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Folgenreiche Verbrennungen

Folgenreiche Verbrennungen - FeuerlöscherJe nachdem, welche Hautschichten betroffen sind, unterscheidet man zwischen Verbrennungen ersten, zweiten und dritten Grades. Der Verbrennungsgrad und die verbrannte Körperoberfläche sind die beiden - auch im Volksmund relativ bekannten - Faktoren, an denen man die Schwere einer Verbrennung festmachen kann.

Bei einer Verbrennung werden Haut, Haare, Schweißdrüsen und teilweise sogar die Muskulatur geschädigt. Es entsteht eine so genannte Verbrennungswunde, die abhängig von Temperatur, Einwirkungsdauer und Art der Wärmequelle unterschiedlich schwer ausfällt.

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Folgen

Neben der Gewebeschädigung kann eine Verbrennung auch eine Vielzahl von anderen Vorgängen auslösen. Ab einer Verbrennungstiefe zweiten Grades und einer Verbrennungsfläche von mehr als 20 Prozent bei Erwachsenen, zehn Prozent bei Kindern oder fünf Prozent bei Säuglingen muss mit der Entstehung eines Verbrennungsschocks und somit mit einer lebensbedrohlichen Störung für den Patienten gerechnet werden. Die Schädigung der Haut führt, insbesondere bei ausgedehnten Verbrennungen, zu komplexen Regulations- und Funktionsstörungen, die alle Organe betreffen können. Dieser Zustand kann noch Tage bis Wochen nach dem Unfallereignis lebensbedrohliche Krisen auslösen.

„Die Schwere einer Verbrennung wird in den ersten Stunden und Tagen entscheidend vom Zeitpunkt und der Qualität der Versorgung mitbestimmt. Dank hochspezialisierter und interdisziplinärer Behandlung können heute in einem Verbrennungszentrum Menschen selbst mit großflächigen und tiefen Verbrennungen gerettet werden, die noch vor wenigen Jahren kaum eine Überlebenschance gehabt hätten“, erläutert Dozent Dr. Lars-Peter Kamolz, plastischer Chirurg auf der Intensivstation für Brandverletzte am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Wien.

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Sicherheitstipps

Um besser über die Gefahren von Feuer, Strom und heißen Flüssigkeiten aufzuklären, haben die Intensivstation für Brandverletzte im AKH Wien, die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) gemeinsam die Broschüre „Verbrennungen: Prävention und Erste Hilfe“ verfasst. Auf 16 Seiten gibt es jede Menge Sicherheitstipps zu den Themen brandfreie Hausarbeit, Grillen, Gefahrenquelle Strom und offenes Feuer während der Advents- und Weihnachtszeit. Speziell für Eltern gibt es die Rubrik „Gut zu wissen - wenn Kinder im Haushalt leben“.


Sollte es doch einmal zu einem Unfall kommen, sind auf den letzten vier Seiten der Broschüre Hinweise zur richtigen Erstversorgung von Brandverletzten zu finden. „Eigentlich wünschen wir uns, dass die Leser diese vier Seiten niemals benötigen. Wenn man über die Risiken und den richtigen Umfang mit Feuer, Strom und heißen Flüssigkeiten aufgeklärt ist, muss niemand erst durch Schaden klug werden“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV.

Die Broschüre wird vom KfV bei Events und Aktionen verteilt, außerdem ist sie in zahlreichen Krankenhäusern und den Einrichtungen des Fonds Soziales Wien erhältlich. Zudem kann der Ratgeber www.kfv.at oder www.brandverletzt.info herunter geladen werden.


Cornelia Schobesberger
Dezember 2006

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020