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Transfettsäuren

Chips in einer GlasschüsselTransfettsäuren (TFS) gelten als gesundheits-gefährdend, wenn sie im Übermaß aufgenommen werden. Laut wissenschaftlichen Studien wirken sie sich besonders ungünstig auf den Cholesterinspiegel aus, erhöhen das (schlechte) LDL-Cholesterin und erniedrigen das (gute) HDL-Cholesterin, sodass das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt.

Vorkommen & Auswirkungen

Allerdings muss in Bezug auf die Auswirkungen auf unsere Gesundheit unterschieden werden, ob die Transfettsäuren

  • natürlichen Ursprungs sind (im Pansen von Wiederkäuern, zum Beispiel Milch, Milchprodukte, Fleisch, Fleischprodukte),
  • künstlich bei der Härtung von Pflanzenfetten erzeugt wurden oder
  • durch langes Erhitzen von Fett entstanden sind (Frittierprozesse).

Zu beachten ist, dass die im Wiederkäuerfett enthaltenen natürlichen Transfettsäuren mit den negativen Effekten von Transfettsäuren nicht mehr in Verbindung gebracht werden.

Kennzeichnung

Für den Konsumenten ist es schwierig, Produkte nach ihrem Transfettsäurengehalt zu unterscheiden, nachdem in Europa (außer in Dänemark) keine Deklarationspflicht besteht. Der Ausdruck „enthält pflanzliche Fette gehärtet“ kann, muss aber nicht, ein Hinweis auf darin enthaltene Transfettsäuren sein.

Zu beachten ist außerdem, dass ein und dasselbe Produkt (z.B. Popcorn) je nach Hersteller einen unterschiedlichen Transfettsäurengehalt aufweisen kann. Besonders Backwaren stellen eine in sich sehr unterschiedliche Gruppe dar. Es gibt niedrige aber auch relativ hohe TFS-Gehalte, was leider für den Kunden nicht erkennbar ist.

TFS-Gehalt der verschiedenen Lebensmittelgruppen

Mittlerweile wurden aber auch in Österreich Produktuntersuchungen bezüglich des Gehalts der Transfettsäuren gemacht (zum Beispiel vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien im Auftrag der AK).

Margarinen und andere Fette

Bei den meisten Haushaltsmargarinen hat sich der Gehalt an TFS in den vergangenen Jahren stark gebessert, Industriemargarinen (z.B. Ziehmargarinen für Backwaren) und Frittierfette erweisen sich aber noch immer als problematisch.

Süßwaren, Kekse und andere Produkte

Der Gehalt an TFS in dieser Produktgruppe ist abgesehen von einzelnen Produkten (Haferkeks, Butterkeks) relativ gering (unter einem Prozent).

Auch bei den süßen Brotaufstichen sind durch Veränderungen der Rezepturen keine relevanten TFS-Quellen mehr feststellbar.

Backwaren

In dieser Produktgruppe gibt es sicherlich den größten Handlungebedarf. Vor allem Produkte (Croissants, Frühstückskipferl, Topfengolatschen, Donuts) größerer Firmen weisen zu hohe TFS-Werte auf. Hinzu kommt, dass diese Produkte in Österreich gerne gegessen werden und ganz allgemein sehr viel Fett liefern.

Frittierte Produkte und Fast Food

Erfreulicherweise reduziert sich der Einsatz von teilhydrierten Fetten in der Fast Food Industrie – allerdings nicht überall.

Hinzu kommt, dass Fast Food Produkte generell sehr fettreich sind, und ein häufiger Konsum dieser Produkte neben anderen ernährungsphysiologischen Konsequenzen auch zu einer hohen Transfettaufnahme führen.

Tipps zur praktischen Umsetzung

  • Reduzieren Sie den Fettgehalt in Ihrer Nahrung — so sparen Sie auch Transfettsäuren.
  • Schränken Sie den Genuss von Backwaren, Fast Food, Snacks, Keksen und frittierten Produkten ein.
  • Wählen Sie fettarme Zubereitungsmöglichkeiten und vermeiden Sie Paniertes und Frittiertes.
  • Verwenden Sie in der Küche hochwertige Pflanzenöle, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind (zum Beispiel Rapsöl, Sonnenblumenöl, …)
  • Als Streichfett eignet sich Butter oder Diätmargarine in kleinen Mengen!
  • Der Genuss von süßen Brotaufstrichen (Haselnusscreme etc.) sollte die Ausnahme sein.


Diätologin Agnes Ablinger

September 2009

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020