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Aufblasbare Rodeln: Erhöhte Verletzungsgefahr

Aufblasbare Rodeln: Erhöhte Verletzungsgefahr 151x131Rodeln kann auch gefährlich werden. Ein besonderes Sicherheitsrisiko sind aufblasbare Rodeln, da ihre Brems- und Steuerbarkeit oft überschätzt wird, berichtet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Im Jahr 2005 endete die Rodelpartie mit einem derartigen Produkt für einen Tiroler sogar tödlich.

„Aufblasbare Rodeln stellen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar, da sie hohe Geschwindigkeiten erreichen können und aufgrund der Produktbeschaffenheit oft nicht kontrollierbar sind. Für den Benutzer ist diese Gefahr nicht ersichtlich, daher scheinen aufblasbare Rodeln für ihn ungefährlich zu sein“, warnt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im KfV. Im Auftrag des Sozialministeriums überprüfte das KfV zwölf auf dem Markt befindliche Rodeln hinsichtlich Produktinformationen, Fahreigenschaften und Verletzungsquellen. Ernüchterndes Ergebnis: Nur ein Viertel der getesteten Rodeln konnte positiv bewertet werden.


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Form und Ausführung

Gefährlich sind laut KfV vor allem aufblasbare Reifen oder ähnliche Formen und Rodeln mit glatter Bodenfläche ohne Rillen. Sie sind weder kontrolliert brems- noch lenkbar und erreichen selbst im flachen und ungefährlich erscheinenden Gelände hohe Geschwindigkeiten. Auch wenn im Zielraum des Rodelhanges Auffangvorrichtungen wie etwa Polsterungen angebracht sind, können auch schwere Verletzungen der Wirbelsäule nicht ausgeschlossen werden, da die Aufprallrichtung des Körpers nicht steuerbar ist. „Nur Trapez- oder viereckige Formen mit Rillen erwiesen sich im Test als überhaupt kontrollierbar“, erklärt Dunzendorfer. Neben den empfohlenen Formen und Rillen sind auch Haltegriffe an der Seite und vorne an der Rodel eine wichtige Sicherheitsvorkehrung.

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Mangelnde Produktinfos und Verhaltenshinweise

Warnhinweise oder Anleitungen zur richtigen Benutzung waren bei den überprüften Produkten auf der Verpackung oder der Rodel selbst oft nur versteckt angebracht und zudem häufig in einer viel zu kleinen, nicht lesbaren Schrift, so das KfV. Unbedingt angegeben sein sollten die Mindestgröße und das empfohlene Alter des Benutzers sowie das maximale Belastungsgewicht der Rodel. „Auch Angaben zur richtigen Benutzung der Rodel und mögliche Gefahren sind unbedingt notwendig und müssen vom Konsumenten ernst genommen werden. Bevor man den Hang hinunterfährt, sollte man auf einer kurzen und flachen Strecke üben, um mit den Fahreigenschaften vertraut zu werden. Vor dem Start sollte auch der Zielbereich des Rodelhangs erkundet werden, damit man nicht gegen Hindernisse fährt und ausreichend Auslauf gewährleistet ist“, rät Dunzendorfer. Nicht benutzt werden dürfen aufblasbare Rodeln auf Schipisten, auch auf nahezu allen Rodelbahnen in Österreich sind die Luftgefährte verboten. Mit stabilen Schuhen, um während der Fahrt besser bremsen und lenken zu können sowie Schneehandschuhen und Schihelm, um Verletzungen im Fall eines Sturzes oder Zusammenstoßes vorzubeugen, ist man richtig ausgestattet. Kinder während des Rodelns immer beaufsichtigen!

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Produktsicherheit


Das KfV appelliert an die Hersteller von aufblasbaren Rodeln, entsprechende Warnhinweise, Produktinformationen und Verhaltensempfehlungen auf Verpackung und Rodel anzubringen. Am Produkt selbst sollten sicherheitstechnische Vorrichtungen wie beispielsweise Haltegriffe und Rillen vorgesehen sein, um das Verletzungsrisiko der Benutzer zu reduzieren.

Cornelia Schobesberger
Jänner 2009

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020