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Täglich Brot

Täglich Brot - BrotDas Semmerl gehört für viele zum Frühstück wie Milch in den Kaffee. Seit Jahrtausenden zählen Brot und Getreideprodukte zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen.

 

Die Entscheidung fällt schwer: In der Bäckerei duftet es herrlich nach frischem Brot und Gebäck. Jedes einzelne Stück sieht zum Reinbeißen aus. "Nachdem der Brotverbrauch seit 1950 um etwa die Hälfte abgenommen hat, nimmt die Beliebtheit von Brot heute wieder etwas zu", weiß Universitäts-Assistentin Dr. Petra Rust vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien. Sie hat beim Symposium "Getreide, Ernährung, Fitness – Innovative Getreideprodukte" zum "Konsum von Getreideprodukten" referiert.

Abwechslung gefragt

Aus dunklen Mehlen mit höheren Roggenanteilen werden nur etwas ein Drittel der Backwaren zubereitet. Sie sind aus ernährungsphysiologischer Sicht aber günstiger: Ein Teil des Brotkonsums sollte in der Vollkornvariante erfolgen. "Leider ist es für den Konsumenten oft schwierig zu erkennen, was Vollkorn ist. Körner am Brot bedeutet nicht gleich Vollkorn, Vollkorn muss aber auch nicht Schrotbrot heißen", erklärt Rust. "Wer sich nicht nur von Semmeln ernährt, sondern Abwechslung liebt, ist am besten beraten."

Auf sein Frühstückssemmerl muss also nicht verzichten, wer nicht möchte: Trotzdem rät die Ernährungswissenschafterin zu mehr Vollkorn: Dies hat auch den Vorteil, dass man deutlich länger satt ist.

Energieversorger

Laut EU-Infobrief verzehrt jeder Österreicher jährlich rund 71 Kilogramm Brot- und Backwaren. Menschen, die wenig oder gar kein Brot essen, sollten ausreichend andere Kohlenhydrate zu sich nehmen, um die Vitaminversorgung sicher zu stellen. Rust warnt aber davor, Kohlehydratquellen gegen Fett und damit einem höheren Energiegehalt und geringeren Nährstoffgehalt auszutauschen. Getreideprodukte enthalten eine beachtliche Menge an Kohlenhydraten und tragen somit wesentlich zur Energieversorgung des menschlichen Organismus bei. Als wichtige Nährstofflieferanten gelten vor allem Vollkornprodukte. "Sie enthalten wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die aus den Randschichten des Korns und Keimling stammen", so Rust. Aufgrund des hohen Anteils an Ballaststoffen sorgen Vollkornprodukte wie Brot für eine gute Verdauung: Das lang anhaltende Sättigungsgefühl hilft auch Übergewicht vorzubeugen.

Vier bis sechs Scheiben Brot

Die Empfehlung lautet, so Rust, täglich vier bis sechs Scheiben Brot (das sind 200 bis 300 Gramm) zu essen. Zum Teil können sie durch Haferflocken oder Müsli ausgetauscht werden, plus eine Portion Kartoffel (200 bis 250 Gramm), Teigwaren (200 bis 250 Gramm) oder Reis (150 bis 180 Gramm) pro Tag.

"Zuviel Brot kann man, denke ich, nicht essen. Da Brot auch sättigend wirkt, gibt es eine natürliche Grenze", meint Rust.
 

Mag. Ulrike Bauer
Juni 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020