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Ballast zugunsten der Gesundheit

Ballast zugunsten der GesundheitDen wenigsten Menschen ist bewusst, dass Ballaststoffe in der Nahrung mindestens ebenso wichtig sind, wie Vitamine und Nährstoffe, berichtet der deutsche Mediendienst obx-medizindirekt.

Ballaststoffe: Das klingt nach unnütz oder entbehrlich. Dabei braucht der Mensch sie zum Überleben. Denn Ballaststoffe bewahren ihn vor Herzinfarkt und Bluthochdruck, vor Gallensteinen, Verstopfung und Krampfadern, vor Diabetes, Blinddarmentzündung und Dickdarmkrebs. Noch im Jahr 1800 verzehrten die Menschen hierzulande täglich fast ein Kilo Vollkornbrot – etwas anderes gab es damals nicht. Und sie nahmen allein durch Brot 100 Gramm Ballaststoffe pro Tag auf. Heute kommt der Mensch täglich auf gerade einmal 20 Gramm Ballaststoffe insgesamt. Vergeblich mahnen Ernährungswissenschaftler, dass wir am Tag wenigstens 30 Gramm davon aufnehmen sollten.

Vollkorn ist die bessere Wahl

Für die „Auffettung“ der Ballaststoffbilanz, sollte mehr Pflanzenkost, etwa Getreideprodukte und Brot, Obst, Gemüse und Kartoffeln gegessen werden, empfehlen Ernährungswissenschaftler. Natürlich kann man auch mit Weißbrot, Baguette und Ciabatta seinen Ballaststoffbedarf decken. Rein rechnerisch zumindest. Allerdings wird das Weißmehl, damit es eben schön weiß bleibt und nicht so rasch verdirbt, von seinen wichtigen Randschichten befreit, die lebenswichtige Wirkstoffe enthalten, und kommt als Typ 405-Mehl in den Handel. Fast die Hälfte des Weizen- oder Roggenkorns landet als Kleie hauptsächlich im Fresstrog der Zuchtschweine.

Ein Gewinn für die Gesundheit

Es gibt ungefähr zwanzig verschiedene Ballaststoffe, die teilweise verwirrend fremdartige Namen haben und die vor allem in Früchten, Gemüse, Salaten, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Nüssen und Vollkornprodukten stecken, so obx-medizindirekt. Zum Beispiel Zellulose und Pektin, Glukane, Hemizellulosen oder Lignin. Also sollten Sie bei jeder Mahlzeit, möglichst fünfmal am Tag, Früchte und Salat auf den Tisch bringen. Etwa eine Tomate zum Frühstück, eine Orange mittags als Nachspeise, Gurke oder Rettich am Abend. Zwischendurch eine Banane oder eine Grapefruit. Wenn Sie Brot essen, sollten Sie unbedingt Vollkornprodukte wählen. Die enthalten Inulin, Flohsamen, Leinsamen und Guar, Pflanzengummis und Algenstoffe.

Lösliche und unlösliche Ballaststoffe

Die Ballaststoffe werden in zwei große Gruppen unterteilt, die beide für die Gesundheit unentbehrlich sind. Die unlöslichen Ballaststoffe binden vor allem Wasser und passieren den Körper beinahe unverändert. Sie wirken sich jedoch positiv auf die Verdauung aus. Die löslichen Ballaststoffe dagegen dienen wichtigen Bakterien als Nahrung und entfalten unschätzbare gesundheitliche Wirkungen: Sie schützen vor Krebs und Gallensteinen, sie regulieren den Blutzucker und senken das schlechte LDL-Cholesterin.

Herzinfarktrisiko sinkt

Ballaststoffe bekämpfen übrigens auch das Übergewicht. Denn sie bremsen die Fettverdauung des Menschen, indem sie einen Teil des Nahrungsfettes an sich binden und ungenutzt wieder nach außen befördern. Außerdem verzögern Ballaststoffe die Aufspaltung der so genannten komplexen Kohlenhydrate aus Getreide, Hülsenfrüchten, Sojabohnen, Kartoffeln oder Nüssen. Dies führt zu sehr langsam ansteigenden Insulinspiegeln. Dadurch kommt es auch nicht zu schädlichen Blutzuckerspitzen, die Arterienverkalkung und Herzinfarkt fördern. Wenn Sie es schaffen, Ihren Ballaststoffverzehr um zehn Gramm täglich zu erhöhen, kann Ihr Herzinfarktrisiko dadurch um rund 20 Prozent sinken.

Tipps

obx-medizindirekt gibt noch ein paar Tipps zur Aufnahme von Ballaststoffen:

  • Essen Sie möglichst oft Kartoffeln. Diese sind besonders wertvoll als Kartoffelsalat oder Bratkartoffeln. Wenn sie vor der Weiterverarbeitung erst einmal erkalten, enthalten sie „resistente Stärke“, die nicht vom Körper, sondern von Bakterien verdaut wird. Dadurch werden Krebs erregende Bestandteile der Nahrung unschädlich gemacht.
  • Nüsse enthalten nicht nur wertvolle Fettsäuren, sondern auch lösliche und unlösliche Ballaststoffe.
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen oder Kichererbsen sollten in keinem Ernährungsplan fehlen. Sie bringen wertvolles pflanzliches Eiweiß und einen hohen Anteil an löslichen Ballaststoffen.
  • Haferflocken enthalten Glukane, das sind Ballaststoffe, die das LDL-Cholesterin besonders stark senken und den Blutzucker normalisieren.
  • Trinken Sie ausreichend Mineralwasser, Fruchtschorle oder Kräutertees, vor allem, wenn Sie konzentrierte Ballaststoffe wie Kleie oder Guar (eine Bohnenart) einnehmen.


Mag. Christian Boukal
Juli 2013


FOTO: obx-medizindirekt

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020