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Ostereier: Natürlich bio

Ostereier natürlich bioIn Österreich werden jährlich etwa 1,9 Milliarden Eier verbraucht, berichtet „die umweltberatung“, der Verband Österreichischer Umweltberatungsstellen in Wien. Auch wenn die Verpackungen oft glückliche Hühner am Bauernhof suggerieren, stammen die meisten Eier aus Käfig- oder Bodenhaltung.

Nur Hühner, die in Freiland- oder kontrolliert biologischer Haltung leben, können als glückliche Hühner bezeichnet werden. Sie haben reichlich Auslauf, haben die Möglichkeit zu scharren und können Nester bauen oder ein Sandbad nehmen.

Käfighaltung in Österreich verboten

In Österreich ist seit 2009 die Käfighaltung verboten, während sie in der EU noch bis 2011 gestattet ist. So können importierte Hühnereier oder Produkte daraus weiterhin aus Käfighaltung stammen. Diese Haltung kommt dem Produzenten am billigsten: Tausende Hühner werden in kleinsten Käfigen gehalten und einem Huhn steht nur eine Fläche von etwa 550 Quadratzentimetern – der Größe eines A4-Blattes – zur Verfügung, so „die umweltberatung“. Die Käfige stehen in meist drei- bis fünfstöckigen Reihen. Die Bedingungen sind für die Tiere gesundheitsschädlich und eine medikamentöse Behandlung oft unvermeidlich.

Bodenhaltung nicht tiergerecht

Auch die Bodenhaltung ist laut „umweltberatung“ nicht artgerecht. Dabei werden die Tiere in fensterlosen Hallen unter künstlicher Beleuchtung gehalten. Sie dürfen nie ins Freie und sehen ihr Leben lang kein Tageslicht. Der Großteil des Bodens besteht aus Latten- oder Gitterrosten. Pro Quadratmeter sind neun Tiere erlaubt. Auf Grund des Platzmangels werden die Tiere oft aggressiv und verletzen sich gegenseitig, wenn ihnen nicht auf schmerzhafte Weise die Schnäbel gestutzt werden.

Freilandhaltung

Bei der Freilandhaltung hat jedes Huhn tagsüber freien Auslauf. Der Stall ist mit Tageslicht ausgeleuchtet, die Hühner können scharren und ihre Eier direkt in Nester legen. Sitzstangen sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Tiere können ihren natürlichen Trieben folgen und sind dadurch artgerecht gehalten. Jedem tierschutzgeprüften Freilandhuhn stehen zehn Quadratmeter zur Verfügung.

Hühner aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft

Hühner in Betrieben der kontrolliert biologischen Landwirtschaft erhalten täglich biologisches, biotechnikfreies Futter. Auch die Hühner in der biologischen Landwirtschaft dürfen sich artgerecht verhalten: Sie können Nester bauen, scharren und ihrer Lieblingsbeschäftigung – dem Picken – nachgehen, so „die umweltberatung“. Die Größe von Stall und Auslauffläche sind gesetzlich geregelt. Pro Quadratmeter Stall dürfen höchstens sechs Hennen gehalten werden, jedem Tier müssen vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung stehen.

Eier-Code

Ostereier_FOTO_die umweltberatungSeit 2004 werden Eier mit einem Code gekennzeichnet. Dieser gibt Auskunft über Haltungsform, Herkunftsland, Produktionsbetrieb und Haltbarkeit.
Der Code hat die Form

0-AT-1234567
MHD 05.04.10

0 bedeutet, das Ei stammt aus biologischer Haltung. Steht eine 1 vor dem Ländercode AT, stammt es aus konventioneller Freilandhaltung, bei einer 2 wurde die Legehenne in Bodenhaltung gehalten, 3 bedeutet Käfighaltung.
Die Zahlen nach dem Ländercode (AT=Österreich) ist der Erzeuger-Code. MHD schließlich gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum an.

Haltbarkeit und Lagerung

Eier können durchaus auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zum Kochen oder Backen verwendet werden, so „die umweltberatung“. Verdorbene Eier sind am Geruch zweifelsfrei zu erkennen.
Wenn Eier mit der Spitze nach unten im Kühlschrank gelagert werden, halten sie länger.
Gekochte Eier halten im Kühlschrank etwa 14 Tage.
Bio-Eier haben einen deutlich höheres Dottergewicht und sind garantiert biotechnikfrei.

Mag. Christian Boukal

März 2010

Foto: bilderbox, „die umweltberatung“


Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020