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Fasten

Fasten - der richtige Weg zum Wunschgewicht?

Fasten - schlanke FrauGerade zu Beginn der Badesaison sollen die überflüssigen Kilos purzeln, um in kürzester Zeit zur Traumfigur zu gelangen. Deshalb wird oft ganz auf feste Nahrung verzichtet – es wird gefastet. Eignet sich das Fasten jedoch wirklich für eine dauerhafte Gewichtsreduktion oder kommt es unmittelbar danach zum befürchteten Jojo-Effekt?

Der Begriff "Fasten" lässt einen großen Spielraum zu, es existieren die unterschiedlichsten Definitionen, was Fasten eigentlich ist. Meist wird jedoch darunter der "freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für begrenzte Zeit" verstanden.

Die unterschiedlichsten Formen

Eine Fastenkur kann in den unterschiedlichsten Formen durchgeführt werden.

  • Totales Fasten: Diese strengste Form des Fastens wird auch "Null-Diät" bezeichnet, weil dem Körper nur energiefreie Getränke (2-3 Liter pro Tag) zugeführt werden. Nur Vitamine und Mineralstoffe werden zusätzlich aufgenommen, um einen Mangel an essentiellen Nährstoffen vorzubeugen. Das totale Fasten sollte nur stationär unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
  • Saftfasten: Bei dieser Form für Gesunde werden die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe in Form von Obst- und Gemüsesäften, Gemüsebrühen und Honig zugeführt. Außerdem sollen dazu noch Mineralwasser und ungesüßte Kräutertees getrunken werden. Insgesamt werden so ca. 150-300 kcal pro Tag aufgenommen.
  • Modifiziertes Fasten: Durch spezielle Präparate werden täglich hochwertiges Eiweißgemisch, Kohlenhydrate sowie Vitamine, Mineralstoffe und essentielle Fettsäuren zugeführt. Dadurch werden Eiweißverluste des Körpers beim Fasten ausgeglichen und dem Gehirn ein Minimum an Glukose zur Verfügung gestellt.
  • Heilfasten: Das Heilfasten ist ein Naturheilverfahren, das primär der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten dient. Es soll ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle, eventuell stationär in einer Fastenklinik durchgeführt werden.

Körper auf Sparflamme

Durch die geringe Energiezufuhr wird der Körper auf "Sparflamme" gesetzt. Er lernt, für kurze Zeit ohne Nahrung auszukommen bzw. sie besser auszunützen. Fällt man nun im Anschluss an die Fastenkur wieder in die alten Ernährungsgewohnheiten zurück, wird der befürchtete Jojo-Effekt unvermeidlich zur Realität.

Fasten alleine genügt nicht

Als alleinige Maßnahme zur Gewichtsreduktion ist das Fasten also auf keinen Fall geeignet. Richtig durchgeführt, sollte das Fasten auf eine ganzheitliche Art und Weise durchgeführt werden. Das bedeutet, nicht nur auf Nahrungsmittel zu verzichten, sondern auch Geist, Seele und dem gesamten Körper eine "Aus-Zeit" zu gönnen. Also z.B. ausreichend zu schlafen, beruflichen und privaten Stress zu reduzieren, gelegentlich kleine Entspannungspausen einlegen, auf das Fernsehen zu verzichten und milde Bewegungstherapie statt sportlichen Höchstleistungen auszuüben.

Fasten wirkt auf Körper und Seele

Häufig kommen persönliche Fragen und Sorgen zum Vorschein, weil dem Fastenden auch tiefere Bewusstseinsschichten zugänglich werden. Das Fasten kann zur Aufarbeitung genutzt werden, wobei Begleitmaßnahmen wie Bewegung an der frischen Luft oder Musik durchaus hilfreich sein können. Fasten kann also zu geänderten Sichtweisen und Standpunkten führen und einen Impuls zur Änderung des Lebensstils geben.

 

Ernährungsgewohnheiten überdenken

Idealerweise wird während der Fastenkur das bisherige Essverhalten überdacht, analysiert und gegebenenfalls auch verändert. Bei vielen Fastenmethoden ist die Analyse der Ernährungsgewohnheiten fixer Bestandteil, um ein gesünderes Verhältnis zum Essen herzustellen.

Die Auswahl und Qualität der Lebensmittel spielen dabei eine ebenso große Rolle wie die Art und Weise der Nahrungsaufnahme. Das Erlernen der Esskultur, das gründliche Kauen und langsame und konzentrierte Essen mit ausreichend Zeit und Ruhe soll während der Fastenkur geübt werden. Das erleichtert vor allem das natürliche Hunger-Sättigungsgefühl zu registrieren, womit ein "Überessen" in Zukunft vermieden werden soll.

Ernährungsumstellung als Ziel

Werden die Ernährungs-Tipps und die Ratschläge zu mehr Bewegung in die Tat umgesetzt, kann die Fastenkur zur Ernährungsumstellung genutzt werden. Die schnell verlorenen Kilos während des Fastens sind dafür eine hohe Motivation – auch wenn nach der Kur kurzfristig wieder zugenommen wird.

Um dauerhaft Gewicht zu reduzieren ist eine Nachbetreuung durch Arzt oder DiätologIn, eventuell auch mit einer psychologischen Betreuung, durchaus sinnvoll.

Bewusster geniessen

Tatsache ist, dass das Essen durch den freiwilligen Verzicht einen höheren Stellenwert bekommt und bewusster genossen wird. Auf diese Art und Weise kann das Fasten den Einstieg in eine gesunde und dauerhafte Gewichtsreduktion darstellen.


Dipl. Diätologin Agnes Ablinger
Juni 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020