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Stromschlag: Was tun?

Stromschlag: Was tun?Der Umgang mit Strom im Haus kann ganz schön gefährlich sein. Was geschieht im Körper und was ist bei der Ersten Hilfe zu beachten.

Schnell mal die neue Lampe an der Decke anschließen. Ist der Schutzschalter nicht umgelegt, kann es schnell passiert sein: Schon klebt die Hand am Draht. Was müssen Angehörige oder Arbeitskollegen tun, wenn es in ihrer Nähe jemanden erwischt hat? Das Wichtigste ist, niemals das Unfallopfer berühren, bevor nicht der Strom abgeschaltet ist. Denn sonst gerät auch der Helfer in den Stromkreis und fällt als Retter aus.

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Haushaltsunfälle

Die meisten Stromunfälle geschehen durch 230-Volt-Haushaltsstrom, im so genannten Niederspannungsbereich. Wenn Hände oder Körperteile ungeschützt mit Strom direkt in Berührung kommen, wird der Körper selbst zum Leiter des elektrischen Stroms. Das kann zur Zerstörung von Zellen und zur Verkrampfung der Muskulatur führen, auch Tetanie genannt. Diese Verkrampfung ist verantwortlich dafür, dass sich viele Stromschlag-Opfer nicht mehr von der Stromquelle lösen können, berichtet der deutsche Mediendienst obx-medizindirekt. Ist dies der Fall, sollte die betreffende Person zuerst mit gebotener Vorsicht von der Stromquelle gelöst werden. Dazu ist der Strom abzuschalten oder aber das Unfall-Opfer mit Hilfe eines nicht Strom leitenden Gegenstandes, etwa eines hölzernen Besenstiels, von der Quelle zu trennen.

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Im Körper kann der Strom Schlimmeres anrichten

Oft hat es den Anschein, als sei dem Unfallopfer nichts weiter passiert. Auf der Haut sind beispielsweise nur Millimeter große, rötliche Marken sichtbar, wo der Strom ein- oder ausgetreten ist. Eine geringe Größe dieser Marken ist aber kein Hinweis auf eine nur geringe Schädigung. Tiefer im Körper kann der Strom Schlimmeres angerichtet haben. Zumal, wenn der Strom über das Herz geleitet worden ist. Dann können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten: Kammerflimmern ist die häufigste Todesursache nach Stromunfällen im Haushalt. Wenn die Atemmuskulatur durch den Strom gelähmt wird, kann es zu Atemstillstand kommen. Wenn bei einem Patienten Herz- und Atemstillstand eingetreten sind, muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beatmet und Herzdruckmassage ausgeführt werden.

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Kühlung mit kaltem Wasser hilft

In weniger schwerwiegenden Fällen sollten zunächst die sichtbaren Strommarken mit kaltem Wasser gekühlt werden. Wenn Herzrhythmusstörungen auftreten, äußern sich diese durch Symptome wie Benommenheit, Schwindel, Schmerzen in der Brust oder Schwächezustände. In jedem Fall ist der Notdienst zu rufen, denn auch wenn solche Anzeichen nicht vorliegen, können sie noch innerhalb zwölf Stunden nach dem Unfall eintreten. Dies ist vor allem unerlässlich, wenn Patienten kurzzeitig das Bewusstsein verloren haben. Stromunfall-Opfer müssen mit einem EKG untersucht werden und im Krankenhaus bis zu 24 Stunden kardiologisch überwacht werden.

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Mögliche Folge: Knochenbrüche

Wichtig ist es auch, an mögliche Verletzungen zu denken, die durch einen Sturz oder durch Muskelverkrampfungen entstanden sein können. Solche sogenannten Sekundärverletzungen können Knochenbrüche oder schwere Prellungen sein. Auch Ausrenkungen und Bänderrisse werden in der Literatur als Folgen eines Stromschlags beschrieben.

Mag. Christian Boukal
September 2012


Foto: obx-medizindirekt

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020