DRUCKEN

„Transfette-Verordnung“ unterschrieben

Fettiges KipferlStrenge Grenzwert für Transfette in Lebensmittel sind am 20. August 2009 amtlich gemacht worden. Gesundheitsminister Alois Stöger hat eine dementsprechende Verordnung unterschrieben und gilt ab Kundmachung. Die neuen Vorschriften treten am 1. September oder am 1. Oktober in Kraft. Das hängt vom Zeitpunkt der Veröffentlichung ab, berichtet die Austria Presse Agentur (APA).

Die „Österreichische Trans-Fettsäuren Verordnung“ betrifft Fette und Öle sowie Lebensmittel, die daraus hergestellt werden. Enthalten sie mehr als zwei Prozent künstlich hergestellte Transfettsäuren (TFS), sind sie künftig verboten. 

Zusammengesetzte Lebensmittel

Bei zusammengesetzten Lebensmitteln mit einem Fettgehalt von weniger als 20 Prozent soll ein Transfettsäuregehalt von bis zu vier Prozent erlaubt sein. Österreich ist somit nach Dänemark das zweite EU-Land mit solch einer Begrenzung. Seit 2008 hat auch die Schweiz ein Transfettgesetz, so die APA. 

TFS sind gefährliche Fette

„Künstliche Transfettsäuren sind gefährliche Fette. Sie haben in Lebensmitteln keine notwendige Funktion, fördern aber vor allem Herzkreislauf-Erkrankungen“, so Stöger. Aus Sicht des Ministers ist die Begrenzung der Transfettsäuren in Lebensmitteln „eine seit Jahren überfällige Maßnahme zum Gesundheitsschutz“, berichtet die APA. Zwar habe die Lebensmittelwirtschaft in den vergangenen Jahren viel zur Reduktion der Transfette getan, dies sei aber leider nicht durchgängig der Fall gewesen. 

Vor allem in Frittiertem und in Backwaren

Transfette kommen vor allem in frittierten Produkten und Backwaren vor. Sie haben ihren Ursprung in der künstlichen Härtung von Fetten und entstehen auch beim Frittieren. Wer beispielsweise oft Süßspeisen wie Plunder oder Croissants oder auch deftigere Mahlzeiten wie Schnitzel und Pommes frites konsumiert, erhöht das Risiko eines Herzinfarkts. 

Nicht mehr als drei Gramm pro Tag

Mediziner raten, dass etwa Kinder Kinder pro Tag nicht mehr als 1,5 Gramm Transfette zu sich nehmen sollen. Für Erwachsene gilt die doppelte Menge als Grenze zum Ungesunden. Österreich hat nun den strengeren Grenzwert eingeführt. 

Höheres Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Experten sind sich einig, dass ein höheres Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten die Folge von zu hohem Konsum von Transfetten ist. Andere Folgen werden ebenfalls nicht ausgeschlossen. Diskutiert werden sie auch im Zusammenhang mit manchen Krebsformen und Diabetes. 

Lage bei Streichfett und Öle verbessert

Eine positive Entwicklung gab es in den vergangenen Jahren: Die früheren Hauptlieferanten an Transfettölen, nämlich Streichfette und Öle, haben laut Arbeiterkammer größtenteils nur mehr einen Transfett-Anteil von einem Prozent. 

Natürliche Transfette

Transfette entstehen übrigens auch auf natürlichem Weg. In Butter sind manchmal bis zu sechs Prozent zu finden. So sollte ganz allgemein mit Fetten hausgehalten und insgesamt weniger davon sowie vielfältig gegessen werden. Damit reduziert sich auch die Menge der Transfette.

Mag. Christian Boukal

August 2009

Foto: APA 

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020