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Check-up für das Ungeborene


Check up für das UngeboreneMit pränataler Diagnostik kann man Fehlbildungen beim Fötus erkennen. Ist mein Kind gesund? Diese bange Frage aller werdenden Eltern kann mit Hilfe der pränatalen Diagnostik beantwortet werden. Sie macht es möglich, Erkrankungen und Fehlentwicklungen des Ungeborenen schon während der Schwangerschaft zu erkennen.

 

Ob Bub oder Mädchen, das ist uns egal. Hauptsache, das Kind ist gesund.“ Es gibt wohl keine werdende Mama und keinen Papa in spe, die nicht so denken. Die große Mehrheit der Neugeborenen kommt auch ganz gesund auf die Welt, nur zwei bis vier Prozent der Säuglinge werden mit einer Fehlbildung geboren.


„Die Sorgen von werdenden Müttern sind natürlich und zeigen ihre Liebe zum ungeborenen Kind. Aber sie sollen nicht während der ganzen Schwangerschaft präsent sein, sondern gehören zerstreut“, sagt Dr. Angelika Soldan-Salzmann von der Abeilung Gynäkologie/Pränatalstation der  Frauen- und Kinderklinik Linz. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Tests, mit deren Hilfe man Fehlbildungen oder Erkrankungen des Ungeborenen diagnostizieren kann. Man unterscheidet zwischen nicht-invasiven (also außerhalb des Körpers vorgenommenen) Untersuchungen und invasiven (innerhalb des Körpers durchgeführten) Tests. Zwischen der 11. und der 13. Schwangerschaftswoche kann eine sonografische Messung der fötalen Nackenfalte erfolgen – auch Nackendichtemessung genannt. Diese ermöglicht eine erste Abschätzung, ob das Ungeborene ein Down-Syndrom („Mongolismus“) hat. Mit 90-prozentiger Sicherheit kann der Combined-Test, bei dem die drei Hormone a-Fetoprotein, b-HCG und Östriol bestimmt werden, über eine Anomalie der Chromosomen Auskunft geben.

 

Geburt besser planbar

Bei der Fruchtwasseruntersuchung sticht der Arzt in die Fruchtblase und saugt Fruchtwasser ab, woraus eine Zellkultur angelegt wird, die anschließend einer DNA- und Chromosomenanalyse unterzogen werden kann.

 

In der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche kann der Arzt ein Organscreening durchführen. Die Organe des Fötus sind dann schon so weit entwickelt, dass man eine Erkrankung oder Fehlbildung erkennen kann. Wer vor der Geburt schon weiß, dass sein Kind danach gleich eine spezielle Behandlung braucht, hat die Möglichkeit, mit Spezialisten Kontakt aufzunehmen. Auch die Geburt kann besser geplant werden: Ist beispielsweise normales Gebären für Kinder mit Herzfehlern zu anstrengend, bietet sich ein Kaiserschnitt an. Wenn nötig, kann das Neugeborene danach sofort mit Medikamenten behandelt oder auch operiert werden.

 

Birgit Baumann
Oktober 2008
aktualisiert August 2013

Foto: Bilderbox, privat

Kommentar

Check-up für das Ungeborene„Pränatale Diagnostik tut nicht weh, kostet kaum Zeit, bietet aber wichtige Untersuchungen, mit denen man Fehlbildungen beim Fötus erkennen kann. Mit diesem Wissen ist es möglich, den Geburtsvorgang anders zu steuern, etwa die Geburt engmaschiger zu überwachen.“
OA Dr. Angelika Soldan-Salzmann
Abteilung Gynäkologie/Pränatalstation, Frauen- und Kinderklinik Linz

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020