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Beeren: Naschen für die Gesundheit

Beeren: Naschen für die GesundheitIm Juli und August ist die Haupterntezeit heimischer Beeren. Während die Erdbeerensaison bereits zu Ende geht, hängen nun Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Ribisel oder Stachelbeeren erntereif an den Sträuchern. Jede Art und Sorte hat ihren typischen Geschmack – von säuerlich-herb bis fruchtig-süß – und versorgt den Körper mit wertvollen Inhaltsstoffen.

Der Zuckergehalt in Beeren ist gering, sie sind daher gut geeignet für Diabetiker. Vor allem Himbeeren und Brombeeren enthalten viel Kalzium. Das Mineral ist für Menschen, die an Laktoseunverträglichkeit leiden, sehr wichtig. „Beeren sind laktosefrei und daher sehr zu empfehlen“, sagt Gabriele Ecklmayr, Diätologin an der Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz. Die gute Nachricht für alle Genießer: Beeren helfen auch beim Abnehmen, da sie einen hohen Wassergehalt und wenig Kalorien besitzen.

Vitamine & Co

Beeren haben einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen wie Eisen und Kalzium, Ballaststoffen und Folsäure. Den Spitzenwert an Vitamin C liefert mit 170 Milligramm pro 100 Gramm die Schwarze Johannisbeere (Ribisel). Zudem besitzen Beeren, vor allem jene mit intensiver Farbe, einen hohen Anteil an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen wie Flavonoide und Anthocyane. Das sind natürliche Farbstoffe, die den Körper vor Schäden durch Sauerstoffradikale schützen. „Manchmal wird behauptet, dass der Konsum von Beeren auch vor Krebs schützen kann. Mit einer derart generellen Aussage sollte man vorsichtig sein“, rät Ecklmayr.

Beeren wirken entzündungshemmend. Sie schützen die Blutgefäße, stärken das Immunsystem und wirken regulierend auf den Blutdruck. Das in allen Beeren enthaltene Kalium wirkt gegen zu hohen Blutdruck. Beeren sind in der Regel leicht verdaulich, der hohe Ballaststoffanteil und Pektin regen die Darmtätigkeit an.

Tipps zum Verzehr

Am besten sollte man Beeren möglichst frisch verzehren. Lange Lagerungen sind bei Beeren nicht möglich. Wenn man Beeren für kurze Zeit lagern muss, dann sollte man dies kühl tun, denn sie sind hitzeempfindlich. Vitamine gehen bei abgeernteten Früchten rasch verloren, ebenso verderben Beeren rasch. Im Kühlschrank beträgt die Haltbarkeit maximal zwei Tage.

Beeren aus dem Supermarkt sollte man vor dem Verzehr waschen. Am besten wäscht man die Beeren nur ab und legt sie nicht in stehendes Wasser. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie sich mit Wasser voll saugen, matschig werden und an Aroma verlieren. „Wäscht man Erdbeeren, sollte man den grünen Stil erst nach dem Waschen entfernen, da die Frucht sonst durch das Wasser ausgelaugt wird“, so Ecklmayr. Beeren aus dem eigenen Garten braucht man nur waschen, wenn man optische Verunreinigungen sieht. In der Regel ist das aber nicht nötig.

Zuviel des Guten

Beeren sollten häufig konsumiert werden, allerdings sollte man nicht zu viel auf einmal essen. „Vor allem bei Ribiseln kann es Blähungen geben, wenn man mehr als eine Handvoll isst“, weiß die Diätologin. Auch Erdbeeren sollte man nicht in großen Mengen essen, vor allem Kinder können einen – ungefährlichen - Hautausschlag bekommen. Der Grund ist, dass sie zuviel Vitamin C aufnehmen. Schon 100 Gramm Erdbeeren decken 85 Prozent des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.

Marmelade, Saft und Tee

Konservieren lassen sich Beeren am besten, indem man sie einfriert oder Marmelade kocht. Beeren kann man auch zu Saft verarbeiten. Selbst hergestellte Marmelade hat einen hohen Fruchtanteil. Der Nachteil: Vitamine gehen beim Erhitzen verloren und der für die Verarbeitung nötige Zucker bringt Kalorien mit sich. Ecklmayrs Tipp: „Aus Heidelbeeren kann man Tee zubereiten, der hilft bei Durchfall. Einfach getrocknete Heidelbeeren aufkochen und den Tee schluckweise trinken. Das hilft sehr gut und schmeckt auch.“

Einfrieren erlaubt

Beeren lassen sich problemlos einfrieren, die wertvollen Inhaltsstoffe bleiben dabei erhalten. Eine Ausnahme macht die Erdbeere, sie verliert durch das Einfrieren an Geschmack. Zum Einfrieren sollte man die Beeren auf einem Brett oder Tablett ausbreiten, einzeln vorfrieren und danach in einem Beutel oder Behälter verpacken.

Heimisch und frisch

Beim Einkauf von Beeren sollte man darauf achten, dass diese frisch sind. Feste Beeren mit trockener Schale sind zu bevorzugen. Ist die Haut schrumpelig, deutet das daraufhin, dass die Ware nicht mehr frisch ist und bald schimmlig werden kann. Die besten Chancen auf frisch geerntete Beeren hat man beim Einkauf am Bauernmarkt. Beeren aus dem Supermarkt sind oft aus fernen Ländern importiert. Beeren sind sehr druckempfindlich und müssen deshalb vorsichtig transportiert werden. „Heimische Produkte sollten jedenfalls bevorzugt werden“, rät Ecklmayr.

Beeren-Kultur weitergeben

„Viele Kinder wissen heute kaum noch, dass Beeren an Sträuchern wachsen und wie herrlich sie schmecken. Man sollte Kinder die Beeren direkt in der Natur kosten lassen. Etwa die heimische Stachelbeere ist vielen schon völlig unbekannt“, bedauert Ecklmayr. Von der Stachelbeere gibt es verschiedene Sorten und Farben – von grün über goldgelb bis zu rot. „Wenn kleinere Kinder im Haushalt wohnen, ist es wichtig, keine giftigen Beeren im Garten oder in der Umgebung des Hauses anpflanzen, denn der Unterschied ist für die Kleinen nicht zu erkennen“, betont die Diätologin.

Dr. Thomas Hartl

Juli 2010

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020