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Gefahr im Garten: Schutz vor Verletzungen

Gefahr im Garten: Schutz vor VerletzungenDer eigene Garten ist für viele Österreicher ein beliebtes Rückzugsgebiet, in dem sie abschalten und die Natur genießen können. Leider birgt das Arbeiten im Grünen auch Gefahren. Mehr als 20.000 Personen verletzen sich jährlich dabei.

Die Gartenarbeit hat auch im Herbst Hochsaison. Dabei passieren aber auch immer wieder Unfälle. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verletzen sich jährlich rund 21.900 Personen beim Baum- oder Heckenschneiden, Mähen oder Rechen in der Freizeit so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. „Die meisten Unfälle passieren im Umgang mit Leitern, gefolgt von Tätigkeiten mit bearbeitetem Holz wie Holzbrettern und -balken, die zum Beispiel auf die Füße fallen. Auch beim Umgang mit Schneidegeräten sowie mit Pflanzen, wenn man etwa darüber stolpert oder hängen bleibt, passieren immer wieder Unfälle. Bei jeder zehnten Verletzung spielt Überstrapazierung eine Rolle, wenn man beispielsweise zu schwer gehoben hat“, erklärt Dipl.-Ing. Alexandra Kühnelt-Leddihn vom Bereich Präventionsberatung des KFV.

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Nichts herumliegen lassen

Ist das Gras nass, ist es meist sehr rutschig. Beim Ausrutschen kommt es genuaso zu Verletzungen wie bei Stürzen über herumliegendes Werkzeug, wie zum Beispiel einen Rechen. Gartengeräte sollte man daher sofort nach dem Gebrauch wieder kindersicher verstauen. Beschädigte Maschinen sollte besser ein Fachmann reparieren. Und verfängt sich etwas in einem mechanischen Gerät, sollte man nie in das laufende Gerät greifen, um beispielsweise Gestrüpp zu entfernen. Beim Rasenmähen gilt: Profigärtner mähen parallel zum Hang. Stürzt man, so rutscht man nicht unter das Gerät. Auch auf Leitern kann man Unfälle vermeiden, wenn man Produkte mit rutschhemmenden Sprossen verwendet. Wer mit diesen Dingen hantiert, sollte sich vorab über die richtige Anwendung informieren. „Inzwischen bieten viele Baumärkte und auch Volkshochschulen Kurse im Umgang mit diversen Geräten an, die früher hauptsächlich von Profis verwendet wurden, heute aber für alle Heimwerker leicht erhältlich sind. Dabei wird üblicherweise nicht nur der richtige Umgang mit dem Gerät, sondern auch die korrekte Schutzausrüstung gezeigt“, sagt die Expertin.

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Vorsicht vor giftigen Pflanzen

Neben den Geräten sollte man auch die Pflanzen im Garten genauer unter die Lupe nehmen. Einige sind nämlich giftig. Dazu zählen beispielsweise Tollkirsche, Finger- und Eisenhut, Eibe, Maiglöckchen, Liguster, Eibe, Oleander oder Herbstzeitlose. Die Samen und Nadeln der Eibe etwa enthalten viel Taxin. Es kann im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Störungen, Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen oder zum Tod führen. Bereits drei bis vier Beeren der Tollkirsche können bei Kindern Symptome wie Hautrötung, Herzrasen oder Halluzinationen hervorrufen. Beim Eisenhut hingegen ist die Giftaufnahme über die Haut und die Schleimhäute möglich. Spielen die Kleinen mit den Blüten, besteht bereits Gefahr. Umso wichtiger ist es, dass Eltern Bescheid wissen, was in ihrem Garten wächst. Den Kindern wiederum sollte man früh beibringen, was sie essen dürfen und was nicht. Auch Schädlings- oder Unkrautbekämpfungsmittel müssen immer gut verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Bei Vergiftungsverdacht berät das medizinische Personal der Vergiftungsinformationszentrale unter der Notruf-Nummer 01 406 43 43 rund um die Uhr.

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Kindersicherer Garten

Neben giftigen Pflanzen müssen Kinder im eigenen Garten vor dem Ertrinken geschützt werden. Wassertiefen von wenigen Zentimetern können bereits zur Gefahr werden, weshalb man die Kleinen nie unbeaufsichtigt lassen sollte. Auch ist es ratsam, um Biotope und Schwimmbecken einen Zaun anzubringen. Aber auch Spielgeräte, wie Schaukeln, Rutschen oder Klettergerüste, können gefährlich werden. Es ist daher ratsam, nur Produkte mit dem CE-Zeichen bzw. der Kennzeichnung „ÖNORM EN 1176“ zu kaufen. Zudem ist sicherzustellen, dass die Geräte fest im Boden verankert sind und regelmäßig überprüft werden. „Es sollen keine Splitter abstehen und das Holz darf nicht morsch sein“, ergänzt Kühnelt-Leddihn. Während der Gartenarbeit ist bei der Inbetriebnahme von Maschinen und elektrischen Geräten hingegen sicherzustellen, dass keine kleinen Kinder in der Nähe sind.

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Gut gerüstet

Die meisten Unfälle lassen sich mit einfachen Maßnahmen verhindern. „Es kommt vor allem auf eine gute Vorbereitung an. Neben der passenden Auswahl der Geräte braucht es auch eine optimale Zeitplanung, um ruhig und konzentriert arbeiten zu können“, sagt Kühnelt-Leddihn. Zudem dürfen Hobbygärtner nicht auf eine gute Schutzausrüstung verzichten. Dazu zählen festes Schuhwerk, lange, anliegende Hosen und Oberbekleidung sowie Gartenhandschuhe. Wer hart arbeitet, muss regelmäßig Pausen machen und viel trinken. „Vermeiden Sie zudem, im direkten Sonnenlicht und während großer Hitze zu arbeiten“, sagt die Expertin. Dann sollte dem unbeschwerten „Garteln“ nichts mehr im Weg stehen.

MMag. Birgit Koxeder-Hessenberger
September 2013


Foto: Biderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020