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Biotomaten sind doch gesünder

Biotomaten sind doch gesünderÖkologischer Landbau hat viele Vorteile – dass Biolebensmittel gesünder sind, zählt jüngeren Studien zufolge aber nicht dazu. Auch wir haben darüber berichtet.
Ein aktueller Vergleich zeigt, dass Biotomaten sehr wohl einen höheren Nährstoffgehalt haben, berichtet der ORF am 21. Februar 2013 auf seiner Wissenschaftsseite.

Nützliche Alternative

Erst im vergangenen Herbst ergab eine große Meta Studie, dass Lebensmittel aus biologischem Anbau nur wenig gesünder sind als konventionelles Essen. Der Studie zufolge gab es keinen Nachweis, dass biologische Lebensmittel nährstoffreicher sind oder ein geringeres Gesundheitsrisiko bergen. Lediglich bei der Belastung mit Pflanzenschutzmitteln ergab sich ein Vorteil für die Bioprodukte, so der ORF.

Bio-Landbau besser für die Umwelt

Befürworter des ökologischen Landbaus würden jedoch nicht müde zu betonen, dass es bei biologischer Ernährung nicht nur um den individuellen Nutzen gehe. Daneben habe er nämlich unzählige andere Vorteile: Er schont die Umwelt, indem er etwa den Nährstoffreichtum des Bodens erhält und das Grundwasser weniger belastet. Zudem sorgt er für eine artgerechte Tierhaltung. Der biologische Landbau wirkt sich auch positiv auf die Artenvielfalt aus. Jeder biologisch wirtschaftende Betrieb beherbergt viel mehr Arten - von Mikroorganismen bis hin zu Vögeln – als konventionelle Anlagen.

Mehr Vitamin C

Eine aktuelle Studie von Forschern um Aurelice B. Oliveira von der brasilianischen Universidade Federal do Ceará legt nun nahe, dass sich der Griff zum Biogemüse möglicherweise doch auch gesundheitlich lohnt, so der ORF.
Dafür haben die Wissenschaftler brasilianische Tomaten aus ökologischem und konventionellem Landbau verglichen. Das Gemüse aus beiden Anbauweisen gediehen unter ähnlichen Umweltbedingungen, nicht mehr als 1,5 Kilometer voneinander entfernt. Auch wenn die biologischen gezogenen Tomaten im Durchschnitt um 40 Prozent kleiner waren, hatten sie aber höhere Konzentrationen bestimmter Inhaltsstoffe, wie etwa von Vitamin C oder sekundären Pflanzenstoffen wie Lycopin. Der Vitamin C-Gehalt war bis zu 57 Prozent höher, der Gesamtgehalt an sekundären Pflanzenstoffen sogar um bis zu 139 Prozent.

Gestresste Paradeiser

Beide genannten Inhaltsstoffe zählen zu den sogenannten Antioxidantien, auch als Radikalfänger bekannt. Das heißt, sie können bestimmte reaktive Sauerstoffspezies deaktivieren und so oxidativen Stress im Organismus verhindern. Sie sind ein Grund, warum Obst und Gemüse als so gesund gelten, so der ORF.
Die Anreicherung dieser Inhaltstoffe in den Früchten hat der Studie zufolge mit Stress zu tun: Demnach ist ihre Konzentration in den biologisch angebauten Tomaten deswegen so hoch, weil sie während des Wachstums einem höheren Umweltstress (z.B. Trockenheit) ausgesetzt sind als die konventionell angebauten. Und das rege die Bildung der gesunden Inhaltstoffe an.

Die Studie von Aurelice B. Oliveira et al. ist in englischer Sprache auf PLOSone.org seit 20. Februar 2013 abrufbar.


Mag. Christian Boukal
März 2013


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020