DRUCKEN

Achtung Schulbeginn

Achtung Schulbeginn444 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren verunglückten 2008 in Österreich auf ihrem Schulweg. Zwei Kinder wurden dabei getötet. Die meisten Kinder verunglückten in Oberösterreich (94), gefolgt von der Steiermark (68) und Wien (63).

Auch im langfristigen Vergleich nimmt Oberösterreich den traurigen Spitzenplatz unter Österreichs Bundesländern ein. Im ersten Quartal 2009 sind in Oberösterreich 24 Kinder bei 21 Unfällen verletzt worden, um neun mehr als im Vergleichszeitraum 2008.
 

zum Seitenanfang springen

Eltern bereiten Kinder vor

In den Tagen vor Schulbeginn sollten sich Eltern schulpflichtiger Kinder Gedanken machen, wie ein sicherer Schulweg aussehen könnte.
Es gibt immer mehr als einen möglichen Schulweg. „Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste“ sagt VCÖ-Experte DI Martin Blum. „Besser einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, aber dafür die Straße bei einer Ampel überqueren“, empfiehlt dazu ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.
Ist der Schulweg festgelegt, sollte man ihn wiederholt gemeinsam gehen. „Je länger und schwieriger der Weg, desto öfter muss er wiederholt werden und desto länger sollte das Kind begleitet werden“, so Seidenberger.
Mögliche Gefahrenquellen sollten kindgerecht erklärt werden. „Das Kind muss wissen, worauf es achten muss – beispielsweise beim Verlassen des Schulbusses, bei Ampeln, Zebrastreifen oder Toreinfahrten“, sagt Seidenberger.
Bevor ein Kind alleine zur Schule geschickt werden kann, sollte man sich vergewissert haben, dass das Kind den Schulweg ohne Probleme und ohne Begleitung bewältigen kann. Seidenberger empfiehlt Eltern, das Verhalten ihrer Kinder am Schulweg unbemerkt zu beobachten, um sich zu vergewissern, dass die vereinbarten Regeln eingehalten werden.
Benützt das Kind öffentliche Verkehrsmittel, sollte man noch in den Ferien das richtige Verhalten an der Haltestelle und das sichere Ein- und Aussteigen üben. Das gilt auch, wenn der Nachwuchs mit dem eigenen Auto zur Schule gebracht wird: Kinder sollten immer an der Gehsteigseite ein- und aussteigen. Wer sein Kind von der Schule abholt, sollte nie auf der gegenüberliegenden Straßenseite warten. Anderenfalls könnte das Kind zur Begrüßung über die Straße stürmen, ohne auf den Verkehr zu achten. 

zum Seitenanfang springen

Vorbildfunktion der Eltern

Eltern sind Vorbilder ihrer Kinder. Kinder registrieren deren Verhalten und ahmen es nach. Das gilt auch für das Verhalten bei Gefahrenquellen, etwa beim Überqueren einer Straße. 

zum Seitenanfang springen

Kinder sichtbar machen

Helle und reflektierende Bekleidung hilft dabei, besser wahrgenommen zu werden. Sie verbessert die Sicherheit ebenso wie Reflektormaterial an der Schultasche. Das gilt besonders bei schlechtem Wetter. 

zum Seitenanfang springen

Die Sicht der Kinder

„Wichtig ist es, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten“, sagt Blum. Kinder registrieren aufgrund der geringen Körpergröße meist viel weniger vom Verkehrsgeschehen als Erwachsene und werden von Autos schnell verdeckt.
Vor allem jüngere Kinder können Geschwindigkeiten, Abstände und Bremswege noch nicht richtig einschätzen. Auch wissen sie oft noch nicht, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Zudem sind sie leicht ablenkbar und oft wenig auf das Verkehrsgeschehen in ihrer Umgebung konzentriert.
„So passiert es immer wieder, dass Kinder völlig überraschend hinter dem Schulbus oder zwischen Autos auf die Fahrbahn laufen, ohne auf den herannahenden Verkehr zu achten. Kinder müssen erst lernen, gefährliche Situationen zu erkennen. Dazu benötigen sie die Unterstützung und Hilfe der Erwachsenen“, sagt Seidenberger. 

zum Seitenanfang springen

Achtung Autofahrer

Der ARBÖ appelliert an alle Autofahrer zu besonders vorsichtiger Fahrweise vor Schulen, Kindergärten, Schutzwegen und Haltestellenbereichen.
Es gilt bremsbereit und vorausschauend zu fahren. An einem haltenden Schulbus, der durch Blinklichter gekennzeichnet ist, darf nicht vorbeigefahren werden.
Darüber hinaus mahnt der ARBÖ, die Schutzwegbestimmungen zu beachten: Der Lenker eines Fahrzeuges hat Personen, die sich auf dem Schutzweg befinden oder diesen erkennbar benützen wollen, das ungehinderte und ungefährdete Überqueren zu ermöglichen. Dementsprechend gering muss die Annäherungsgeschwindigkeit eines Autos sein, um jederzeit anhalten zu können. 

zum Seitenanfang springen

Risiko nicht nur zu Schulbeginn

Besonders Erstklässler haben über eine längere Zeit ein erhöhtes Unfallrisiko. „Vor allem der Oktober ist ein gefährlicher Monat. 2008 wurden dabei gleich 57 Kinder am Weg in die Schule verletzt“, sagt Seidenberger. „Bei vielen Kindern gerät die anfängliche Vorsicht mit der Zeit in Vergessenheit und weicht einer riskanten Sorglosigkeit, bestätigt“, auch der ARBÖ.

Dr. Thomas Hartl
September 2009

Foto: Bilderbox 

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020