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AUVA: Neues Programm gegen Sturzunfälle

AUVAEtwa ein Drittel aller Unfallursachen am Arbeitsplatz sind Stürze, berichtet die Allgemeine Unfall-versicherungsanstalt (AUVA). Mit einem neuen Programm will die Versicherungsanstalt die Unfallzahl um zehn Prozent verringern.

 

Die Folgen von Sturzunfällen stellen oft eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen dar. Dabei können gerade Stürze — im Gegensatz zu anderen Unfallursachen — relativ leicht verhindert werden. Das Bewusstsein für Unfallverhütung will die AUVA durch eine Schwerpunktkampagne schärfen.

 

 

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Besonders häufige Ursache von Arbeitsunfällen

„Wenn wir uns die Statistik der letzten Jahre anschauen, so sind von den jährlich rund 71.000 Arbeitsunfällen über 21.000 – also 30 Prozent – auf Sturz und Fall zurückzuführen“, erläutert AUVA-Obmann Komm.-Rat Helmut Klomfar. Andere Ursachen für Arbeitsunfälle liegen weit dahinter.

 

Dabei passieren 87 Prozent aller Sturzunfälle direkt am Arbeitsplatz. Davon 56 Prozent auf ebenem Boden, deutlich weniger von erhöhten Standorten wie etwa Leitern, Treppen, Gerüsten oder durch Öffnungen.

 

2006 starben 26 Menschen in Folgen eines Sturzes von einem Gerüst oder Dach, Hunderte verletzten sich schwer, berichtet die AUVA.

 

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Kampagne bis ins Frühjahr 2008

AUVA_PosterDie AUVA startet im Herbst 2007 eine breit angelegte Werbekampagne, um die Öffentlichkeit auf die Prävention von Sturzunfällen aufmerksam zu machen. „Am 21. September läuft bundesweit die erste Welle von TV-, Radio- und Kinospots an, und zwar unter dem Motto ‚Baba und fall net!’, einem Hit von Wolfgang Ambros aus den Achtzigerjahren. Im Frühjahr 2008 folgt dann eine zweite Welle. Außerdem haben wir 20 Themen- und Info-Folder gestaltet, um möglichst genau auf die Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen eingehen zu können. Zusätzlich werden Präventionsexperten der AUVA das Thema ‚Sturz und Fall’ bis Juni 2008 österreichweit in rund 100.000 Betriebe tragen“, erklärt Klomfar.

 

Im Auftrag der AUVA wurde unter anderem TV-, Radio und Kinospots, rund zwanzig Poster zu den wichtigsten Themenbereichen sowie eine Broschüre zum AUVA-Trainingsprogramm und eine Informations-DVD mit sämtlichen Werbemitteln und Schulungsunterlagen hergestellt. Mit einem Bestellfolder können Interessierte das Infomaterial unter der Projektnamen „Baba und Fall net!“ auf www.auva.at anfordern.

 

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Ziel: Minus zehn Prozent

„Mit unserer Kampagne werben wir vor allem für ein Training des Gleichgewichtssinns. Unser Tipp: Täglich 30 Sekunden auf einem Bein stehen, zum Beispiel in der Früh beim Sockenanziehen. Diese regelmäßige Übung ist das beste Gleichgewichtstraining. Als Ziel unseres Präventionsprogramms halten wir eine Reduktion der Sturzunfälle um zehn Prozent bis Ende 2008 für durchaus machbar“, so Klomfar.

 

Die Erreichung dieses Ziels würde eine bedeutende Ersparnis für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft in Österreich bedeuten, wie Klomfar weiter ausführt: „Wir schätzen, dass so alleine die AUVA rund 30 Millionen Euro bis Ende 2008 einsparen kann, ganz abgesehen von den positiven Effekten für die Krankenkassen und für die Volkswirtschaft insgesamt.“

 

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Kampagne soll sich auch auf Freizeitunfälle auswirken

Klomfar sieht auch eine positive Auswirkung auf die Entwicklung der Freizeitunfälle. Seit langem übersteigt die Zahl der Unfälle in der Freizeit diejenigen der Arbeitsunfälle. Je mehr Menschen durch die Kampagne erreicht werden, desto besser werden sie gegen die vermeidbaren Gefahren durch Sturz und Fall gewappnet sein, so der AUVA-Obmann.

 

Mag. Christian Boukal
Oktober 2008

Foto: AUVA

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020