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Lebensrettendes Blutspenden

Blutspenden - BlutkonservenEin Verkehrsunfall, eine Operation, eine Erkrankung, eine dramatische Geburt – jeder kann unerwartet in die Lage kommen, Blut zu benötigen. Hilfe ist nur möglich, wenn ausreichend Blutkonserven zur Verfügung stehen. Doch mit einer Spende des „roten Saftes“ kann nicht nur Leben gerettet, sondern genauso die eigene Gesundheit kontrolliert werden.

„Auch medizinische Forschung und Entwicklung hängen oft davon ab, ob Blut vorhanden ist“, erklärt die Blutzentrale Linz des Österreichischen Roten Kreuzes.

Blutspenden ist unkompliziert

Über Einwegmaterialien nimmt geschultes Personal sorgfältig rund 0,4 Liter Blut ab. Die gespendete Blutmenge ist so gering, dass der Organismus den Verlust schnell wieder ausgleichen kann. Jede Blutspende wird analysiert, überprüft und kontrolliert.

Tausende benötigen Blut

Unfallopfer, chronisch kranke Menschen wie beispielsweise Krebspatienten, Transplantierte, Patienten, die vor großen Operationen stehen, aber auch Neugeborene müssen ständig mit Blutkomponenten versorgt werden. „Wir in Oberösterreich benötigen Woche für Woche über 1000 Blutkonserven“, berichtet die Blutzentrale Linz.

Untersuchung des Blutes

Vor der ersten Blutspende wird der Spender gründlich untersucht. Alle Blutspenden werden auf Infektionserreger analysiert. Somit liefert Blut spenden eine kostenlose Analyse des Gesundheitszustandes. Weichen Ergebnisse von Normwerten ab, werden die Spender informiert. „Sie wissen über ihren Gesundheitszustand bestens Bescheid und haben zudem das gute Gefühl, etwas Unbezahlbares geschenkt zu haben: sich selbst“, so die Blutzentrale.

Sicherheit

„Wir haben einen der höchsten Sicherheitsstandards und verwenden ausschließlich Einwegmaterialien. Permanente Qualitätsverbesserungen, Tests, Kontrollen und Analysen sind Basis für oberste Sicherheit in der Versorgung“, unterstreicht die Blutzentrale.

Wer darf spenden?

Blut spendenkönnen alle gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren im Abstand von acht Wochen. Der Gesundheitsfragebogen und das anschließende vertrauliche Gespräch mit dem Arzt dienen sowohl der Sicherheit der Blutprodukte, als auch der Sicherheit der Blutspender. Mitzubringen sind ein amtlicher Lichtbildausweis oder der Blutspendeausweis. Den Laborbefund erhält der Spender etwa acht Wochen später zugeschickt.

Drei bis vier Stunden vor der Blutspende sollte der Spender zumindest eine kleine Mahlzeit und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und nach der Blutspende körperliche Anstrengungen vermeiden.

Blut darf nicht gespendet werden, wenn Folgendes zutrifft:

  • Einnahme von Blutdruckmedikamenten
  • „Fieberblase“
  • offene Wunde, frische Verletzung
  • akute Allergie
  • Krankenstand und Kur

In den letzten 48 Stunden:

  • Eine Impfung mit Totimpfstoff, z.B. FSME Influenza, Diphtherie, Tetanus, Polio, Meningokokken, Hepatitis-A/-B, etc.

In den letzten drei Tagen:

  • Desensibilisierungsbehandlung (Allergien)

In den letzten sieben Tagen:

  • Zahnbehandlung
  • Zahnsteinentfernen

In den letzten vier Wochen:

  • Infektionskrankheiten (grippaler Infekt, Darminfektion bzw. Durchfall, etc.)
  • Eine Impfung mit Lebendimpfstoff, z.B. Masern, Mumps, Röteln, Schluckimpfung, BCG, etc.
  • Zeckenbiss
  • Einnahme von Antibiotika, Schmerzmittel

In den letzten vier Monaten:

  • Piercen, Tätowieren, Ohrstechen, Akupunktur außerhalb der Arztpraxis
  • Magenspiegelung, Darmspiegelung
  • Kontakt mit HIV, Hepatitis-B und C

In den letzten sechs Monaten:

  • Aufenthalt in Malariagebieten

Welche Werte werden gemessen?

Neben Blutgruppen- und Rhesusfaktorbestimmung, verschaffen die angeführten Begriffe ein Überblick über die wichtigsten gemessenen Werte.

  • Blutdruck
  • Gesamtcholesterin: Die Gesamtcholesterin-Konzentration ist eine Basisgröße, die Auskunft gibt, ob weitere Blutfettwerte untersucht werden sollen.
  • ALT Wert: Die ALT ist ein Enzym der Leber, die in erhöhten Ausmaß im Blut messbar wird, wenn die Leber geschädigt wird.
  • Blutbild und Hämaglobin: Das Blut wird auf die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) getestet. Ist das Blutbild auffällig, erhält der Spender eine gesonderte Information.
  • Neopterin:Wird von Fresszellen im Blut ausgeschüttet, wenn sie durch Stress oder eindingende Bakterien und Viren aktiviert werden. Dieser Wert ist ein Hinweis für eine bestehende oder manchmal auch für eine nicht erkannte Infektion.
  • Hepatitis B-Virus: Das Blut wird auf Spuren von Hepatitis B-Viren untersucht. Dieses Virus ist hoch infektiös und kann vor allem durch direkten Blutkontakt wie auch ungeschützte Sexualkontakte übertragen werden.
  • Hepatits C-Virus: Dieses verursacht sehr häufig eine chronische Leberentzündung, die über Jahrzehnte auch unentdeckt bleiben kann.
  • HIV: Dieses Virus wird vorwiegend durch direkten Blutkontakt, gemeinsamen Gebrauch von Drogen oder auch ungeschützten Sexualverkehr übertragen. Es verursacht eine ausgeprägte Immunschwäche (AIDS), die auch zum Tode führen kann.
  • TPHA(Syphilis): Hier werden Antikörper gegen den Erreger der Syphilis (Lues) nachgewiesen, der hauptsächlich durch Sexualkontakte übertragen wird. Die Erkrankung wird durch Antibiotika behandelt, die Antikörper verbleiben ein Leben lang, auch wenn man bereits geheilt ist.

Blutzentrale

Der Blutspendedienst arbeitet gemeinnützig und nicht Gewinn orientiert. Blutspendeaktionen, Vollversorgung von Krankenhäusern, Versorgung von Blutern, Untersuchungen, Organisation von Organspenden, intensive Ausbildungs- und Lehrtätigkeit sind Leistungen der Blutzentrale. „Ab sofort ist auch die Stammzellenspende möglich: Das Blut der Nabelschnur ist eine wertvolle Quelle für Stammzellen. Die wiederum ermöglichen die Heilung von Krankheiten“, teilt die Blutzentrale mit.


Weitere Informationen unter http//www.roteskreuz.at


Cornelia Schobesberger

Dezember 2006


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020