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Süße Kindersnacks

Kindersnacks - BabygesichtDie meisten Kinderlebensmittel sind zu süß und unausgewogen. Zudem ist die Nährwertkennzeichnung unzureichend. Das ergab ein Test der Arbeiterkammer Wien.

Die Arbeiterkammer (AK) untersuchte im Jahr 2005 57 Kinderlebensmittel: 34 Snacks zum Abbeißen, 14 Snacks zum Löffeln und neun Zwischendurch-Goodies wie Zuckerl. Ausgesucht wurden jene Lebensmittel, die sich eindeutig an Kinder richten. Die AK hat die Produkte auf Grund ihrer Zusammensetzung und – wo vorhanden – der Nährwertkennzeichnung ernährungswissenschaftlich bewertet.

Zu fett und zu süß

"Kinderlebensmittel sind nicht die tollen Ernährungshits für Kids und nicht besser als normale Lebensmittel", erklärt AK-Konsumentenschützer Harald Glatz. "Sie liefern zu viel schlechte und zu wenig gute Kohlenhydrate und sind teilweise auch zu fett."

Der AK-Test kam zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der untersuchten Kindersnacks nicht oder nur eingeschränkt empfehlenswert sind. Werden sie regelmäßig in den Speiseplan eingebaut, wird dadurch eine ausgewogene gesunde Ernährung erschwert und die Entwicklung von Übergewicht und Karies begünstigt, so die AK. "Vitaminanreicherungen erfolgen willkürlich und liefern das, wovon unsere Kinder ohnedies genug haben – sämtliche B-Vitamine und Vitamin C." Bei vielen süßen Snacks werde mit Milch geworben, aber es sei bestenfalls ein Esslöffel Vollmilch drinnen, kritisieren die Konsumentenschützer.

Nährwertangaben

Unzureichende Nährwertkennzeichnung erschwere den Eltern einen klaren Blick auf den wahren Wert der Produkte, berichtet die AK. Jedes dritte Produkt hat keine Nährwertkennzeichnung und verschweigt somit, wie viele Kilokalorien, Fett und Zucker enthalten sind. Bei der Mehrheit der Produkte erfährt der Konsument zumindest den Kilokalorien- und Fettgehalt, weil hier die "großen Vier" (Kilokalorien, Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate) angegeben werden, so die Arbeiterkammer. "Der Zuckerwert kann nur abgeschätzt werden, was unbefriedigend ist, da es nicht leicht erkennbar ist, dass es sich um Süßigkeiten handelt." Bei knapp einem Fünftel kann man mit den Nährwertangaben wirklich zufrieden sein, weil alle nötigen Informationen korrekt gegeben werden. Bei vier Produkten – sieben Prozent – sind falsche Nährwertangaben abgedruckt (Rechen- oder Kommafehler).

Tipps

"Sie tun Ihrem Kind was Gutes, wenn Sie auf eine ausgewogene, vielseitige Kost setzen", erklärt Konsumentenschützer Glatz. "Süßigkeiten sind okay, sollten aber nicht ernährungsbestimmend sein."
 

Cornelia Schobesberger
Juli 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020