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Arbeiterkammer testet Speiseeis

Arbeiterkammer testet SpeiseeisDie Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK) haben auch dieses Jahr wieder Speiseeisproben in der Landeshauptstadt gezogen. Leider wiesen fünf von 16 Proben schwere Hygienemängel auf. Entwarnung gab es hingegen bei synthetischen Farbstoffen, die das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) bei Kindern auszulösen könnten. Sie wurden nicht festgestellt, so die AK.

Die 16 Proben wurden in elf Gastronomiebetrieben oder Einzelhandelsgeschäften entlang der Linzer Landstraße und am Hauptplatz gezogen. Bei jedem Betrieb wurde die Sorte Vanille (elf Proben) gekauft. Falls erhältlich, wurde zusätzlich noch, das bei Kindern besonders beliebte, blau gefärbte Eis (fünf Proben) gekauft.

Zu viele Fäkalkeime im Speiseeis

  • Bei fünf Eisproben wurden schwere Hygienemängel – Überschreitung des Warnwertes für Enterobakterien (Fäkalkeime) – festgestellt.
  • Bei einer Probe wurde eine für Vanilleeis untypisch hohe Gesamtkeimzahl festgestellt, sodass sie als mangelhaft beurteilt wurde.
  • Zehn der sechzehn getesteten Proben wurden als hygienisch einwandfrei beurteilt.

Eisportionierer als mögliche Ursache

Mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden der beanstandeten Stichproben könnten die Bedingungen beim Verkauf sein: Die Portionierer waren zum Teil in Gefäßen ohne fließendes Wasser. Hier können sich Keime gut vermehren.

Keine Gefahr durch Azo-Farbstoffe

Kinder lieben knallig bunte Farben. Doch die Farben, die den Kindern Freude bereiten, werden mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht. Schon seit Jahren weisen Wissenschaftler darauf hin, dass synthetische Azo-Farbstoffe an der Entstehung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) beteiligt sein könnten.
Daher wurde von der EU 2010 bei verpackten Waren, welche die umstrittenen Stoffe enthalten, der verpflichtende Aufdruck des Warnhinweises „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ eingeführt. Da offen verkaufte Ware nicht dahingehend gekennzeichnet sein muss, wurden die blauen Eissorten auch auf Azo-Farbstoffe getestet. Erfreulicher Weise konnten in keinem blauen Eis die umstrittenen Farbstoffe nachgewiesen werden.

So haben die Konsumentenschützer getestet

Nach dem Ziehen der Proben, wurden diese unter Einhaltung der Kühlkette zur mikrobiologischen Untersuchung gebracht (Probentemperaturen beim Eingang zwischen -6,4°C und -3,7°C). Der bakteriologische Status der Proben zum Zeitpunkt des Untersuchungsbeginns entsprach damit jenem, den der durchschnittliche Konsument unmittelbar nach dem Kauf beim Verzehr des Speiseeises vorfindet.
Die Beurteilung der Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen erfolgte nach den Lebensmittelsicherheitskriterien aus der Verordnung hinsichtlich des Gehaltes an Salmonellen und Listeria monocytogenes sowie nach den Empfehlungen der DGHM (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie) für „Speiseeis für die lose Abgabe an den Verbraucher“ hinsichtlich des Gehaltes an anderen Keimen oder Keimgruppen.
Das blau gefärbte Kindereis wurde zusätzlich noch auf synthetische Farbstoffe untersucht, die im Verdacht stehen an der Entstehung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) bei Kindern beteiligt zu sein.

Schwere Hygienemängel bei Vanilleeis zeigten zwei Anbieter am Hauptplatz und in der Schmidtorstrasse, einer davon auch bei blauem Eis.


Mag. Christian Boukal
Juli 2013


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020