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Fisch nachhaltig auftischen

Fisch nachhaltig auftischenFisch ist ein beliebtes und gesundes Lebensmittel. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein- bis zweimal wöchentlich Fisch zu essen, berichtet „die umweltberatung“, der Verband österreichischer Umweltberatungsstellen. Wofür sollte man sich entscheiden, wenn Ökosysteme und Fischer gleichermaßen mit Überfischung kämpfen?

Nicht jeder Zuchtfisch ist eine ökologische und gesunde Alternative zur Überfischung der Meere. Nachhaltige Lösungen sind an Gütesiegeln zu erkennen. "die umweltberatung" gibt Tipps, die den ökologischen Fischgenuss einfach machen. 

Omega-3-Fettsäuren

Fische liefern neben Omega-3-Fettsäuren auch Jod und andere wertvolle Vitamine. Omega-3-Fettsäuren schützen, wenn sie regelmäßig in hohen Mengen konsumiert werden, vor Herz-Kreislauferkrankungen. Vor allem fette Fische und Raubfische sind mit Umweltgiften belastet: Dioxin, Pestizide und Schwermetalle. Aber auch Tiere aus Aquakulturen können Rückstände enthalten, weil in der konventionellen Fischzucht bis zu 300 verschiedene chemische und biologische Substanzen eingesetzt werden, berichtet die umweltberatung. Damit hat der Konsum von konventionell gezüchtetem Fisch auch ökologische Auswirkungen. 

Beifang

Laut einem Bericht der FAO – Food and Agriculture Organization of the United Nations – aus dem Jahr 2008 wurden 2006 weltweit 102 Millionen Meeresfische gefangen. Etwa ein Fünftel der Fische wird als unerwünschter Beifang, meist tot, wieder zurück ins Meer geworfen. Vom Beifang betroffen sind die verschiedensten Arten an Fischen, Bodentieren, Meeressäugern aber auch Schildkröten und Meeresvögeln.
Die FAO schätzt, dass 35 Prozent der Fischbestände nahezu irreversibel überfischt sind und 25 Prozent abnehmende Fangmengen zeigen. Zusätzlich entstehen durch den Eintrag von vor allem Düngemitteln vermehrt sauerstoffarme „Todeszonen“, in denen Fische nicht überleben können.

Tiefseefischfang

Durch den Rückgang der küstennahen Ausbeuten versuchte die Fischerei ihr Glück in bislang ungenutzten Tiefen. Die Erschließung von Tiefen bis zu 2.000 Metern schien die ideale Lösung. Aufgrund der Kälte in der Tiefsee und des relativ geringen Nahrungsangebots haben Tiefseetiere einen langsameren Lebensrhythmus. Da diese Tiere spät geschlechtsreif werden, kann es Jahrzehnte dauern, bis sich der Bestand wieder, wenn überhaupt, erholt, so die umweltberatung.
Ein weiteres Problem bilden Schleppnetze, die den Meeresboden aufreißen und viele sesshafte Organismen wie Korallen und Schwämme zerstören. 

Aquakulturen

Auch Fischzucht, sogenannte Aquakultur, ist problematisch, weil sie Probleme mit sich bringt, die aus der Massentierhaltung an Land bekannt sind. Die Tiere haben zuwenig Platz und sind daher krankheitsanfälliger. Einsatz großer Mengen von Medikamenten sind die Folge, Energie- und Mastfutter ersetzen die natürliche Nahrung. Lachs, Pangasius, Zander, Garnelen und Muscheln sind die bekanntesten, in großen Mengen gezüchteten Meeresbewohner, erklärt die umweltberatung.
Raubfische wie zum Beispiel Lachs oder Zander machen besondere Probleme, weil sie als Nahrung andere Fische brauchen, die ebenfalls aus dem Meer entnommen werden. In der Folge fehlen sie anderen Meeresbewohnern als Nahrung, das ökologische Gleichgewicht ist dadurch erheblich gestört. 

Nachhaltig auftischen

Für Freunde der eiweißreichen Kost gibt es trotzdem schmackhafte, ökologische und gesunde Alternativen. Heimische Fische wie Karpfen und Forellen bieten eine Alternative zu den überfischten Meeresfischen. Bevorzugen Sie beim Einkauf zertifizierte Fische wie Bio-Fisch, Alpenlachs und Meeresfische, die das MSC Gütesiegel tragen. 


Bio-Fisch
In Österreich gibt es seit 1994 die „ARGE Biofisch“, eine Initiative österreichischer Teichwirte, die Fische nach den Richtlinien der Bio-Austria züchten. Darüber hinaus bieten die Züchter des Alpenlachses, eine Saiblingsart, die Möglichkeit für okölogisch verträglichen Fischgenuss. Heimischen Fische können auch bei Anglern, Seefischereien sowie bei den Bundesforsten bezogen werden.
Einige Kriterien der Bio-Fischzucht:

  • Österreichische Biofische werden nur in naturnahen Erdteichen gehalten.
  • Biofische haben in ihren Teichen viel mehr Platz – so werden Krankheiten vermieden.
  • Das pflanzliche Futter muss aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen.
  • Der Anteil tierischer Futterbestandteile wird soweit wie möglich reduziert und durch pflanzliche Produkte ersetzt.

Einen Bezugsnachweis finden Sie unter www.biofisch.at, www.alpenlachs.at und www.wildfang-naturfisch.at.



Fisch nachhaltig auftischen_LOGO BIO_FISCH

Fisch nachhaltig auftischen_LOGO MSCMarine Stewardship Council (MSC): Meeresfische mit Gütesiegel
Für Konsumenten, die Meeresfisch kaufen möchten, erleichtert das Marine Stewardship Council-Gütesiegel die Entscheidung im Supermarkt. Das Siegel zeigt, welches Fischfilet aus einer gut geregelten, umweltverträglichen und nachhaltigen Fischerei stammt. Es kennzeichnet Fische,

  • deren Fanggebiete nicht überfischt sind beziehungsweise deren Bestände sich nachweislich erholen,
  • deren Fischerei das Ökosystem nicht beeinträchtigt,
  • die nach nationalen und internationalen Gesetzen und Standards gefangen werden.
Unter http://www.msc.org/de finden Sie Informationen über diese Organisation und ebenfalls Bezugsnachweise.

Ein ausführliches Informationsblatt zum Thema finden sie unter http://images.umweltberatung.at/htm/fisch-infobl-ernaehrung.pdf


Mag. Christian Boukal
Mai 2009

Foto: Bilderbox, Bio Austria, Marine Stewardship Council (MSC)
 

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020