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Light-Produkte

Light-ProdukteDer Trend „Light“-Produkte zu kaufen boomt. „Leichtere“ Lebensmittel sind beim Verbraucher gefragt wie nie. Überwiegt hier Geschäftemacherei oder sind sie doch ei Beitrag zu einer gesunden Ernährung?

Fast täglich erobern neue Produkte die Regale im Lebensmittelhandel. „Light“-Produkte werden aus Gründen der Gewichtsreduktion bzw. Erhaltung des Körpergewichtes gekauft, und liegen damit voll im Trend.

Gute Geschäfte

Jährlich geben die Österreicher über 90 Millionen Euro für diese Produkte aus – Tendenz weiter steigend. Vor allem bei Frauen finden diese Produkte großen Absatz – 65 Prozent aller Käufer sind Frauen.

„Light-Produkte“ – werden von vielen Konsumenten mit „Essen ohne Reue“ gleichgesetzt. Es wird damit vermittelt, dass „althergebrachte“ Ernährungsgewohnheiten beibehalten werden können und weiterhin die gewohnte Nahrungsmenge konsumiert werden kann, ohne dabei zuzunehmen bzw. sogar abzunehmen.

Aus wissenschaftlicher Sicht werden dabei aber eine Vielzahl von Problemen heraufbeschworen. Deren Bewusstmachung angesichts des boomenden Trends im Konsumverhalten und der Werbung, erscheint nicht einfach.
 

  1. Bequemlichkeit kontra gesunde Ernährung
  2. Mangelhafte Produktkenntnisse der Konsumenten kontra bessere Aufklärung
  3. stark industriell veränderte Produkte kontra Naturbelassenheit der Lebensmittel

'Light'-Produkte: Produkte um endlich schlank zu werden?

Das größte Problem ist zweifellos die Nichtbereitschaft alterhergebrachte, aber dennoch falsche Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Tatsache ist, das der typische Österreicher zuviel, zu fett und zu salzig isst.

Nun sollen die „Light“-Lebensmittel nicht nur kalorienreduziert sein, sondern sie sollen dem Wunsch vieler Konsumenten entsprechend auch „Essen mit gewichtsreduzierender Wirkung“ sein.

Begriffsverwirrung leicht gemacht

Der Begriff „Light“ ist bis heute nicht eindeutig definiert. Konsumenten verbinden mit dem Begriff „leicht“ nur kalorien-, fett- oder zuckerreduzierte Lebensmittel. Der Begriff „Light“ kann aber auch salzreduziert, alkoholarm bzw. -frei, koffeinarm, nikotinarm oder leicht verdaulich bedeuten. Erst ein Blick auf das Etikett bringt Klarheit in das Dunkel des Begriffdschungels.

Zuckerfrei ist nicht immer gleich 'light'

In vielen Fällen wird bei den Light-Produkten der Zucker gegen kalorienfreie Süßstoffe ersetzt. Dies ist jedoch nur bei jenen Produkten relevant, bei denen der Zucker auch die meisten Kalorien liefert. Wenn wie zum Beispiel bei Schokolade, die enthaltene Fettmenge, das kalorische Schwergewicht ausmacht, würde durch das Entfernen des Zucker, daraus auch kein Leichtprodukt. Hingegen bei Limonade macht der Zuckeraustausch durchaus Sinn, und kann große Energieeinsparungen bewirken. Dadurch können diese Produkte auch von Diabetikern sinnvoll in Maßen genossen werden. Umstritten ist aber, ob bei sehr hohem Konsum von künstlichem Süßstoff, energiereduzierte Produkte nicht erst recht Heißhunger erzeugen, sodass in Summe keine Kalorien eingespart werden.

Ebenso oft werden fettreiche Produkte durch fettärmere Varianten ersetzt z.B.: Halbfettbutter, fettarme Milchprodukte.

Selbstbetrug

Bei aller Mühe der Lebensmittelkonzerne zur Herstellung von Light-Produkten ist es aber grundsätzlich fraglich, ob diese langfristig zum gewünschten Erfolg führen. Wissenschafter haben nämlich bemerkt, dass solche Produkte nicht anhaltend sättigen, sodass in Folge größere Mengen gegessen werden. Somit ist die Gefahr, dass energiereduzierte Lebensmittel zur Gewissensberuhigung herangezogen werden, sehr hoch. Wenn das zusätzliche Schnitzel mit der Light-Extrawurst erkauft wird, so kann die Rechnung beim besten Willen nicht aufgehen.

Sinnvoll nur bei sinnvollem Einsatz

Light-Produkte, die tatsächlich kalorienreduziert sind, können bei bewusstem Umgang, sehr wohl unterstützend zur Gewichtsreduktion beitragen. Aber nur unter der Vorraussetzung, dass das herkömmliche Lebensmittel durch die Light-Variante ersetzt wird. Das bedeutet, dass nicht doppelt so viel Light-Käse aufs Brot gelegt wird.

Einige Light-Produkte im Überblick:

  • Light-Würste
    Der Fettgehalt darf höchstens 15 % betragen
  • Light-Mayonnaise
    Enthält maximal 25 % Fett
  • Leicht-Marmelade
    Hat einen höheren Fruchtanteil als herkömmliche Marmelade, weniger Zuckerzusatz
  • Leichte Milchprodukte
    Müssen ein Drittel weniger Kalorien enthalten als herkömmliche Milchprodukte
  • Light-Käse
    Dürfen maximal 25 % Prozent F.i.T. (Fett in der Trockenmasse) aufweisen und leichter Frischkäse (Philadelphia, Exquisa, Schärdinger Frischesse,…)

Light-Produkte können und sollen eine gesunde und abwechslungsreiche Mischkost, sowie ausreichend Bewegung nicht ersetzen.

Wesentlich zielführender – und zudem auch kostengünstiger – ist es, eine ausgewogene, fettreduzierte und genussvolle Ernährung im täglichen Speiseplan zu berücksichtigen.

Umgang mit Light-Produkten - So macht man´s richtig…

  • Das Etikett lesen um herauszufinden worauf sich der Light-Begriff bezieht.
  • Von Haus aus kalorienärmere Alternativen wählen, statt Hartwurst und Extrawurst lieber Schinken und Krakauer, statt (Light)-Limonade lieber Leitungswasser oder sehr stark verdünnte Fruchtsäfte.
  • Für den dauerhaften Erfolg auf „natürliche Light-Produkte“ wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zurückgreifen.

Diätologin Katharina Pfleger
Juni 2007

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020