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Fairer Handel – gerechter Preis

Fairer HandelIst es nicht selbstverständlich, dass wir heute in den Supermarkt gehen und Bananen oder Kaffee einkaufen? Nicht ganz so selbstverständlich ist es allerdings, dass die Produzenten dieser Güter einen gerechten Preis erhalten. Mit dem Griff zu Fair-Trade Produkten kann man einen aktiven Beitrag dafür leisten, dass Menschen in Entwicklungsländern für ihre Arbeit fair entlohnt werden.

Der faire Handel hat drei verschiedene Namen: EZA (Entwicklungszusammenarbeit), „Fairtrade“ und die „Weltläden“. Die EZA ist bereits seit 25 Jahren für den Import und Großhandel von Produkten von benachteiligten Produzenten zuständig. 92 „Weltläden“ in Österreich sind die Fachgeschäfte für fairen Handel, die nicht nur Produkte verkaufen, sondern auch Informationen über die Strukturen des Welthandels bereitstellen. „Fairtrade“ ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die nachhaltige Verbesserung der Situation sozial Benachteiligter einsetzt.

War vor einigen Jahren das Bewusstsein für gerechte Einkäufe noch gering, so hat in den vergangenen Jahren ein spürbarer Wandel eingesetzt. Fairtrade-Waren erfreuen sich zunehmender Beliebtheit unter den Konsumenten.

Vom Kaffee zur Baumwolle

Der gemeinnützige Verein Fairtrade Österreich wurde 1993 gegründet. Das erste Produkt, das fair gehandelt wurde, war Kaffee. Kurze Zeit später folgten Tee, Kakao und Schokolade. Die Produktpalette umfasst heute auch Bananen, Zucker, Honig, Baumwolle, Fruchtsäfte sowie Kunsthandwerk, Textilien, Schmuck und vieles mehr. Im vergangenen Jahr konnte der Lebensmittelhandel mit 42 Millionen Euro Umsatz ein Wachstum von 63 Prozent mit Fairtrade Produkten erzielen. Vier Jahre zuvor betrug der Umsatz lediglich ein Viertel davon, genau genommen 10,8 Millionen Euro. Bio-Bananen, Schokolade und Kaffee führen die Spitze der Verkaufszahlen an. Aber auch Rosen und Fruchtsäfte sind umsatzstarke Produkte.

Verkauft werden die Produkte nicht nur in Welt- und Bioläden, sondern auch in Supermärkten und in der Gastronomie.

Ausbeutung verhindern

Damit ein Produkt das Fairtrade Siegel führen kann, muss es internationalen Standards entsprechen. Das Fairtrade Gütesiegel garantiert laut Fairtrade Österreich den Konsumenten, dass „benachteiligte Produzenten in so genannten Entwicklungsländern eine bessere Behandlung zu Teil wird.“ „Das Ziel des fairen Handels ist es nicht nur, Ausbeutung zu verhindern, sondern die Lebensumstände der involvierten Menschen nachhaltig zu verbessern. Fairtrade basiert auf klar definierten und international vereinbarten Kriterien, die von unabhängigen Stellen festgelegt und überwacht werden, was das ganze System offen und transparent macht“, erklärt Mag. Veronika Polster, Pressesprecherin von Fairtrade Österreich.

Kriterien-Katalog

Produzenten erhalten das Fairtrade Gütesiegel, wenn sie politisch unabhängig sind oder arbeitsrechtliche und ökonomische Mindeststandards vorweisen. So sprechen sie sich beispielsweise gegen Zwangs- und Kinderarbeit aus, ersetzen Pestizide durch biologische Mittel oder vermeiden genveränderte Substanzen. „Für das Produkt wird ein fairer, gleich bleibender Preis bezahlt, der das Zwei- oder Dreifache des normalen Marktpreises betragen kann. Zertifizierte Bioprodukte erhalten eine Bio-Prämie. Zusätzlich verpflichtet sich der Importeur mit dem Kauf eines Produktes zu einer langfristigen Geschäftsbeziehung mit der jeweiligen Produzentengruppe“, so Polster.

Mit der Entscheidung für Fairtrade Produkte kann jeder einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Familien und Arbeitern in benachteiligten Regionen leisten. Nähere Informationen zu Fairtrade Produkten gibt es unter den Internetadressen www.fairtrade.at und www.weltlaeden.at.


Mag. Birgit Koxeder
Oktober 2007

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020