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"Functional Food" - voll im Trend der Zeit

Functional Food_Spritze sticht in TomateDer Trend zu „Funktionellen Lebensmitteln“ und „Gesundheit, die man essen kann“, boomt. Gesunde Lebensmittel sind beim Verbraucher gefragt wie nie.

Fast täglich verkünden Forscher neue Erkenntnisse über die Bedeutung von Nahrungsinhaltsstoffen zur Prävention chronischer Krankheiten. Diese Gruppe von „neuartigen Lebensmitteln“, versprechen dem Konsumenten einen gesundheitlichen Mehrwert: „Functional Food“ könnte dazu beitragen, den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern bzw. das Krankheitsrisiko zu reduzieren.

Mit einem Urteil über diese funktionellen Lebensmittel hält sich die Wissenschaft aber noch zurück, da Langzeiterfahrungen noch weitgehend fehlen. Am internationalen Lebensmittelmarkt wird aber bereits ein umfangreiches Sortiment solcher „neuartigen Lebensmittel“ angeboten. Der über die USA, Japan und England kommende Trend zu „Functional Food“ bildet bereits ein rasch wachsendes Segment im Lebensmittelbereich.

Zutaten weglassen, zusetzen, modifizieren

Für die Entwicklung eines funktionellen Lebensmittels, kann eine Zutat zugegeben, weggelassen oder auch modifiziert werden. Zu diesen Inhaltsstoffen zählen Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3- oder Omega-6-Fettsäuren, die den Cholesteringehalt regulieren und damit schützend auf Herz und Kreislauf wirken. Oder es wird eine besondere, ausgesuchte Zutat, z.B. ein bestimmter Mikroorganismus zugesetzt, wie das bei den Vorreitern am Markt, den probiotischen Milchprodukten der Fall ist.iese Lebensmittel sollen nicht nur Energie und Nährstoffe liefern. Sie sollen vielmehr dem Wunsch vieler Konsumenten nach „Essen mit zusätzlicher gesundheitlicher Funktion“ Rechnung tragen.

Probiotika: gezüchtete, lebende Mikroorganismen

Diese sogenannten probiotischen Milchprodukte haben bei uns schon länger Einzug in die Lebensmittelregale gefunden. Aber auch am Getränkesektor (sog. Wellness-Drinks) und in der Backwarenindustrie ist ein steigendes Angebot an Produkten mit „gesundheitlichen Zusatznutzen“ zu beobachten. Prognosen lassen erwarten, dass das Angebot in österreichischen Supermärkten noch erweitert wird.

Keine allgemeingültige Definition

Verwirrend aber ist, dass es für diese Lebensmittel bis heute keine allgemeingültigen Definitionen gibt. Der EU zufolge werden Lebensmittel als funktionell bezeichnet, wenn sie Inhaltsstoffe enthalten, die eine oder mehrere Körperfunktionen positiv beeinflussen.ür viele Verbraucher sind auch die zahlreichen Synonyme verwirrend. Einmal sprechen Lebensmittelfirmen von „Nutritional Food“, und ein anderes Mal von „Designer Food“, während Pharmafirmen wiederum von „Pharmafood“ oder „Medical Food“ sprechen. Weitere Begriffsbezeichnungen sind „Healthy Food“, „Wellness Food“, angereicherte Lebensmittel, diätetische Lebensmittel sowie Lebensmittel für besondere Personengruppen (Kinder, Schwangere, Sportler). All diese Synonyme fallen unter „Functional Food“.

Welche 'Funktionelle Lebensmittel`' werden am Österreichischen Markt bereits angeboten?

Wirksubstanz/TD>
Propagierte Wirkung
Beispiele
Probiotikapositive Beeinflussung der Darmflora
Milchprodukte, Müslis
Präbiotikavorteilhafte Bakterienarten im Darm werden gefördert
Joghurterzeugnisse, Müslis, Margarinen
Omega-3-Fettsäurenschützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Erfrischungsgetränke, Omega-Brot
Antioxidantienvermindern freie Radikale
A-C-E-Getränke, spezielle Gemüsemischungen
Kräuterauszügeverbessern das Wohlbefinden
Erfrischungsgetränke, Joghurterzeugnisse



Die Vorstellung, dass der Konsum von „Functional Food“ einen „Genuss ohne Reue“ ermöglicht, ist so reizvoll wie problematisch. Tatsache ist, dass sich viele von uns immer noch zu fett, zu süß und zu salzig ernähren sowie zu viel tierisches Eiweiß aufnehmen. Wenn wir hin und wieder eines dieser neuartigen „gesundheitsfördernden“ Lebensmittel konsumieren, dürfen wir jedoch noch keinen langfristigen gesundheitlichen Nutzen erwarten.

'Functional Foods' können und sollen eine gesunde und abwechslungsreiche Mischkost nicht ersetzen!

Wesentlich zielführender – und zudem auch kostengünstiger - ist es, eine genussvolle, abwechslungsreiche Ernährung im täglichen Speiseplan zu berücksichtigen.


Dipl. Diätologin Katharina Pfleger
August 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020