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Gar nicht gesunde Schulbuffets

Gar nicht gesunde SchulbuffetsDie Arbeiterkammer (AK) hat die Schulbuffets in 30 Wiener Schulen ernährungswissen-schaftlich bewertet. Nur ein Schulbüffet erhielt die Note "Gut". Drei von vier fielen durch, weil Dickmacher auffällig platziert waren und zu wenig Gesundes angeboten wurde. Gesundes gibt es laut AK überall im Angebot, ist aber eher ein Ladenhüter. Der Grund: Köder sind Wurstsemmeln, Süßes und Limo, Äpfel, Salat und Mineral nicht.

„Jedes fünfte Kind in Österreich ist übergewichtig, die Hälfte davon sogar fettleibig", erklärt AK Ernährungsexpertin Petra Lehner. Die AK wollte daher wissen, wie es um die Buffets in Wiener Schulen bestellt ist. Immerhin gibt es in acht von zehn Wiener Schulen ein Buffet. Die Erhebung führte das Institut für Kinderrechte und Elternbildung von Mai bis August in 30 Wiener Hauptschulen, AHS, BHS durch.

"Minus" für 23 Buffets

Drei von vier Buffets fielen beim AK-Test durch, weil Dickmacher in der Auslage feilgeboten wurden und es nur wenig Gesundes im Angebot gab. Nur eine Schule schnitt mit "Gut" ab. Sechs weitere Buffets erhielten ein „Befriedigend“. Bewertet wurde, was es gab: Vollkorngebäck, Salat/Rohkost, Obst, Fisch, Mineral/Leitungswasser, Milch/Joghurt. Gleichzeitig durften Dickmacher nicht auffällig platziert sein. Wurden alle sechs Kategorien angeboten, gab es ein „Gut“, ab vier ein „Befriedigend“ und bei drei und weniger ein „Verbesserungswürdig“.

Keine "Eye-Catcher"

„Jedes Buffet bietet auch etwas Gesundes an, aber leider sind ernährungsphysiologisch ungünstigere Angebote klar besser platziert“, berichtet Lehner. Überall gibt’s Süßes - oft in der Auslage - fast alle haben Wurstsemmeln, aber auch Vollkornweckerl. Jedoch: Vollkornweckerl sind seltener Eye-Catcher. Obst bieten drei Viertel der Buffets an, aber nur bei zwei liegt es in der Auslage. Stechen Getränke ins Auge, handelt es sich immer um Limonade, selbst wenn es Mineral, Fruchtsaft und Milchdrinks gibt. Knapp die Hälfte der Buffets verkaufte auch Warmes, vielfach Leberkäse- und Schnitzelsemmeln, Toast, Baguettes oder warme Fleischspeisen wie Frankfurter, Burger oder Schnitzel. Pommes gibt es sehr selten, Salat nicht allzu oft.

Ladenhüter Milchprodukte

Renner sind Wurstsemmeln und Limo. Was in der Auslage steht, verkauft sich gut. „Die Präsentation scheint das Kaufverhalten mehr zu beeinflussen als das Angebot, denn Milchprodukte gibt es fast überall, zu den Rennern zählen sie nicht“, so Lehner. Das gilt auch für Mineral oder Fruchtsaft. Jeder zweite Betreiber gibt aber auch an, dass Vollkornprodukte, Mineral- oder Leitungswasser und Gemüse stark nachgefragt werden. Anders bei Obst, hier wird die Nachfrage nur von 20 Prozent als stark angegeben.

Preisliche Differenzen

Die AK stellte zudem große Preisunterschiede bei Wurstsemmeln und Äpfeln fest. Eine Wurstsemmel bekommen Schüler um durchschnittlich 90 Cent, wobei die billigste nur halb so viel kostet wie die teuerste (0,7 bis 1,4 Euro). Ein Apfel macht im Schnitt 40 Cent aus. Der teuerste kostet laut AK fünfmal so viel wie der billigste (0,2 bis ein Euro).

Richtlinien für gesunde Schulbuffets

Anlässlich der Test-Ergebnisse fordert die AK klare, verbindliche Kriterien für Schulbuffets. Darin müssen angebots- und präsentationsbezogene Standards festgeschrieben werden und regelmäßige Kontrollen sichergestellt sein. „Gesundheits- und Unterrichtsministerium müssen tätig werden“, so die AK. Zudem schlägt die Arbeiterkammer eine einfache Kennzeichnung vor, eine Ernährungsampel für Zucker, Fett und Salz in den Lebensmitteln der Schulbuffets.


Cornelia Schobesberger


Bild: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 28. September 2020