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Hypermenorrhöe: Starke Regelblutung

Hypoermenorrhöe: Starke RegelblutungViele Frauen sind von ihr betroffen, doch nur die wenigsten wissen, dass eine extrem starke Regelblutung einen Namen hat – nämlich Hypermenorrhöe. Meist sind Erkrankungen an der Gebärmutter die Ursachen.

Etwa zehn Prozent aller Frauen verlieren Monat für Monat zu viel Blut. „Die Dunkelziffer ist aber wahrscheinlich höher, weil viele Frauen glauben, das sei normal. Sie gehen deshalb auch nicht zum Arzt“, sagt Dr. Hansjörg Huemer, Oberarzt an der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Wels-Grieskirchen. Dauert die Periode länger als fünf Tage, spricht die Medizin übrigens von einer Menorrhagie. Bei einer Hypermenorrhöe hingegen ist die Regel nur zu stark, hat aber eine normale Dauer.

Wie weiß frau aber nun, ob ihre Blutung noch normal ist oder doch zu stark? Dazu der Gynäkologe: „Das kann fast nur über die Anzahl von Binden und Tampons festgestellt werden.“ Ein Wechsel von mehr als alle drei Stunden entspricht der Norm, alles was darunter ist, ist zu oft. Auch eine Eisenmangelanämie inklusive Schwächegefühl, geminderter Leistungsfähigkeit oder Kreislaufkollaps kann auf eine Hypermenorrhöe hinweisen. „Aufgrund des hohen monatlichen Blutverlustes gehen die Eisenreserven zur Neige“, erklärt der Spezialist.
„Grundsätzlich kann es jede Frau treffen. Hormonell bedingt nehmen Blutungsstörungen aber generell vor den Wechseljahren zu“, erklärt der Experte. Zu den klassischen Auslösern einer Hypermenorrhöe zählen Erkrankungen an der Gebärmutter wie Schleimhautpolypen. Die häufigste Ursache aber sind Myome. Dabei handelt es sich um gutartige Gewächse. Auch Frauen, die Probleme mit der Blutgerinnung haben, haben während ihrer Periode eine stärkere Blutung. Schuld an zu hohem Blutverlust kann auch die Kupferspirale sein. Und dann gibt es noch einen hohen Prozentsatz von Frauen, die „einfach so“ an einer Hypermenorrhöe leiden.

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Abklärung mit Ultraschall

„Hat der Arzt eine Hypermenorrhöe festgestellt, wird zunächst mittels Ultraschall geklärt, ob eine organische Ursache dahintersteckt und ob eine Behandlung notwendig ist“, so der Oberarzt. Sind Polypen die Übeltäter, wird eine Kürettage vorgenommen. Dabei wird die Schleimhaut oberflächlich abgeschabt. Besteht kein Kinderwunsch mehr, kann auch eine sogenannte Endometriumablation vorgenommen werden. Dabei wird – im Unterschied zur Kürettage – jene Schicht, aus der sich die Gebärmutterschleimhaut jeden Monat regeneriert, abgetragen oder verödet. „Die Schleimhaut wächst dann nicht mehr nach. Frauen müssen auf jeden Fall verhüten, denn nach einer Endometriumablation besteht ein hohes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft, da sich ein befruchtetes Ei nicht mehr in der Schleimhaut einnisten kann“, warnt Dr. Huemer. „Myome werden bei älteren Patientinnen nicht operiert, außer sie bereiten Probleme. Denn rund um den Wechsel bilden sie sich von selbst zurück.“ Kommt es bei jungen Frauen durch Myome zu Störungen, werden sie entfernt oder die versorgenden Gefäße verschlossen. Die „hormonelle Schiene“ ist eine weitere Therapieform – dazu zählen die Pille oder die Hormonspirale. Bei Ersterer verringert sich die Stärke der Blutung, bei Zweiterer bleibt sie oft überhaupt ganz aus. Medikamente mit Tranexamsäure greifen in die Gerinnung ein und hemmen starke Blutungen. „Nur in Ausnahmefällen wird die Gebärmutter zur Behebung einer Hypermenorrhöe entfernt“, so Dr. Huemer.

Cornelia Schobesberger
Mai 2013


Foto: Bilderbox, privat

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Kommentar

Hypoermenorrhöe: Starke Regelblutung„Bei vielen Frauen wird erst dann eine Hypermenorrhöe diagnostiziert, wenn sie zu wenig Eisen im Blut haben. Mit der Einnahme von Eisen kann zwar das Blutbild korrigiert werden, doch sollte auch die Ursache behandelt werden.“
Dr. Hansjörg Huemer
Oberarzt, Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum Wels-Grieskirchen

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020