DRUCKEN

Weisheitszähne

zahngesundheit_kind beim zahnarztWeisheitszähne: Auf diese Weisheit könnten viele verzichten. Die Letzten werden die Ersten sein – man könnte den biblischen Spruch auf unsere Weisheitszähne ummünzen: Sie kommen als letzte, werden aber oft als erste gezogen. Weisheitszähne bereiten oft mehr Schmerzen als sie dem Kauen nützen.


Die Weisheitszähne sind die hintersten Mahlzähne in der menschlichen Zahnreihe. Sie sind die letzten Zähne, die sich entwickeln – bei manchen Menschen erst mit 14 Jahren. Weil sie erst beim Erwachsenen das Zahnfleisch durchbrechen (oder gar nicht), werden sie auch Weisheitszähne genannt.

Evolutionäre Entwicklung

Die ersten Menschen konnten ihre rohe Nahrung nur mittels vieler und starker Zähne zerkleinern. Nicht nur durch die Umstellung der Kost auf gekochte Speisen schwand diese Notwendigkeit im Laufe der Zeit. In der Evolution – und auch infolge des aufrechten Gangs – verkürzte sich unser Kieferknochen: Die hintersten Zähne verkümmerten, weil sie nicht mehr gebraucht wurden und auch keinen Platz mehr im Kiefer hatten.

Persönliche Entwicklung

Weil sich der Weisheitszahn als letzter entwickelt, kommt es oft dazu, dass er nicht ganz durchs Zahnfleisch durchbricht. Nun ist er teilweise vom Zahnfleisch bedeckt und kann nur unzureichend geputzt werden. Oft sind Entzündungen die Folge.

Schwieriges Putzen

Durch die schwierigere Pflege dieser Zähne sind sie gefährdeter als die restlichen in der Reihe. Es gibt aber noch eine andere Problematik mit den Weisheitszähnen im menschlichen Gebiss: Es ist wissenschaftlich nicht gesichert, ob Weisheitszähne die anderen Zähne in der Reihe verschieben. Vor allem ist unklar, ob ein Zusammenhang zwischen Weisheitszähnen und dem Engstand der Frontzähne besteht. Oft werden die Zähne schon vor ihrem Durchbruch operativ entfernt.

Erschwerend dabei ist, dass die Weisheitszähne keine charakteristische Form haben und auch die Anzahl ihrer Wurzeln unterschiedlich sein kann – teilweise sind sie sogar gebogen oder miteinander verwachsen. Das Zahnziehen wird dadurch nicht gerade erleichtert. Und: Oft stehen sie nicht aufrecht im Kiefer sondern liegen quer.

Weisheitszahn gezogen und danach?

Durch die Form und Lage der Weisheitszähne ist ihre Entfernung - wenn sie denn notwendig ist - oft schwierig. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Zahnziehen muss der Weisheitszahn dann operativ entfernt werden. Dadurch entsteht sowohl im Zahnfleisch als auch im Kieferknochen eine Wunde, die chirurgisch verschlossen werden muss.

In der Nachbehandlung müssen einige Vorschriften beachtet werden. So sollte nach der Extraktion die Ernährung schonend für die Operationswunde sein. Das heißt, dass kein zu heißes Essen verzehrt werden soll. Auch auf Alkohol, Nikotin und Milchprodukte sollte verzichtet werden, weil sie Beläge bilden.


"Auf das Zähneputzen rund um die Operationsnarbe braucht nicht verzichtet zu werden, die Wunde selbst darf aber nicht gespült werden", so Dr. Josef Bukal, Primar des Zahnambulatoriums der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse.

Ist die Wunde im Oberkiefer, würde Schnäuzen bei eröffneter Kieferhöhle einen zu großen Druck auf die Operationsnarbe ausüben, so Bukal weiter. Deshalb darf für etwa drei Wochen die Nase nur sehr vorsichtig geputzt werden.


Mag. Christian Boukal

Juni 2006


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020