DRUCKEN

Trans-Fette

TransfetteDass ein zu viel in der Nahrung ungesund ist, weiß man seit langem. Auch dass gesättigte Fettsäuren in der Nahrung schlechter sind als ungesättigte. Nun rückt ein häufig unbeachtetes Problem der Fettaufnahme in den Mittelpunkt des Interesses: das der trans-Fettsäuren, die bei der industriellen Härtung von Pflanzenölen entstehen und deren Verwendung aus Sicht der Ernährungswissenschaft höchst bedenklich ist.

 

Produktionstechnik entscheidend

Auf Grund ihrer produktionstechnischen Vorteile, wie zum Beispiel längere Haltbarkeit, bessere Streichfähigkeit oder der Möglichkeit, diese Fette höheren Temperaturen auszusetzen, werden gehärtete Fette in der Industrie bevorzugt eingesetzt. Grundsätzlich können trans-Fettsäuren überall dort enthalten sein, wo gehärtete pflanzliche Öle oder erhitztes Pflanzenöl eingesetzt werden: Fertiggerichte, Speiseeis, Keksen und Snacks, Brotaufstriche und Müsliriegeln. Als problematisch erwiesen sich auch Pizzateige, Pommes frites aus dem Supermarkt, Käsegebäck, Chicken Nuggets und Hühnerburger, Haferflockenkekse sowie Popcorn aus der Mikrowelle.

Gute werden zu schlechten Fetten

Ausgangsprodukte für trans-Fettsäuren sind so genannte gute, also einfach oder mehrfach ungesättigte Fette. Durch den Prozess der industriellen Fetthärtung, werden jedoch die ursprünglich günstigen Fettsäuren in ihrer Struktur so verändert, dass sie im Körper eine ähnliche Wirkung zeigen, wie gesättigte Fette: Sie erhöhen das so genannte böse LDL-Cholesterin. Darüber hinaus senken sie auch noch das gute HDL-Cholesterin. Ihre arteriosklerotische Wirkung ist somit um ein Vielfaches schlimmer als bei gesättigten tierischen Fetten.

 

Zudem bauen sich trans-Fettsäuren als Fremdkörper in die Zellwände ein und verschlechtern dadurch den Transport von wichtigen Nährstoffen. Dies ist besonders problematisch bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase und vor allem für die Entwicklung von Kindern im Mutterleib. Studien zeigten, dass bei Müttern, die hohe Mengen an trans-Fettsäuren verzehrten, ein deutlich höheres Risiko für Frühgeburten bestand. Weiters zeigen sich immer mehr Verbindungen mit Diabetes und der Entstehung diverser Krebserkrankungen.

Beschränkungen in Lebensmitteln

In Dänemark wurde daher im Jahr 2004 ein Grenzwert eingeführt, der den Anteil von künstlich erzeugten trans-Fettsäuren am Gesamtfettgehalt eines Lebensmittels auf zwei Prozent beschränkt. In den USA ist die Offenlegung der trans-Fettsäuren längst verpflichtend. Österreichs Bundesregierung hingegen stimmte gegen die Einführung verbindlicher Grenzwerte.

Schau auf die Verpackung

Der Konsument selbst hat wenig Möglichkeit zu erkennen, ob trans-Fettsäuren in seiner Nahrung enthalten sind. Es kann nur vermutet werden, durch einen Blick auf das Etikett. Begriffe wie „Transfettsäuren oder gehärtete Fette enthalten“ können ein Hinweis sein. Wer zu den falschen Nahrungsmitteln greift, kann pro Tag auf fünf und mehr Gramm Trans-Fettsäuren kommen.

Grenzwert?

Dass von trans-Fettsäuren eine Gefahr ausgeht, wird heute nicht mehr bestritten — unklar ist jedoch die Frage, ab welchem Grenzwert diese Gefahr beginnt.

Prinzipiell wäre eine Eliminierung der Trans-Fettsäuren in der Nahrung und ihr Ersatz durch nicht gehärtete Pflanzenöle in Österreich aufgrund der vorliegenden Daten wünschenswert.

 

Mag. Iris Reingruber
März 2009

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020