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Christbaumkerzen: Brandgefährlich für Kleinkinder

Christbaumkerzen - Brandgefährlich für KleinkinderRund 500 Wohnungsbrände ereignen sich in den beiden Weihnachtswochen vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner. Kleinkinder, die rund um den Christbaum spielen, können Brände auslösen, berichtet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

In der Weihnachtszeit können unachtsames Abbrennen von Christbaumkerzen aber auch spielende Kinder in der Nähe des Christbaums zu Wohnungsbränden führen. „Alleine in den zwei Weihnachtswochen vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner ereignen sich jedes Jahr durchschnittlich rund 500 Brände in den österreichischen Haushalten. Die Wahrscheinlichkeit für einen Wohnungsbrand in der Weihnachtszeit ist etwa viermal höher als im restlichen Jahr“, stellt Mag. Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im KfV fest. Brennende Kerzen am Christbaum führen Kinder leicht in Versuchung danach zu greifen. Vor allem Kleinkinder dürfen deswegen nicht mit brennenden Kerzen alleine gelassen werden. „Auch Babys, die von Eltern getragen werden, können sich beim Vorbeigehen am Christbaum Verbrennungen zuziehen, wenn sie über eine brennende Kerze greifen, oder durch Ziehen an Ästen den Baum zum Kippen bringen. Hier gilt besondere Vorsicht.“, betont Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im KfV.

Elektrische Beleuchtung empfehlenswert

Christbäume werden oft schon Monate vor dem Fest geschnitten und verlieren bis zum Fest bereits einen Großteil ihrer Feuchtigkeit, berichtet das KfV. Dazu trocknet die warme Luft in den Wohnräumen die Bäume noch weiter aus. „Ein trockener Christbaum steht innerhalb von 20 Sekunden in Vollbrand. Bereits nach 90 Sekunden ist vom Baum nichts mehr übrig – dafür brennt das Zimmer lichterloh. Besonders in Haushalten mit Kleinkindern sollte man zur Sicherheit auf elektrische Christbaumkerzen umsteigen – Zimmerbrände und Brandverletzungen durch offenes Feuer können so vermieden werden“, rät Zetinigg. Will man nicht auf echte Kerzen verzichten, sollte unbedingt ein Kübel Wasser oder ein Feuerlöscher bereitstehen. Feuerzeuge und Streichhölzer müssen darüber hinaus unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Sicherer Halt für den Baum

Bunter Christbaumschmuck und Naschereien am Baum sind für Kleinkinder naturgemäß eine tolle Attraktion. Gefahr besteht allerdings dann, wenn der Baum keinen festen Stand hat. „Denn durch Ziehen an Kugeln oder Festhalten an Ästen, beispielsweise um sich daran hochzuziehen, kann der Baum ins Wanken geraten und kippen. Das Feuer der Christbaumkerzen kann dabei leicht auf brennbare Materialien übergreifen“, warnt Zetinigg. Die richtige Verankerung in einem stabilen Christbaumständer ist daher unbedingt notwendig, damit Brandgefahr und Verletzungen durch einen umgekippten Baum vermieden werden kann. Der Christbaumständer sollte in seiner Größe und Standfläche auf die Höhe des Baumes abgestimmt sein. Beim Aufstellen muss darauf geachtet werden, dass der Stamm sicher im Ständer befestigt ist. Ein mit Wasser befüllte Ständer verzögert das Austrocknen des Baumes und erhöht damit die Brandsicherheit, so das Kuratorium.

Gefährlicher Christbaumschmuck

Mancher Christbaumschmuck ist so klein oder enthält kleine Teile, die von Kleinkindern verschluckt werden könnten. Dieser Schmuck sollte daher vermieden oder hoch oben am Baum aufgehängt werden, sodass Kinder ihn nicht erreichen können. Auch auf Krippenfiguren unter dem Christbaum sollte verzichtet werden, wenn sie nicht kindersicher gestaltet sind – giftige Farbbemalung und Kleinteile gehören nicht unter den Baum. „Lassen Sie heruntergefallenen Christbaumschmuck nicht achtlos am Boden liegen. Besonders Christbaumkugeln sind sehr filigran – steigen oder greifen die Kinder darauf, können sie leicht brechen und ihre Scherben zu Schnittverletzungen führen“, rät Dunzendorfer. Kleinkinder sollten sich nie unbeaufsichtigt beim Christbaum oder bei brennenden Kerzen aufhalten.

Mag. Christian Boukal

Jänner 2014

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020