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Zusatzstoffe in vielen Lebensmitteln

Bub steht vor Kühlvitrine im LebensmittelgeschäftDie moderne Lebensmittelwirtschaft verwendet viele Zusatzstoffe, ohne die viele Produkte gar nicht herstellbar wären. Konservierungsmittel etwa reduzieren das Risiko von Lebensmittelvergiftungen, Emulgatoren oder Verdickungsmittel sorgen für die gewohnte Beschaffenheit von einigen Produkten, erklärt die Arbeiterkammer Wien (AK).

Allerdings dürfen die Zusatzstoffe nicht gesundheitsschädlich sein und müssen einen für den Konsumenten nutzbaren technologischen Zweck erfüllen. Darüber hinaus sollte eine möglichst geringe Gesamtaufnahme dieser Zusatzstoffe gewährleistet sein, weil immer mehr Menschen auf bestimmte Stoffe negativ reagieren. Die ausführliche Kennzeichnung der Inhaltsstoffe in Lebensmitteln ist daher wichtig, so die AK.

Farbstoffe

Farbstoffe dienen der optischen Aufbesserung der Lebensmittel und sorgen für „appetitanregendes“ und verkaufsförderndes Aussehen, meint die AK. Sie können verarbeitungsbedingten Farbverlust der Lebensmittel ausgleichen und eventuell eine bessere Qualität vortäuschen. Die meisten Farbstoffe sind synthetischen Nachbildungen von natürlichen Substanzen (naturidente Stoffe) oder gänzlich künstlich hergestellte Verbindungen (etwa Azo-Farbstoffe). Die wenigsten Farbstoffe sind pflanzlichen Ursprungs – wie zum Beispiel Betanin oder Chlorophyll.

Konservierungsmittel

Konservierungsmittel verzögern das durch Bakterien, Hefe- oder Schimmelpilze verursachte Verderben von Lebensmitteln und verlängern so deren Haltbarkeit. Dadurch dienen sie einerseits dem Gesundheitsschutz der Konsumenten, andererseits bedienen sie das Interesse des Handels, Produkte weit transportieren und lang lagern zu können. Die verlängerte Haltbarkeit kommt dabei oft nur zum geringen Teil dem Konsumenten zugute, stellt die AK fest.

Antioxidantien und Emulgatoren

Antioxidantien verzögern das chemische Verderben, weil sie die Reaktion von Sauerstoff und Lebensmittel behindern (Verzögern das Ranzigwerden von Fetten, das Braunwerden von Obst, die Zerstörung von sauerstoffempfindlichen Vitaminen). Emulgatoren ermöglichen die Vermischung von ursprünglich nicht mischbaren Flüssigkeiten wie Wasser und Fett.

Verdickungsmittel, Geliermittel, Stabilisatoren dienen zum Binden von Wasser in Lebensmitteln und erhöhen die Viskosität des Produktes. Geliermittel dienen der Gelbildung, Stabilisatoren sollen die Konsistenz eines Produktes aufrechterhalten, so die AK.

Zuckeraustausch- und Süßstoffe

Zuckeraustauschstoffe können Zucker – insbesondere Saccharose – ersetzen, liefern aber im Gegensatz zu künstlichen Süßstoffen Kalorien. Sie werden bevorzugt von Diabetikern verwendet, tragen aber auch im Vergleich zu Zucker zur Verminderung des Kariesrisikos bei.

Süßstoffe wiederum werden zum Süßen von Lebensmitteln verwendet und ersetzen in „Light“- oder Diätprodukten den Zucker. Sie liefern keine Kohlenhydrate und keine Kalorien. Allerdings entstehen immer wieder Zweifel an ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit. Daher sollten aus gesundheitlicher Sicht eher die Ernährungsgewohnheiten geändert werden, als zu viel künstliche Süßstoffe aufzunehmen, rät die AK.

Weiters werden Zusatzstoffe wie Säuerungsmittel, Geschmacksverstärker, Trennmittel, Überzugsmittel, Treibgase, Schutzgase, Schaumverhütungsmittel, Säureregulatoren, Backtriebmittel, Mittel zur Erhaltung der Rieselfähigkeit, Feuchthaltemittel und Enzyme verwendet.

E-Nummern

Alle Zusatzstoffe müssen auf Lebensmitteln mit E-Nummern gekennzeichnet sein. E120 ist etwa echtes Karmin und wird im Käse verwendet. Es kann allergische Reaktionen hervorrufen. E412 ist Guarkernmehl und wird für fertige Salate, fertige Soßen und Fruchtgetränke verwendet. In größeren Mengen kann der Stoff zu Blähungen und Bauchkrämpfen führen. E520 ist Aluminiumsulfat und wird für glasiertes Obst und Gemüse verwendet. Es steht im Verdacht, ein Mitverursacher der Alzheimer-Krankheit zu sein.

Die genaue Auflistung von E-Nummer kann unter http://vbg.arbeiterkammer.at/service/broschuerenundratgeber/Konsument/E-Nummernliste_2013.pdf geladen werden.

Mag. Christian Boukal
August 2009
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aktualisiert August 2013

Foto: APA

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020