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Heidelbeerjoghurts: „Falsche Früchtchen“

HeidelbeerjoghurtDer Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 17 Heidelbeerjoghurts getestet. Ergebnis: Es kommt nicht überall nur Natur rein. Lediglich vier Produkte kommen ohne Aromazusätze aus.

Ein einziges getestetes Produkt entspricht aufgrund seiner Zusammensetzung der herkömmlichen Vorstellung eines Heidelbeerjoghurts. Es enthält – mit Ausnahme des Stabilisators Pektin – nur Joghurt, 12 Prozent Heidelbeeren und Zucker. Mickrige 2,9 Prozent Heidelbeeren stecken laut VKI in einem anderen Produkt, dafür aber jede Menge Aromazusätze und die färbenden Konzentrate schwarze Karotte und rote Bete. Ein weiteres Joghurt hilft dem Geschmack mit Zitronensaftkonzentrat nach, zwei fügen Johannisbeersaft, zwei Holundersaft bei. Das Joghurt eines Herstellers erzielte im Gesamturteil die Bestnote - und ist zugleich das billigste Produkt im Test.

Kleine Schrift

Kritik gibt es für die Schriftgröße bei den Verpackungsaufschriften. „Diese sind häufig einfach zu klein“, sagt VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. „Bei Packungsgrößen zwischen 200 bis 1.000 Gramm muss die Schrift für die Nettofüllmenge zumindest vier Millimeter groß sein.“ Bei einem Produkt seien es beispielsweise gerade einmal 3,3 Millimeter.

Import und Erzeugung

Die Liste der Herkunftsländer der Heidelbeeren ist lang. Die blauen Beeren werden unter anderem aus Kanada, Polen, Russland, der Ukraine und den USA importiert. Offenbar reichen die heimischen Ressourcen nicht aus, so der VKI. Wenige Unterschiede gibt es dagegen beim Erzeugungsort: Die Joghurt- und Fruchtzubereitung erfolgt größtenteils in Österreich. Wer zumindest bei Milch und Zucker Wert auf heimischen Ursprung legt, kann sich am AMA-Gütezeichen oder am roten AMA-Biozeichen orientieren.

Details zum Test gibt es auf www.konsument.at und in der Novemberausgabe des Testmagazins „konsument“.

Cornelia Schobesberger
November 2011


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020