – kostenpflichtigen – Test gibt es online unter www.konsument.at in der Oktoberausgabe der Zeitschrift Konsument.

Cornelia Schobesberger
Oktober 2013


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020