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6.900 verletzte Kinder auf Spielplätzen


Lachender Junge auf einer SchaukelRutschen, Schaukeln, Klettern – für Kinder aller Altersstufen ist das ein großer Spaß. Doch für rund 6.900 unter 15-Jährige endete das Spielvergnügen mit so schweren Verletzungen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten, berichtet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Die Verletzungen reichen laut KfV von Abschürfungen und Prellungen bis hin zur häufigsten Verletzung, dem Knochenbruch: 61 Prozent der Kinder zogen sich eine Fraktur zu.
 

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Verletzungen vermeiden

Spielplätze bieten vielseitige Bewegungsmöglichkeiten, die für die kindliche Entwicklung enorm wichtig sind, so das KfV. Viele Unfälle ereignen sich aufgrund von übermütigem Verhalten. „Kinder sollen in ihrem Bewegungsdrang aber nicht eingeschränkt werden. Vielmehr müssen Spielplätze so gestaltet und ausgestattet sein, dass das Verletzungsrisiko minimiert wird. Damit Verletzungen vermieden oder möglichst gering gehalten werden, sollten Spielplatzbetreiber und Gerätehersteller Sicherheitsnormen einhalten", erklärt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im KfV. Mit neu bearbeiteten Normenserien legt das österreichische Normungsinstitut sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Spielplatzgeräte und -böden fest. Die Anforderungen der Normen entsprechen dem aktuellen technischen Stand und beziehen sich auch auf neu entwickelte Spielgeräte.
 

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Umschlossene Spielgeräte

Immer häufiger findet man auf Spielplätzen so genannte vollständig umschlossene Spielgeräte wie beispielsweise Burgen, in die Kinder über Zugänge hinein, hinauf und wieder hinaus klettern können. „Laut Norm sollen Erwachsene jeden Punkt im Inneren derartiger Spielgeräte erreichen können. Die Einhaltung dieser Regelung ist wichtig, um dem Kind im Ernstfall helfen oder bei Verletzungen rechtzeitig reagieren zu können“, so Dunzendorfer. Netze aus beweglichen Elementen wie Seilen oder Ketten sollen normgerechte Durchgangsöffnungen und Fallhöhen aufweisen, um Sturzverletzungen zu vermeiden. Der Fallraum muss von Hindernissen und Gegenständen frei gehalten werden und je nach Fallhöhe mit bestimmten sturzhemmenden Materialien angelegt sein.
 

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Individuelle Entwicklung berücksichtigen

Erstmals wurde berücksichtigt, dass nicht das Alter eines Kindes dafür entscheidend ist, ob es ein Gerät benutzen darf, sondern die individuelle Fähigkeit und Entwicklung. „Bisher galt bei vielen Geräten die Drei-Jahres-Grenze, das heißt, bestimmte Geräte waren nur für Kinder ab drei Jahren zugelassen. Geschicklichkeit, Kraft oder Balance hängen aber von der individuellen Entwicklung eines Kindes ab und können nicht auf das Alter allein festgelegt werden“, betont Dunzendorfer. Eltern müssen neben ihrer generellen Aufsichtspflicht daher am Spielplatz auch darauf achten, ob ihr Kind ein bestimmtes Gerät schon benutzen kann oder besser auf anderen Spielplatzgeräten spielt, die seinen Fähigkeiten eher entsprechen.
 

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Verantwortungsvolle Spielplatzbetreiber

Die Haftung von Spielplatzunfällen fällt in den Verantwortungsbereich des Betreibers. Gemeinden, Hotellerie oder Gastgewerbe müssen dafür sorgen, dass die Geräte in einwandfreiem Zustand sind und keine Gefahr für Kinder darstellen, unterstreicht das KfV. „Die Einhaltung der Sicherheitsnormen für Spielplatzgeräte ist zwar nicht verbindlich, wird aber dringend empfohlen. Die festgelegten Anleitungen für Gestaltung, Wartung und Betrieb von Spielplätzen haben das Ziel, Unfälle zu verhindern“, erklärt Dunzendorfer.

Für weitere Informationen zum Thema steht der Folder "Checkliste
Spielplatz" kostenlos unter www.kfv.at  zum Download zur Verfügung.

Cornelia Schobesberger
März 2009

Foto: Bilderbox
 

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020