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Paprika: Ampelfarben für die Gesundheit

Paprika: Ampelfarben für die GesundheitOb rot, gelb oder grün – egal in welcher „Ampelfarbe“ Paprika verzehrt werden: Alle Paprika-Sorten haben eines gemeinsam – sie sind wahre Schatzkammern für die Gesundheit, berichtet der deutsche Mediendienst obx-medizindirekt.

Welches Obst und Gemüse enthält am meisten Vitamin C? Die spontane Antwort ist meistens: Orangen und Zitronen. Und das ist falsch. Königin des Vitamin C ist der Paprika. Sein Vitamin C-Gehalt pro 100 Gramm liegt zwischen 120 und 400 Milligramm. Bei Zitronen sind es lediglich 34. Deshalb liefern Paprikas selbst in gedünsteter Form noch mindestens viermal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte. Paprika signalisiert in allen „Ampelfarben“, in grün, in gelb und selbst in rot: freie Fahrt für Gesundheit.

Aus Mexiko

Paprikas kommen aus Ungarn – auch diese landläufige Meinung ist falsch. Paprika ist zwar aus der ungarischen Küche nicht wegzudenken. Importiert wurde er einst auch dorthin – und zwar aus Mexiko. Heute zählt der Paprika als Gemüse und Pulver als wichtigstes Würzmittel zu den klassischen Zutaten für berühmte ungarische Spezialitäten: Von Kesselgulasch bis Pörkölt, von Schmorfleisch bis paprizierte Schweinsrippen, Rostbraten oder Letscho.

Sekundäre Pflanzenstoffe

In Sachen Gesundheit ist die Paprika eine wahre Schatzkammer. Zu den Inhaltsstoffen zählt beispielsweise das Vitamin P, das heute nicht den Vitaminen, sondern den gesundheitlich wichtigen sekundären Pflanzenstoffen, den Oligomeren Procyanidinen (OPC) zugerechnet wird. OPC sollen die Gesundheit der Blutgefäße fördern, weil sie ihre Durchlässigkeit regeln.
Dieses „Vitamin P“ kann die Blut- und Lymphgefäße stärken, den Aufbau von Bindegewebe unterstützen, Entzündungen und Allergien entgegenwirken und den Hormonhaushalt normalisieren helfen. Im Zusammenspiel mit Vitamin C werden alle diese Wirkungen noch verstärkt. Und Paprika enthält beides reichlich.

Auf die Form kommt es nicht an

Paprika gibt es heute in den unterschiedlichsten Formen, spitz oder dreieckig, trapezförmig und kugelig, in allen Maßen – von der Größe eines Fingernagels bis zur Faustgröße – und allen Schärfegraden, von süß bis brennend scharf. Der Capsaicin genannte Stoff, der die Schärfe ausmacht, gilt als besonders anregend auf sämtliche Verdauungsdrüsen. In der Medizin wird er sogar als Schmerzmittel, zum Beispiel bei Gürtelrose, eingesetzt. Paprika-Gewürzpulver führt ebenso wie der Verzehr von Gemüsepaprika zur Verbesserung einer gesunden Bakterienbesiedelung im Darm.

Grün ist unreif

Paprika hat das ganze Jahr Saison, vor allem dann, wenn Freilandsalate nicht zu haben sind. Grüne Paprika sind noch unreife Schoten mit relativ wenig Aroma. Gelbe, orangefarbene und rote bis auberginenfarbene Schoten sind reifer und werden wegen ihres aromatischen Geschmacks bevorzugt in Salaten verwendet. Aufgrund der im vergangenen Jahr zum Teil festgestellten hohen Pestizid-Belastung von Paprika empfehlen Verbraucherzentralen, auf den Kauf von Paprika aus der Türkei und aus Spanien vorläufig zu verzichten; Bioware oder Importe aus anderen Ländern erwiesen sich bei den Untersuchungen als kaum oder gar nicht belastet, so obx-medizindirekt

Ausreichen Licht und Wärme

In seiner Ursprungsheimat Mexiko lässt sich die Geschichte des auch in gemäßigten Zonen wachsenden tropischen Nachtschattengewächses bis auf tausend Jahre zurückverfolgen. Paprika gedeiht vor allem in Regionen, in denen ausreichend Licht und Wärme zur Verfügung stehen. Deshalb können nur fünf Prozent des deutschen Verbrauchs aus einheimischen Züchtungen gedeckt werden.

Inhaltsstoffe

Das steckt in 100 Gramm Paprika (jeweils pro 100 Gramm):
Vitamin C 120 bis 400 mg
Vitamin B1 9,07 mg
Vitamin B2 0,07 mg
Niacin 0,40 mg
Vitamin E 0,70 mg
Kalium 213 mg
Kalzium 10 mg
Magnesium 12 mg
Kalorien 24 kcal

Capsaicin machts scharf

Ein Stoff namens Capsaicin ist es, der den Chilischoten, einer Sonderform der Paprika, die Schärfe verleiht. Es sitzt vor allem in den weißlichen Scheidewänden im Inneren der Chilis, weniger im roten Fruchtfleisch. Der Schärfegrad von Paprikas wird auf einer Skala von 0 bis 10 eingeteilt: Gemüsepaprikas haben 0, Peperoni und Peperoncini 3 bis 6, Cayenne und Piripiri 7 bis 9. Zehnergrade wie die Sorten Habanero oder Scotch Bonnet sind hierzulande kaum gefragt.

Das Schärfegefühl beim Essen entsteht, weil das Capsaicin an den Schleimhautzellen Rezeptoren beeinflusst, die Hitzeschmerzen wie bei Verbrennungen auslösen. Allerdings entsteht nur das Gefühl einer Verbrennung, keine wirkliche Verletzung. Aber es stimmt dann natürlich, wenn man sagt: „Diese Chilis brennen wie die Hölle.“

Mag. Christian Boukal
November 2012


FOTO: obx-medizindirekt

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020