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Demenz: Rehabilitation möglich

Psychische Erkrankungen im Alter: DemenzRund zehn Prozent der an einem dementiellen Syndrom Erkrankten leiden eigentlich an einer Demenz, die parallel zu einer behandelbaren Krankheit auftritt, berichtet die Austria Presse Agentur (APA). Darauf machte Doz. Dr. Dietmar Winkler, leitender Oberarzt der Klinischen Abteilung für Biologischen Psychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, anlässlich des Wiener Alzheimertags Anfang November aufmerksam.

„In vielen Fällen ist bei richtiger Behandlung eine Rückbildung der Symptome möglich“, betonte Winkler. Eine sogenannte „Pseudodemenz“ kann bei depressiven älteren Menschen zur Fehldiagnose Demenz führen, da sie die Symptome der Erkrankung zeigen, in Wahrheit jedoch an einer schweren Depression leiden. Die damit verbundenen Störungen, die eine mentale Schwäche vortäuschen, zeigen die Symptome einer Demenz. „Daher ist es umso wichtiger, Patienten, die von Angehörigen mit Verdacht auf Demenz in die Ambulanz gebracht werden, ganzheitlich zu untersuchen“, so Winkler.

Pseudodemenz

Die Pseudodemenz tritt vor allem bei Depressionen auf, sogenannte sekundäre Demenzen sind häufig Begleiterscheinungen von Schilddrüsenunterfunktionen, Störungen der Funktion der Nebenschilddrüsen, Tumoren, Infektionen mit HIV oder Lues (Syphilis), oder auch Vitaminmangelzuständen und verschiedenen neurologischen Erkrankungen. „Diese Grunderkrankungen sind zumindest zum Teil behandelbar und in vielen Fällen ist auch eine Rückbildung der Demenzsymptomatik möglich“, so Winkler. Mit einigen Routineuntersuchungen ließe sich das leicht abklären. Dabei sei es unter anderem ratsam, die Blutchemie zu analysieren, den Augenhintergrund bei Verdacht auf vaskuläre Demenz zu untersuchen, die Schilddrüsenfunktion zu prüfen und einen HIV-Test zu machen.

Bis 2050 mehr als doppelt so viele Demenzkranke?

Grundsätzlich ist Demenz – und vor allem die Alzheimer-Demenz – eine Erkrankung, die aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft an Häufigkeit zunimmt. Winkler: „50 bis 60 Prozent der Dementen sind Alzheimerkranke.“ Bei primären Demenzen ist eine Rehabilitation praktisch nicht möglich. Etwa 100.000 Österreicher leiden an einer dementiellen Erkrankung. Laut Schätzungen der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft (ÖAG) wird diese Zahl bis ins Jahr 2050 auf 230.000 ansteigen. In Österreich wird laut ÖAG jährlich etwa eine Milliarde Euro für die Versorgung solcher Patienten ausgegeben.

Als beste Prävention gelten ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder Ernährung sowie intakte soziale Kontakte und eine geistige Aktivität ohne Leistungsdruck („Neugier“). Risikofaktoren sind unter anderem Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Demenzerkrankungen bei Familienangehörigen.

Mag. Christian Boukal

Dezember 2011

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020