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Wunschlaternen: Es geht eine Flamme auf Reisen

Es geht eine Flamme auf Reisen: WunschlaternenMiniatur-Heißluftballons sind beliebte Mitbringsel für Hochzeitsfeiern oder Sommerfesten. Allerdings tragen sie eine hohe Brandgefahr mit sich, wenn sie durch die Lüfte segeln, gibt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zu bedenken. Es setzt sich für die Umsetzung eines Gesetzesentwurfs ein, der den Verkauf der Lampions verbietet.

Die Lampions, die durch den Auftrieb von heißer Luft, in den Himmel schweben, können im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich sein.

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Konstruktion aus Papier

Die Wunsch- oder Himmelslaternen müssen aus leichtem Material, meist Seiden- oder Reispapier, und einem Brennkörper zum Beispiel einem speziell präpariertem Papier, Wachs- oder Baumwollkerzen in der Mitte der Papierhülle bestehen. Nach dem Anzünden der Flamme steigen die Ballons ähnlich wie Heißluftballons in die Höhe. Je nach Windstärke und –richtung können die Lampions in einer Höhe von bis zu 500 Metern mehrere Kilometer weit getragen werden. „Bereits bei leichtem Wind wird die Himmelslaterne abgetrieben – die offene Flamme fliegt dabei unkontrolliert und ungesteuert. Bei einem Windstoß oder wenn er an ein Hindernis gerät, kann der Papierkörper kippen und in Brand geraten. Dadurch besteht Brand- und Verletzungsgefahr“, warnt Dr. Rupert Kisser vom Bereich Heim, Freizeit & Sport im KfV. Ist der Brennkörper abgebrannt, fällt die Laterne zu Boden.

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Fliegende Brandgefahr

Schon beim Aufbau der Laterne kann es zu Verletzungen kommen, wenn die Papierhülle Feuer fängt. „Ist der Miniatur-Heißluftballon einmal in der Luft, kann er in Bäume, Gebäude oder Masten hineintreiben und diese in Brand setzen. Brandgefahr besteht auch durch ein Abstürzen der brennenden Laterne beispielsweise aufgrund einer undichten Ballonhülle“, sagt Kisser. Auch beim Landen können glühende Reste ein Feuer am Boden verursachen. „Massenstarts“ von Wunschlaternen können darüber hinaus für Aufregung sorgen, wenn irritierte Personen die Feuerwehr rufen, weil sie nicht wissen, was sie am Himmel fliegen sehen, gibt das Kuratorium zu bedenken.

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Begutachtungsfrist für Gesetzesentwurf endet am 20. Mai

Himmelslaternen stammen aus dem asiatischen Raum, wo sie ursprünglich für militärische Nachrichtenzwecke benutzt wurden. Später entwickelte sich der nach Europa gekommene Brauch Wünsche auf die Papierhüllen zu schreiben und die Ballons bei feierlichen Anlässen in den Himmel aufsteigen zu lassen. In Österreich sind Himmelslaternen derzeit nicht verboten. Um sie fliegen zu lassen muss allerdings die Genehmigung der Austro Control eingeholt werden, berichtet das KfV. Die Begutachtungsfrist für einen Gesetzesentwurf vom Bundesministerium für Konsumentenschutz, der den Verkauf des gefährlichen Produkts verbietet, endet am 20. Mai. „Wir hoffen, dass Wunschlaternen in Österreich verboten werden. Dass die Lampions schön anzuschauen sind, steht in keinem Verhältnis zu der Brand- und Verletzungsgefahr, die von ihnen ausgeht“, so Kisser.

Mag. Christian Boukal

Mai 2009

Foto: Bilderbox


Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020