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Frankfurter-Würstel auf dem Prüfstand

Frankfurter-Würstel auf dem PrüfstandDer Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat für die Mai-Ausgabe des Testmagazins Konsument Österreichs beliebteste und meistverkaufte Würstel unter die Lupe genommen. Ergebnis: Vier Produkte waren am letzten Tag der Mindesthaltbarkeitsfrist verdorben.

Insgesamt 34 Frankfurter standen im Wettbewerb gegeneinander. Die wichtigsten Ergebnisse: Frankfurter sind entgegen ihrem Image keineswegs leichte Kost, nicht immer ist dort, wo mit österreichischer Qualität geworben wird, auch ausschließlich heimisches Fleisch enthalten und vier Produkte waren am letzten Tag der Mindesthaltbarkeitsfrist verdorben.

Nicht mehr für Verzehr geeignet

Zu den Testverlierern zählen laut VKI aufgrund zu hoher Keimzahlen zwei prominente Biomarken sowie Erzeugnisse zweier Produzenten. Die Proben waren zwar nicht gesundheitsschädlich, für den Verzehr aber nicht mehr geeignet. „Folglich raten wir dazu, Frankfurter am besten nicht bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum zu lagern“, so VKI-Geschäftsführer Ing. Franz Floss. „Warnsignale für verdorbene Ware sind ein schmieriger Belag auf der Oberfläche und ein säuerlicher Geruch.“

Listerien und Salmonellen waren im Rahmen des Tests nicht nachweisbar. Bei der Verkostung durch Experten und Laien fielen die Erzeugnisse großteils positiv auf - darunter auch die drei Testsieger. Diese liegen zudem mit 0,88 bis 1,00 Euro/100 Gramm im preislichen Mittelfeld.

Deftige „Zwischenmahlzeit“

Reichlich fündig wurden die VKI-Ernährungswissenschafter beim Salz. Am mildesten waren die Frankfurter eines Hersteller mit 1,7 Gramm Kochsalz pro 100 Gramm - äußerst salzig dagegen die Würstel zweier anderer mit jeweils 2,4 Gramm Kochsalz. Letztere decken pro Paar bereits nahezu zwei Drittel der zuträglichen Menge an Salz ab. Dass Frankfurter keine Fastenspeise sind, zeigt sich zudem beim Fettgehalt: „Etwa die Hälfte der Produkte besteht zu rund einem Viertel aus Fett. Von einer ,kleinen Zwischenmahlzeit' kann also nicht mehr die Rede sein", erläutert VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. Relativ mager und dennoch gut bewertet wurden die Frankfurter eines Herstellers mit nur acht Prozent Fett.

„Heimische“ Ware

Bei rund einem Drittel der getesteten Frankfurter fand sich laut VKI die Auslobung „hergestellt in“ oder „Qualität aus Österreich“. „Das kann viel heißen, muss es aber nicht. Mit dem Mascherl ‚aus Österreich' darf sich ein Produkt nämlich bereits dann schmücken, wenn 50 Prozent der Wertschöpfung im Inland erfolgen", erklärt VKI-Geschäftsführer Floss. „Eine Garantie, dass tatsächlich österreichisches Fleisch verarbeitet wurde, bieten derzeit nur das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biozeichen mit Herkunftsgarantie.“ Von 34 getesteten Frankfurtern wurden zwölf nach den AMA-Gütesiegel-Richtlinien produziert, darunter ein Testsieger-Produkt.

Cornelia Schobesberger

Mai 2011

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020