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Zu wenig Fett

Nüsse Zu wenig Fett ist genauso schädlich wie zuviel. Zuviel Fett macht dick. Doch zu wenig Fett ist auch nicht gesund, denn dann wird die Immunabwehr geschwächt, der Hormonhaushalt kommt durcheinander. Das „gute“ HDL-Cholesterin sinkt und der Körper nimmt zu wenig Vitamine auf.

Fettlösliche Vitamine

"Die Aufnahme von 40 Gramm Fett pro Tag ist durchaus normal", erklärt die Ernährungsexpertin Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer gegenüber der Austria Presse Agentur (APA). Fett ist für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D und K lebenswichtig. Vitamin D zum Beispiel schützt den menschlichen Körper vor Infektionen und Krebserkrankungen.

Nur in Ausnahmefällen

Zu geringe Fettzufuhr bringt den Hormonhaushalt durcheinander und schwächt auch die Immunabwehr. Deswegen sollte eine tägliche Aufnahme von 30 Gramm nur in Ausnahmefällen unterschritten werden. Allerdings werden in den Industrieländern durchschnittlich 100 bis 160 Gramm Fett täglich verzehrt, was eindeutig zu viel ist.

Kein Erfolg mit fettfreien Diäten

Fettfreie Diäten gehen am Erfolg vorbei, wenn nicht auch die Kalorienzufuhr gesenkt wird, so Kiefer. Gerade das enthaltene Fett macht in vielen Speisen den Geschmack aus. Fehlt dieser Geschmacksträger, so ist auch die Schmackhaftigkeit der Diät-Speisen sehr limitiert. Deswegen würden auch viele Abnehmwillige schnell aufgeben, meint die Ernährungsexpertin.

Fett umrechnen

Der tägliche Fettkonsum lässt sich recht einfach aus den Angaben auf den Lebensmittelverpackungen errechnen. Bei Milch bedeuten 3,6 Prozent Fett, dass in 100 Milliliter Milch 3,6 Gramm Fett enthalten sind.

Schwieriger ist die Umrechnung bei festen Milchprodukten — zum Beispiel Käse — , weil hier die Angabe als „Fettgehalt in der Trockenmasse“ (Fett i. Tr.) angegeben ist. So enthalten 100 Gramm Topfen mit 40 Prozent Fett i. Tr. ungefähr 22 Gramm Fett. Hingegen entsprechen 100 Gramm Hartkäse mit 40 Prozent Fett i. Tr. aber rund 22 Gramm Fett, weil Käse viel weniger Wasser enthält. Es gilt aber die Faustregel, dass bei Hartkäse die Angaben der Trockenmasse ungefähr zu halbieren sind, um das Absolutgewicht des Fettgehalts zu erhalten.

Versteckte Fette

In Österreich ist die Hauptquelle der Fette in anderen Lebensmittel versteckt: Etwa in Wurst, Fleisch oder Schokolade, aber auch in Milch und Milchprodukten. Die Ernährungsexpertin stellt fest, dass jedoch essenzielle, gesättigte Fettsäuren, wie sie in pflanzlichen Ölen, Nüssen oder Fisch enthalten sind, wesentlich gesünder sind. Tierische Fette sollten weitgehend vermieden werden, so Kiefer.

 
Mag. Christian Boukal
April 2007

Foto: APA/EPA

Zuletzt aktualisiert am 21. September 2020