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Nahrungsmittelergänzungen: 60 Prozent beanstandet

Nahrungsmittelergänzungen: 60 Prozent beanstandetDie oberösterreichische Lebensmittelaufsicht hat Nahrungsmitteler-gänzungen auf Zusammensetzung und Einhaltung der Kennzeichnungspflicht hin überprüft. Dabei wurden 60 Prozent der 37 Proben beanstandet.

Der größte Teil der Beanstandungen betrifft unzureichende Kennzeichnung, gefolgt von Beanstandungen wegen der Nahrungsergänzungsmittelverordnung und krankheits- und gesundheitsbezogener Angaben. Bei den beanstandeten Produkten handelt es sich vor allem um Spurenelemente und Vitaminpräparate, zwei davon sind speziell für Kinder vorgesehen.

Nicht gesundheitsgefährdend

Die getesteten Produkte waren zwar in keinen Fällen gesundheitsgefährdend oder –schädigend. In den meisten Fällen beanstandete die Behörde aber den Gehalt an Nährstoffen, der zu gering sei, um sich auf den täglichen Bedarf auszuwirken oder gar zur Vorbeugung von Krankheiten beizutragen. Diese Art der Kennzeichnung sei geeignet, Konsumenten zu täuschen, so die Lebensmittelaufsicht.
„Weder Aufmachung, noch Kennzeichnung oder Werbung dürfen den Eindruck erwecken, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ersetzen kann“, stellte Konsumentenschutz-Landesrat Rudi Anschober fest.

Ausgewogene Ernährung

Wer auf seine Gesundheit Wert legen will, sollte besser auf eine ausgewogene Ernährung achten. Ausreichend Flüssigkeit und täglich etwa fünf Portionen Obst, Hülsenfrüchte oder Gemüse sind völlig ausreichend. Getreide, Brot, Nudeln sowie Erdäpfel sollten ebenfalls in ausreichender Menge verzehrt werden – vier Portionen zu 50g entsprechen dem täglichen Bedarf. Mit Süßem, Fettigem und Salzigem hingegen sollte sparsam umgegangen werden, ebenso mit rotem Fleisch. Unerlässlich für eine ausgewogene Ernährung sind Milchprodukte (etwa drei Portionen täglich), so die Behörde.
„Obst und Gemüse schmecken nicht nur gut, sie haben darüber hinaus positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem und senken das Schlaganfallrisiko“, so Anschober. „Darüber hinaus senkt eine ballaststoffreiche Ernährung nachweislich das Darmkrebsrisiko. Wer sich dazu noch ausreichend bewegt, kann bedenkenlos auf Nahrungsergänzungsmittel verzichten.“

Obst und Gemüse aus heimischer Produktion

Im Sommer sei es einfach, durch das Angebot an heimischem Obst und Gemüse den Nährstoffbedarf zu decken. Aber auch im Winter ist das möglich. Wer Abwechslung liebt, aber zugunsten des Klimaschutzes auf den Konsum von weit gereisten Frischprodukten verzichten will, kann auf Tiefkühlprodukte zurückgreifen. „Lebensmitteluntersuchungen bestätigen immer wieder, dass der Vitamingehalt von im Handel erhältlichen tiefgekühlten Produkten im Vergleich zu frischen nur unwesentlich verringert wird. Auch im Winter kann man also auf ausreichende Nährstoffzufuhr durch eine ausgewogene Ernährung vertrauen“, so der Landesrat.

Die ernüchternde Ergebnisse der Untersuchung sollen die Produzenten veranlassen, die aktuellen Mängel zu beheben. Eine Wiederholung der Untersuchungen in einigem zeitlichen Abstand ist bereits vorgesehen. „Bis dahin müssen die Verbesserungen greifen“, so Anschober.

Mag. Christian Boukal

August 2010

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020