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Sushi im Test

Sushi im TestDie Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ (AKOÖ) kontrollieren jährlich die Qualität der in Linz und Umgebung angebotenen japanischen Spezialitäten. Die Kontrollen bewirken eine klare Verbesserung in puncto Hygiene- und Qualität, berichtet die AKOÖ. Von insgesamt zehn Sushi-Proben waren diesmal 70 % einwandfrei und lediglich 20 % wurden aufgrund deutlicher Mängel als wertgemindert beurteilt.

  

Von den zehn gezogenen Proben wurden sieben sowohl sensorisch als auch mikrobiologisch als einwandfrei befunden. Zwei Proben wurden zum Zeitpunkt der Untersuchung als wertgemindert beurteilt. Das schwarze Schaf im Test wies jedoch, wie bereits schon im Vorjahr, grobe Hygienemängel auf und lieferte Sushi-Qualität; die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist.

 

Michsäure- und Enterobakterien

 

Als Beanstandungsgrund sind bei einer dieser Proben ein erhöhter Gehalt an Milchsäurebakterien und darmbewohnenden Enterobakterien zu nennen. Die zweite als wertgemindert eingestufte Probe wies sowohl deutliche mikrobiologische Mängel (weit überhöhter Gesamtkeimgehalt) als auch sensorische Mängel auf.

Eine Probe wurde aufgrund schwerwiegender mikrobiologischer Mängel (Gehalt an im menschlichen Darm vorkommenden Enterobakterien deutlich über dem Warnwert sowie überhöhte Gesamtkeimzahl, Hefen und Lactobacillen). im Sinne des Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetzes als für den menschlichen Verzehr ungeeignet beurteilt, so die AKOÖ. Die bestimmungsgemäße Verwendbarkeit für den Verbraucher ist somit nicht mehr gewährleistet.

 

Qualität hat nichts mit dem Preis zu tun

 

Grundsätzlich sind die asiatischen Happen kein billiges Vergnügen. Doch wie der AK-Test zeigt, sagt der Preis nichts über die Qualität aus. Für 100 Gramm Sushi müssen zwischen 2,02 und 4,16 € bezahlt werden.

Insgesamt wurden zehn Sushi-Set Stichproben, bestehend aus Maki- und Nigiri-Sushi, bei unterschiedlichen Anbietern aus Linz und Umgebung gezogen. Unter Einhaltung der Kühlkette wurden die Proben zur sensorischen, mikrobiologischen und chemisch-physikalischen Analyse gebracht.

 

Was Sie über Sushi wissen sollten:

 

  • Sushi gibt es in verschiedenen Varianten: Die gängigsten hierzulande sind Nigiri-Sushi, meistens auf Speisekarten nur als „Sushi“ bezeichnet. Das sind mit Fisch oder anderen Zutaten belegte Reisröllchen.
  • Maki-Sushi, üblicherweise nur „Maki“ genannt, enthalten meistens Fisch oder Gemüse. Die Zutaten werden in Reis und einem Blatt Seetang mit Hilfe einer Bambusmatte eingerollt, die Rolle anschließend in Scheiben geschnitten.
  • Sushi und Maki werden weitgehend mit den gleichen Fischsorten zubereitet. Am häufigsten mit Lachs, Butterfisch, Thunfisch, oft noch mit Garnelen oder Surimi (Krebsfleischimitat aus Fischresten), seltener mit Heilbutt oder Makrele.
  • Zubereitung von Sushi sollte täglich frisch erfolgen. Arbeitsplatte, Arbeitsgeräte und Hände der Köche sollten sehr sauber sein.
  • Frischer Fisch „fischelt“ nicht, sondern riecht leicht nach Meer.
  • Das Filet sollte saftig und glänzend sein, ein Fingerdruck sollte nicht im Fleisch zurückbleiben.
  • Sushi, das mitgenommen wird, sollte kühl transportiert und am selben Tag verzehrt werden.
  • Kinder, ältere Menschen und Personen mit empfindlichem Magen sollten generell auf den Genuss von Sushi und Maki generell verzichten.
  • Für Schwangere gilt besonders zu beachten, dass roher Fisch, auch bei einwandfreier Verarbeitung, für das Ungeborene schädliche Keime enthalten kann.

 

Das Testergebnis finden Sie unter www.ooe.konsumentenschutz.at  



Mag. Christian Boukal

Sepetember 2014


Foto: Bilderbox








Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020