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Schnaps nach fetten Speisen

Schnaps nach fetten SpeisenWer die „fette Weihnachtszeit“ ohne Einbußen auf die Figur verbracht hat, hat sich nicht ungebremst auf die Leckereien gestürzt. Aber wer meinte, ein Schnapserl nach dem Essen beugt dem Völlegefühl vor und hilft der Verdauung, hat nur bedingt recht.

Manche Menschen versuchen mit einem Klaren das Völlegefühl nach dem üppigen Dinner loszuwerden. „Doch der Alkohol löst einen Teufelkreis aus“, erklärt der Ernährungsexperte Christian Matthai gegenüber der Austria Presse Agentur (APA). Der Schnaps hilft zwar das Fett im Verdauungstrakt schneller abzubauen, aber der Alkohol aktiviert das Enzym Aromatase. Und das führt zur Umwandlung von männlichen Hormonen in das weibliche Östrogen, das wiederum einen Aufbau der Fettpölsterchen verursacht.

Alkohol senkt Blutzuckerspiegel

Der Teufelskreis schließt sich, wenn durch den Konsum von Alkohol in weiterer Folge der Blutzuckerspiegel abgesenkt wird. Dann ist nämlich Heißhunger die Folge. „Und da greift man nicht zum Apfel, sondern bedient sich am Würstelstand“, so Matthai. „Der Körper will dann Deftiges, weil es schnell Energie liefert.“ Deshalb rät der Experte zur Unterstützung der Verdauung eher zu Hausmitteln wie Artischocken- oder Kaktusfeigenextrakt. Die stabilisieren den Blutzuckerspiegel und können die Fettresorption hemmen. Auch Kräuter wie Koriander und Zitronengras fördern die Verdauung.

Ernährungsbewusste gefährdet

Bei Menschen, die sich das ganze Jahr über kalorienreduziert und gesund ernähren, kann sich ein Ausrutscher in der Kost doppelt niederschlagen. „Wer fettes Essen nicht gewöhnt ist, verträgt es auch schlechter. Ihnen fehlt sozusagen das Training für das Enzymsystem“, so Matthai. Ähnlich wie beim Alkohol: Menschen, die seltener trinken, sind auch schneller betrunken.

Enzyme sind in unserem Körper an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und somit unerlässlich. Doch das Problem mit der Enzym-Produktion kann auch von Vorteil sein: „Wer fettes Essen schlecht verträgt und sich dabei unwohl fühlt, wird irgendwann die Lust am ungesunden Essen verlieren.“

Mit dem Laster leben

Matthais Empfehlungen: Auf Zwischenmahlzeiten verzichten; maximal drei Mahlzeiten reichen aus, damit der Blutzuckerspiegel dazwischen abfallen kann und der Insulinspiegel niedrig bleiben. „Lassen Sie am Abend die Kohlenhydrate weg, denn diese haben eine hormonelle Reaktion zur Folge, die für das Abnehmen nicht förderlich ist.“ Am besten ab 17:00 Uhr auf Nudeln, Reis, Brot, aber auch Süßigkeiten und Fruchtsäfte verzichten. Zuckerfreie Produkte sind von dieser Regel ausgenommen. „Wenn man schon nicht auf das Fett verzichten will, dann lieber mit Gemüse kombinieren als mit Kohlenhydraten“, erklärt der Mediziner.

„Man muss sich bewusst sein, dass man nicht ohne Ende Kalorien zuführen kann“, sagte Matthai. Ein strategisches Ernährungsverhalten sei der Schlüssel. Alkohol und Süßigkeiten hätten nahezu so viele Kalorien wie eine ganze Mahlzeit. „Also entweder verzichte ich stattdessen auf eine Mahlzeit oder ich mache ausgleichend eine Stunde Sport extra.“ Am besten die Bewegung wie einen Geschäftstermin eintragen. „Da fährt dann der Zug drüber“, so der Mediziner.

Mag. Christian Boukal
Februar 2010


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020