DRUCKEN

Prost Suppe!

Prost Suppe_Kinder und TrinkenKinder zum Trinken zu quälen, muss nicht sein. Wenn es um die Trinkgewohnheiten ihrer Kinder geht, dann werden manchmal auch ansonsten sichere Mütter verzagt. Kein Grund zur Panik, Trinken muss zwar sein, aber es soll auch Spaß machen! Zum Beispiel mit Suppe oder Kompott. 

Der menschliche Körper besteht zu 60 Prozent aus Wasser, täglich gibt er über Niere, Haut, Darm und Atemluft rund zwei Liter davon ab. Deshalb braucht er ständig Nachschub. Flüssigkeit ist der Treibstoff für unseren "Lebensmotor", wichtig für den Transport des Speisebreis im Darm, wichtig für die Weiterleitung der Nährstoffe aus der Nahrung ins Blut und damit in alle Körperzellen und Organe, wichtig zur Regulierung der Körpertemperatur. Flüssigkeit ist unentbehrlich.


Der Mensch kann im Notfall ein paar Wochen ohne feste Nahrung, aber nur wenige Tage ohne Flüssigkeit überleben. Das ist auch der Grund, warum Eltern manchmal panisch reagieren, wenn es um die Trinkgewohnheiten ihrer Kinder geht. Dr. Maria Bauer, Oberärztin an der Internen Abteilung der Landeskinderklinik Linz, beruhigt: "Alles halb so schlimm, gesunde Kinder holen sich im Normalfall die Flüssigkeit, die sie brauchen. Trinken sollte nicht zur lästigen Pflicht werden, sondern Spaß machen. Das gelingt am ehesten, wenn das Thema nicht Tag für Tag zwanghaft am Speiseplan steht, sondern verführerisch — mit schönen bunten Gläsern oder modernen Trinkflaschen — angeboten wird." Müttern von Stillbabys empfiehlt Dr. Bauer, nur an sehr heißen Tagen reizarmen, warmen Früchtetee oder warmes Wasser zuzufüttern. Wasser muss bei Säuglingen bis zum sechsten Lebensmonat abgekocht werden, bis zum ersten Geburtstag wird Abkochen empfohlen. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres brauchen Babys durchschnittlich einen Liter Flüssigkeit pro Tag, den sie hauptsächlich über Flüssignahrung — Muttermilch oder Fertignahrung — abdecken. Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr sollten durchschnittlich einen bis eineinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag trinken, an sehr heißen oder bewegungsreichen Tagen bis zu zwei Liter. "Da darf es alles sein, was schmeckt: Tee, Saft, Joghurt, Suppe, Kompott. Am besten ist eine gesunde Mischung. Wasser ist gut und gesund, aber es muss nicht immer Wasser sein", so Bauer. "Es ist in Ordnung, wenn Kinder zuckerarme Säfte als Durstlöscher trinken, solange sie nicht ständig daran nuckeln." Apropos nuckeln: Bei Säuglingen bis zum sechsten, siebten Lebensmonat ist es normal, dass sie auch in der Nacht Durst haben und nuckeln wollen, ab dem achten Lebensmonat sollten Eltern daran denken, dass sich ihre Kinder langsam zu nächtlichen Gewohnheitstrinkern entwickeln könnten und dadurch ihre eigene, aber auch die Ruhe der Eltern stören. Da kann es durchaus hilfreich sein, nur Wasser zu reichen und den Kindern in der Nacht süße Getränke zu verweigern.
 
Umgekehrt sollten Kinder, die Flüssigkeit verweigern, auch keine Süßigkeiten bekommen. "Süßigkeiten können das natürliche Hunger- oder Durstgefühl von Kindern beeinträchtigen", so Bauer. Kinder ab fünf Jahren und Jugendliche brauchen – wie die Erwachsenen – täglich rund zwei Liter Flüssigkeit. "Kinder, die zu wenig trinken", so Bauer, "werden leichter aggressiv und lästig, sind oft matt, klagen vielleicht über Kopfweh, können sich nicht ordentlich konzentrieren und bringen in der Schule manchmal schlechtere Leistungen. Hier sollten Eltern aufmerksam werden und für eine Änderung der Trinkgewohnheiten sorgen."

Tipps für Trinkmuffel

  • Nicht ständig zum Trinken mahnen, aber manchmal daran erinnern
  • Zu jeder Mahlzeit Getränke bereitstellen
  • Trendige Flaschen für Kindergarten und Schule motivieren zum Trinken
  • Lustige Gläser zu Hause animieren auch Trinkmuffel


Mag. Kornelia Wernitznig
April 2006


Foto: Bilderbox


Kommentar

Prost Suppe!"Es ist nicht notwendig, kleine und größere Kinder ständig zum Trinken zu animieren. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf muss nicht ausschließlich mit Wasser, Tee oder kalorienarmen Säften gedeckt werden. Es darf ruhig auch Suppe, Kompott oder Joghurt sein."
Dr. Maria Bauer
Oberärztin an der Internen Abteilung der Landesfrauen- und Kinderklinik, Linz

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020